Schwerpunkte

Haushaltsroboter

Das bisschen Haushalt macht sich von allein

09. September 2020, 09:22 Uhr   |  Diana Künstler

Das bisschen Haushalt macht sich von allein
© Andriy Popov-123rf

Wer hätte gedacht, dass diese Zeilen heute der Wahrheit entsprechen können? Vorausgesetzt man setzt auf den richtigen Helfer. Ob Staubsaugen, Fensterputzen, Rasenmähen – mit dem passenden Haushaltsroboter lassen sich viele zeit- und nervtötende Tätigkeiten in Heim und Garten umverteilen.

Nie wieder Staubsaugen, Fensterputzen oder Rasenmähen? Für viele ist das eine verlockende Vorstellung. Kaum verwunderlich also, dass der Digitalverband Bitkom bereits 2017 in einer Befragung herausfand, dass jeder Zweite Haushaltsrobotern gegenüber aufgeschlossen ist und bestimmte Aufgaben rund um Haus und Garten nur allzu bereitwillig abgeben würde. Bei 15 Prozent der Bundesbürger hatten demnach die autonomen Geräte bereits den Sprung in die eigenen vier Wände geschafft. 42 Prozent konnten sich für die Zukunft vorstellen, einen Roboter zu nutzen. 16 Prozent berichteten, sie würden die Entwicklung noch beobachten. Circa ein Viertel der Befragten gab an, die Technologie hingegen privat nicht nutzen zu wollen.

Einsatzszenarien Roboter Haushalt
© Bitkom

Acht von zehn der Befragten durch den Bitkom, die Interesse an Robotern haben, wollen ihn primär als Haushaltshilfe etwa zum Staubsaugen oder Wischen einsetzen (82 Prozent), aber auch Unterstützung bei der Gartenarbeit ist gefragt (41 Prozent). Zwei Drittel der Interessenten geben an, sich einen Roboter vorzugsweise zu kaufen (66 Prozent); für 29 Prozent wäre das Mieten die präferierte Option. “Die Gerätepreise sinken und machen Haushaltsroboter jetzt für die breite Bevölkerung erschwinglich”, so Rohleder. Kaufen wird damit für immer mehr Menschen zu einer Option, aber knapp jeder Dritte will die Technologie erst einmal testen.

Das Interesse wächst
Es ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach den smarten Helfern im Haushalt innerhalb der letzten drei Jahre weiter angestiegen ist. Das belegen auch Daten des Vergleichsportals Idealo. Demnach hat von 2016 bis 2019 das Kaufinteresse an Saugrobotern um über 450 Prozent zugenommen, das für Mähroboter mehr als 180 Prozent. Bei den Staubsaugern machen die intelligenten Haushaltshelfer laut Portal somit mittlerweile rund 23 Prozent der Nachfrage aus, bei den Rasenmähern sogar 37 Prozent. Haushaltsroboter liegen also im Trend.

Auch eine Studie des Portals haushaltswiki.de bestätigt diese Tendenz und wagt zudem die Zukunftsprognose, dass Roboter bis 2050 komplett den Haushalt übernehmen könnten. Ein Haushaltsroboter, welcher die komplette Hausarbeit erledige, würde dem Durchschnittsdeutschen demnach eine Zeitersparnis von 13,5 Stunden pro Woche bescheren. Zudem würde mit einem universellen Haushaltsroboter die Anzahl derer steigen, die sich Hilfe im Haushalt überhaupt erst leisten können. Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln seien das derzeit nur Prozent aller Deutschen. Ein entscheidender Punkt in diesem Zusammenhang, der auch die steigende Nachfrage erklären würde, sind die zunehmend sinkenden Kosten für solch einen smarten Helfer – während gleichzeitig die Zahl der Funktionen zunimmt. Bernhard Rohleder, Haupgeschäftsführer des Bitkom, kommentiert: „Vor mehr als 50 Jahren zogen Wasch- und Spülmaschinen in die Wohnungen ein. Jetzt beginnt die große zweite Welle der Automatisierung im Haushalt.“

