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KI in Consumer & Home Electronics

"Verbreitung hängt vom Vertrauen ab"

16. Dezember 2019, 09:24 Uhr   |  


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Individualisierte Angebote mittels KI

Nicht viel anders läuft es auch beim TV-Gerät. Die Bildschirme werden immer größer, parallel dazu steigt die Anzahl der Bildpunkte. 4K-TVs – mit im Vergleich zu HDTV vierfacher Pixelzahl – und seit einigen Monaten auch 8K-Bildschirme werden immer populärer. Was fehlt, ist das geeignete Programmmaterial. Klassisches TV-Programm wird bestenfalls in HD ausgestrahlt, 4K- oder gar 8K-Material hat noch Exotenstatus. Daher verwenden die TV-Hersteller das sogenannte Upscaling. Die ursprünglichen rund zwei Millionen Bildpunkte werden auf die acht Millionen für 4K (oder 32 Millionen für 8K) notwendigen hochgerechnet. In der Vergangenheit gab es dafür feste Algorithmen, doch auch hier kommt immer mehr KI zum Einsatz. Die Technologie vergleicht das aktuelle Bild mit Millionen von Referenzmustern und wählt die zur jeweiligen Szene passende Rechenformel. Dabei ruht sich die KI-Technologie nicht auf dem Erreichten aus: sie lernt ständig dazu und nähert sich so kontinuierlich dem Optimum. Das Ergebnis sind extrem detailreiche Bilder, bei denen nur sehr geübte Augen die Chance haben zu erkennen, ob es sich um ein originäres oder errechnetes 4K- oder 8K-Bild handelt.

Und nicht nur das Bild wird kontinuierlich analysiert. In immer mehr TVs und auch Audio-Receivern kommt KI zum Einsatz, um beispielsweise Dialog- und Surround-Wiedergabe zu verbessern. Beim TV wiederum kann KI dazu beitragen, aus dem stetig wachsenden Programmangebot die persönlich passenden Inhalte herauszufinden. Vorausgesetzt, der Fernseher erhält die Erlaubnis dazuzulernen.

Erfolg durch Vertrauen
Es sind also längst nicht mehr allein die Sprachassistenten im Auto oder Alexa, Google, Siri und Co, die KI zum immer häufigeren täglichen Begleiter machen. Längst arbeiten Künstliche Intelligenz und sogenanntes Maschinenlernen unauffällig in immer mehr Geräten, die uns täglich umgeben. Auch bei den Hausgeräten ist KI längst eingezogen. Waschmaschinen lernen dazu, analysieren die Wäsche und wählen das passende Programm – erleichtern so die Bedienung und sparen gleichzeitig Ressourcen wie Wasser, Waschmittel und Energie. Und manche der immer beliebter werdenden Staubsaugroboter optimieren ihr Reinigungsergebnis indem sie dazulernen, sich beispielsweise merken, dass an einer Stelle häufiger die Krümel vom Tisch fallen.

Wenn also die bei der gfu Studie Befragten mehrheitlich meinen, dass die Technologie noch nicht ausgereift sei, so treffen sie einen wichtigen Punkt. Denn tatsächlich „reift“ jede KI-Technologie erst durch die Nutzung. Sie lernt dazu, wird im Laufe der Zeit immer besser. Aus einer „ich habe sie leider nicht verstanden“-Antwort auf einen dahin genuschelten Sprachbefehl wird nach und nach ein klagloses und kommentarloses Ausführen des Kommandos. Voraussetzung ist allerdings, dass der Nutzer der Technologie erlaubt, zu lernen. Erst dann, wenn persönliche Daten und Verhaltensmuster analysiert werden dürfen, kann die KI immer besser werden.

„Bei KI verhält es sich wie bei vielen neuen Technologien: Anfangs überwiegt häufig die Skepsis. Erst wenn erkannt wird, dass der Nutzen größer ist und schwerer wiegt als die Bedenken, dann schlägt die Stimmung ins Positive um“, so Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu. „KI wird ihren Weg gehen und in immer mehr Geräte einziehen. Die Geschwindigkeit der Verbreitung hängt vom Vertrauen ab, das die Konsumenten der Technologie entgegenbringen. Es liegt an uns, der Industrie, dieses Vertrauen nicht zu enttäuschen“, so Kamp weiter.

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