Studie

Risikobewusstsein im Smart-Home-Bereich

20. November 2017, 15:06 Uhr | Natalie Ziebolz
Smart Home
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Ob Licht, Heizung oder auch der Kühlschrank – Smart-Home-Lösungen sind in aller Munde. Bereits jeder achte Deutsche profitiert von den intelligenten Lösungen, doch Sicherheitsbedenken hemmen weiterhin das Geschäft.

Die Vorstellung vom smarten Zuhause ist längst keine Zukunftsvision mehr – vom Kühlschrank über das Entertainment System bis hin zur kompletten Sicherheitstechnik. Die Vernetzung der eigenen vier Wände und allem, was sich darin befindet, schreitet immer weiter voran. 13 Prozent der Deutschen nutzen bereits Smart Home-Anwendungen, weitere 52 Prozent können sich die Nutzung mindestens in einem Bereich vorstellen. Insbesondere im Energiebereich (40 Prozent) halten die Verbraucher Smart Home-Anwendungen für sinnvoll – aber auch bei vielen Aspekten der Sicherheitstechnik (37 Prozent) und Unterhaltungselektronik (38 Prozent). Doch Personen, die bisher keine Smart Home-Anwendungen nutzen, hindern zahlreiche Hürden, sich entsprechende Smart Home-Geräte anzuschaffen. Dies zeigen die Ergebnisse der Studie “Risikobewusstsein im Smart Home-Bereich” des internationalen Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov. Für die Studie wurde auf die 100.000 Datenpunkte umfassende YouGov-Datenbank zugegriffen, für die im Jahresverlauf 70.000 Deutsche kontinuierlich repräsentativ befragt werden. Die intelligente Vernetzung der Daten ermöglicht eine besonders detaillierte Analyse des Konsumentenverhaltens. Kombiniert wurde die Analyse mit einer zusätzlichen bevölkerungsrepräsentativen Befragung von 2.000 Personen (+18), die vom 15.08. bis 21.08.2017 durchgeführt wurde.

Vor allem beim Thema Sicherheit haben die Deutschen konkrete Bedenken:62 Prozent nennen das Ausspionieren durch Hacker, aber auch die Gefahr, dass Daten in Hände Dritter gelangen (60 Prozent) oder dass Einbrüche durch gehackte Sicherheitstechnik (58 Prozent) passieren, sind Bedenken der Verbraucher. Markus Braun, Head of Business Unit Reports bei YouGov, rät Anbietern daher das Thema Datensicherheit in den Mittelpunkt zu stellen: “Wer nicht gewährleisten kann, dass die sensiblen Kundendaten bei ihm in sicheren Händen sind, wird langfristig keine Vorbehalte abbauen und vom großen Potenzial nicht profitieren”, erklärt er.

Bei der Einrichtung von Smart Home-Geräten ist es den Kunden wichtig, nicht alleine gelassen zu werden. Nur jeder zweite Smart Home-Interessierte (49 Prozent) traut sich selbst eine sichere Einrichtung zu. Viele überschätzen sich dabei womöglich auch. Verweise auf vertrauenswürdige Partner bei der Beratung und Einrichtung können Bedenken gezielt zerstreuen. Ebenfalls würden 44 Prozent der Smart Home-Interessierten eine Versicherung abschließen, die sie gegen Schäden absichert, die durch gehackte Smart Home-Anwendungen entstanden sind.

Wie essenziell die Beseitigung der Hürden ist, zeigt die Studie ebenfalls. Zwei von fünf Deutschen (40 Prozent) würden eher über eine Anschaffung von Smart Home-Anwendungen nachdenken, wenn sich Sicherheitsstandards verbessern würden. Diese Personengruppe ist vor allem überwiegend männlich, unter 34 Jahren und besitzt folglich eine hohe Affinität für soziale Netzwerke. “Außerdem sind Personen dieser Potenzialgruppe sehr interessant, da sie häufig zu den Early Adoptern gehören und dadurch andere beeinflussen können. Wenn Hersteller diese Gruppe von der Sicherheit ihres Systems überzeugen können, werden andere folgen”, so Braun.

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