Beliebtheit Haushaltsroboter
© Idealo

Entwicklung der Nachfrage nach Mäh- und Saugrobotern im Vergleich zu den herkömmlichen Haushaltsgeräten von 2016 bis 2019 beim Vergleichsportal Idealo

Abstriche im Preis-Leistungs-Verhältnis
Allerdings – auch das belegen die Idealo-Zahlen – setzt die Mehrheit der Käufer nach wie vor auf herkömmliche Geräte, obwohl die Nachfrage steigt und die Geräte erschwinglicher werden (siehe auch Grafik). Kaufinteresse und tatsächliches Kaufverhalten klaffen in diesem Fall (noch) auseinander. Nützliche Zusatzfunktionen der intelligenten Haushaltshelfer und der reduzierte Zeitaufwand für die Haus- und Gartenarbeit scheinen für viele Verbraucher den vergleichsweise höheren Preis derzeit noch nicht zu rechtfertigen.

Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung bei der Anschaffung liegt in der Leistung begründet. Stiftung Warentest beispielsweise bescheinigt in einem Test von März 2019 Saugrobotern nur eingeschränkt gute Arbeitsergebnisse. Selbst die besten der getesteten Geräte würden nicht an die Saugleistung und Filterwirkung guter Staubsauger heranreichen. Vor allem bei Hochflorteppichen saugten die smarten Geräte nur die Hälfte des Staubes heraus, während herkömmliche Geräte mehr als 80 Prozent rausholten. Bei harten Unterböden hingegen fallen die Unterschiede weniger gravierend aus. Mit Blick auf die Produktklasse der Mähroboter kommt zudem ein großes Sicherheitsproblem hinzu. Das moniert der aktuelle Mähroboter-Test von Stiftung Warentest vom März diesen Jahres. Einige Modelle würden demnach nicht automatisch bei Hindernissen stoppen, was für kleine Kinder schnell gefährlich werden kann.

Lohnt sich angesichts dieser Abstriche überhaupt die Anschaffung eines Haushaltsroboters? Wie so oft hängt die Antwort auf diese Frage von zahlreichen Faktoren ab und muss von Fall zu Fall abgewogen werden. Fakt ist: Haben die Haushaltsroboter erst einmal im doppelten Sinne freie Fahrt, bieten sie eine Entlastung von ungeliebten Pflichten. Treffen Sie hingegen auf Hindernisse, leidet unter Umständen die Arbeitsqualität. So sind Saugroboter beispielsweise für Hochflorteppiche ungeeignet und reinigen nur Hartböden zufriedenstellend. Mähroboter weichen nicht automatisch Hindernissen aus – hier kann es für Igel & Co. schnell gefährlich werden. Die durchschnittlichen Preise intelligenter Haushaltshelfer sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gefallen. Die Technik befindet sich auf dem Vormarsch. Wer jetzt in ein technisch ausgereiftes System investiert, kann langfristig davon profitieren. Vor dem Kauf sollte man sich jedoch intensiv damit auseinandersetzen, in welchem Umfang der Haushaltsroboter zum Einsatz kommen soll – und gegebenenfalls nicht am falschen Ende sparen.

Seite 1 von 4

1. Das bisschen Haushalt macht sich von allein
2. Viele Haushaltsroboter, viele Einsatzszenarien
3. Automatisiertes Rasentrimmen
4. Roboter = smart?

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Saugroboter mit intelligenter Navigation
Neues Mitglied der T8 Produktfamilie von Ecovacs Robotics
Von der Unterhaltung zum Helfer
Nur die Smarten kommen in den Garten

Verwandte Artikel

ECOVACS Europe GmbH, Dyson GmbH

Porn Android gamesfootfetishbbdtsmusic