ULE-basierte Sicherheitslösungen

Wunsch nach Sicherheit belebt Smart-Home-Markt

15. März 2022, 8:30 Uhr | Autor: Tillmann Braun / Redaktion: Diana Künstler
Smart Home
© Alexander Kirch-123rf

Der Wunsch nach mehr Sicherheit ist einer der größten Treiber für das Smart Home. Wie sich damit am besten Umsatz machen lässt und welche Technologien sich am besten eignen, zeigt ein Blick auf die Marktführer in den USA. Welche Anbieter hierzulande das Rennen machen werden, ist dagegen noch offen.

Lange Zeit wurden Smart-Home-Produkte vor allem mit Bequemlichkeit assoziiert. Wer smarte Produkte im Haus nutzte, so die Meinung vieler, war entweder ein Technik-Liebhaber oder schlichtweg zu faul, aufzustehen und das Licht selbst einzuschalten. Das hat sich grundlegend geändert. Zum einen nutzten im letzten Jahr bereits 41 Prozent aller deutschen Verbraucher mindestens eine Smart-Home-Anwendung. Das Smart Home ist damit nicht mehr allein eine Domäne einiger weniger Tüftler, sondern in allen Bevölkerungsschichten angekommen.

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Smart Home Nutzungsszenarien
© Bitkom

Zum anderen geht es vielen nicht mehr allein darum, den Komfort zu erhöhen oder Stromkosten zu sparen. Schaut man sich die drei Smart-Home-Bereiche an, die im letzten Jahr am populärsten waren, wird schnell klar, dass ein Smart Home für viele vor allem eines bieten muss: Sicherheit. Mit einem Wachstum von sieben Prozent im Vergleich zu 2020 lag der Bereich Videoüberwachung im letzten Jahr auf dem zweiten Platz bei den am häufigsten eingesetzten Smart-Home-Lösungen (23 Prozent), dicht gefolgt von Alarmanlagen mit 21 Prozent. Häufiger kam lediglich smarte Beleuchtung zum Einsatz (29 Prozent). Allerdings dürfte auch hier für viele Anwender der Aspekt Sicherheit eine wichtige Rolle spielen. Schließlich werden smarte Lampen und Beleuchtung häufig dazu eingesetzt, um Anwesenheit vorzutäuschen und so potenzielle Einbrecher abzuschrecken.

US-Anbieter auf ULE-Funkstandard

Den Herstellern von Smart-Home- und Security-Lösungen dürfte dieser Trend nicht entgangen sein. Die Frage, die sich ihnen nun stellt, ist, wie sie die Bedürfnisse der Verbraucher in Deutschland am besten bedienen können. Die Antwort darauf könnte ein Blick in die USA geben. Dort geben Hausbesitzer im Schnitt bereits über 500 Dollar für Smart Home und Security Equipment aus. Für Anbieter wie ADT, das größte Unternehmen für Security und Heimautomatisierung in Nordamerika ist, ergibt sich so ein riesiger Markt. Seit 2020 setzt ADT mit „Blue“ dabei verstärkt auf den Funkstandard ULE (Ultra-Low Energy). Mittlerweile sind einige anderer Anbieter in den USA dem Marktführer gefolgt und verwenden ebenfalls ULE für ihre Security-Lösungen. „Gerade im Security-Bereich müssen die Lösungen absolut zuverlässig funktionieren – und das auch bei größeren Häusern“, sagt Ulrich Grote von der ULE Alliance. „ULE bietet mit 50 Metern im Innern und 500 Metern im Freien dieselbe Reichweite und Stabilität wie der seit Jahrzehnten erprobte DECT-Standard, benötigt jedoch deutlich weniger Energie. Somit ist ULE der ideale Funkstandard für batteriebetriebene Sensoren für Türen und Fenster sowie andere Einsatzgebiete rund ums Haus“, erklärt Ulrich Grote.
Gute Aussichten für Hersteller in Deutschland.

Gigaset Security Pack, Smart Home
Das Security-Einstiegspaket von Gigaset enthält eine Basisstation, einen Türsensor und eine Alarmsirene. Gefunkt wird mittels DECT ULE gemäß ETSI TS 102 939-1.
© Gigaset

In Deutschland bietet Gigaset ULE-basierte Sicherheitslösungen an. Darüber hinaus hat die Deutsche Telekom ULE-basierte Tür- und Fensterkontakte im Sortiment. Ansonsten wird der ULE-Funkstandard noch vom FRITZ!Box-Hersteller AVM genutzt, der unter anderem smarte LED-Lampen, Heizthermostate, Funkschalter und intelligente Steckdosen im Sortiment hat. Dedizierte Security-Produkte bietet AVM also nicht selbst an. Da es sich bei ULE allerdings um einen offenen Standard handelt, können die Produkte der Deutschen Telekom in Verbindung mit den FRITZ!-Produkten genutzt werden.

Im Security-Bereich gibt es in Deutschland also gute Voraussetzungen für Hersteller, die steigende Zahl an Smart-Home-Nutzern zu bedienen, die sich mehr Sicherheit wünschen. Ob hier am Ende hiesige Unternehmen den Markt anführen oder ob Hersteller aus Übersee die Marktanteile unter sich ausmachen werden, wird mit davon abhängen wie schnell die einzelnen Unternehmen reagieren. Häufig fressen bekanntlich nicht die Großen die Kleinen, sondern die Schnellen überholen die Langsamen.

Tillmann Braun, freier Autor


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