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Einstieg ins Smart Home

Vier Wände für ein Halleluja

24. Januar 2020, 09:51 Uhr   |  Diana Künstler

Vier Wände für ein Halleluja
© cheskyw/123rf

Lösungen für das Smart Home gibt es zuhauf. Fast täglich kommen neue Produkte auf den Markt, die mit noch mehr Funktionen locken. Als Neuling ist man in diesem Umfeld angesichts dieser Vielfalt schnell überfordert – ein kleiner Leitfaden für die ersten Schritte in ein vernetztes Zuhause.

Die Entscheidung für smarte Lösungen in den heimischen vier Wänden ist keine schwere – zu verlockend sind die Vorteile, die sich daraus ergeben: beispielsweise unterwegs mal eben checken, ob daheim alles in Ordnung ist, Türen und  Fenster geschlossen sind oder kontrollieren, ob sich der Hund während der Abwesenheit von Frauchen oder Herrchen zu benehmen weiß. Von der Energie- und Kosteneinsparung intelligenter Heizungs- und Beleuchtungssteuerung einmal abgesehen.

Einfach mal loslegen
Was viele auf den ersten Blick abschrecken mag – eine aufwändige Installation und hohe Anschaffungskosten – erscheint bei genauerer Betrachtung schon in einem ganz anderen Licht. Denn den Komfort und die Sicherheit eines intelligenten Hauses gibt es bereits ohne großen Aufwand und teure Einbauten. Oft reicht bereits ein Smartphone oder Tablet-PC, um Lampen,  Heizkörperventile und andere Dinge des Alltags aus der Ferne bedienbar zu machen. Die Produkte dazu gibt es online oder im ausgewiesenen Fachhandel. Die Installation ist denkbar einfach – oft braucht es nicht einmal einen Schraubenzieher. Und wenn doch einmal der Werkzeugkasten benötigt wird, führt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung in der App den Heimwerker an sein Ziel. Hinzu kommt: Sogenannte Plug-&-Play-Systeme sind – im Gegensatz zu teuren Festeinbauten mit Bus-Leitungen und Unterputz-Installationen – im Altbau schnell nachrüstbar und lassen sich bei einem Umzug mitnehmen.

Das Fundament
Die technische Grundlage für ein Smart Home bilden in der Regel ein leistungsfähiger Internetanschluss – je schneller das Heimnetzwerk und der Internetzugang, desto besser – und ein Endgerät (Smartphone oder Tablet-PC) als Steuerungseinheit. Beides Faktoren, die oft schon vorhanden sind. Wichtigste Neuanschaffung ist eine Basisstation, auch  Gateway oder Bridge  genannt. Sie steuert die übrigen Geräte im intelligenten Haus per Funk. WLAN und Batterie-Sensoren kommen aufgrund von Energiebetrachtungen nicht in Frage – vernetzte Lampen würden im Standby mehrere Watt verbrauchen – weshalb sich im Smart Home mittlerweile sparsamere Standards wie Zigbee, Z-Wave oder Dect ULE durchgesetzt haben (siehe auch Infokasten auf der Folgeseite).

Die verschiedenen Facetten eines vernetzten Zuhauses
Licht: Wer sich schwertut zu entscheiden, was der erste Schritt in ein intelligentes Zuhause sein kann, ist mit dem Austausch alter Glühbirnen durch funkende LED-Lampen bereits gut beraten – ein einfacher und zugleich effektiver Einstieg ins Smart Home. Dank E27-Gewinde passen sogenannte Retrofit-Lampen auch in die bisherige Fassung. Wer auf Zigbee setzt, hat zudem auch die Wahl vieler anderer Bauformen: Das Angebot reicht von Strahlern über LED-Streifen bis hin zur dekorativen Deckenleuchte. Ein Vorteil der smarten Beleuchtung ist zudem die damit einhergehende Möglichkeit der Individualisierung beziehungsweise Feinjustierung: Anders als Kompaktleuchtstofflampen können die meisten vernetzten Leuchtmittel ihre Farbtemperatur stufenlos ändern. Modelle mit RGB-Technik (Rot, Grün, Blau) mischen sogar aus Millionen Tönen jede gewünschte Farbe zusammen. Und Dimmen – im Zeitalter der Energiesparlampen eine besondere  Herausforderung – ist dank App ebenfalls kein Problem. Schon die Standard-Apps bieten nützliche Extras wie Zeitschaltung und Lichtwecker. Noch mehr Potenzial birgt die Integration in ein Komplettsystem. Wer trotzdem nicht auf die Bedienung per Schalter verzichten mag, muss keine Abstriche in Kauf nehmen. Einige vernetzte Lampen merken sich ihre Einstellung aus der App, andere geben nach Druck auf den Wandschalter stets ein neutrales weißes Licht.

Heizung: Den größten Kosten-Nutzen-Effekt verspricht smarte Temperaturregelung, denn mit gradgenauer Steuerung lässt sich so einiges an Energie einsparen. Eine funkgesteuerte Heizungsregelung bringt zudem eine automatisierte Steuerung mit sich. Bestes Beispiel ist das wohl temperierte Badezimmer kurz nach dem Aufstehen. Ein weiterer Vorteil mit Langzeitfaktor: Für Urlaubsreisen lassen sich Schaltpläne definieren, viel exakter als an einem normalen Raumthermostat mit Nachtabsenkung – und drahtlose Sensoren erkennen gekippte Fenster. Aus Versehen „die Straße heizen“ ist damit passé. Mit dem Smartphone geht sogar noch mehr: Einige Systeme erkennen am GPS-Signal, wann der Letzte das Haus verlassen hat und beginnen den Sparbetrieb. Umgekehrt regeln sie die Heizung bei Annäherung an die Wohnung wieder hoch. Wichtig dabei: Die Temperatur sollte trotz allem digitalem Schnickschnack von Hand am Thermostat einstellbar sein, damit Kinder oder Großeltern ohne Smartphone nicht plötzlich im Kalten sitzen.

Sicherheit: Alarmanlagen, die von einer Versicherung anerkannt werden sollen, installiert am besten der Fachmann. Doch auch mit Smart-Home-Lösungen zur Selbstmontage lässt sich die Wohnung bereits mit wenigen Handgriffen sicherer gestalten (siehe dazu auch das Sicherheitspaket von Devolo auf Seite 15). So gibt es reine Überwachungssysteme, die mit Sensoren zum Ankleben, Bewegungsmeldern und Videokameras das Haus im Auge behalten. Sie sind leicht zu montieren und funktionieren ohne große Vorkonfiguration seitens des Nutzers. Auf der anderen Seite ist ihr Anwendungsgebiet begrenzt. Hier verspricht ein Komplettsystem mehr Nutzen. Ein wichtiger Hinweis an dieser Stelle sei der Verweis auf den Notbetrieb, denn kein Gerät ist vor Außeneinwirkung gefeit: Devices, die auf Grundlage eines Online-Dienstes laufen, sollten funktionstüchtig bleiben, auch wenn die Internetverbindung ausfällt. Selbiges gilt für elektronische Türschlösser, die auch ohne Strom zu öffnen sein sollten.

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1. Vier Wände für ein Halleluja
2. Das große Ganze im Blick

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