Wertgarantie

„Wir investieren lieber in die Reparatur“

27. September 2021, 9:30 Uhr | Interview: Antje Müller
Sebastian Krahforst / Wertgarantie
© Sebastian Krahforst / Wertgarantie

Bewährte Geschäftsmodelle wurden im letzten Jahr auf den Prüfstand gestellt. Vertriebskanäle mussten zum Teil neu erschlossen werden – das galt auch für Versicherer in der Elektronikbranche. Smarthouse Pro im Gespräch mit Thilo Dröge, Geschäftsführer von Wertgarantie, zu den Veränderungen am Markt.

Smarthouse Pro: Herr Dröge, im Zuge Ihrer Jahresbilanz haben Sie Ihr Geschäftsmodell als stabil und flexibel anpassbar beschrieben. Was bedeutet das konkret? Gerade auch vor dem Hintergrund, dass Vertriebskanäle teils weggebrochen sind und andere neu aufgebaut wurden. Was macht Ihr Geschäftsmodell aus?
Thilo Dröge: Einerseits genau diese Spezialisierung auf drei Säulen. Hier sind wir die Experten und da macht uns auch keiner etwas vor. Wir wissen, wie man Elektrogeräte, Fahrräder oder auch Haustiere nicht nur versichern, sondern auch den Service drumherum aufbauen und dann auch wiederum die Spezialisierung und Fokussierung auf die Partnerschaft mit dem Fachhandel umsetzen kann. Darauf haben wir unsere Prozesse aufgebaut. Für unsere Partner haben wir eine Fachhändler-Telefon-Hotline eingerichtet. Da haben Sie kein Besetztzeichen, keine Warteschleife und ein Mensch sitzt am Telefon. Bei anderen klassischen Versicherungen müssen oft Anträge geschrieben werden und man wartet zwei Wochen auf eine Rückmeldung. All das erlauben wir uns nicht. Bei jährlich 500, teilweise 1.000 neuen Fachhandelspartnern, müssen wir natürlich in Manpower und in Technik investieren. Aber das resultiert dann darin, dass wir wissen, der Händler oder auch der Servicetechniker hat dem Kunden eine Empfehlung abgegeben. Wenn ein Schaden auftritt, dann muss das genauso leicht und schnell funktionieren. Deshalb sind wir so stabil und positiv und deshalb sind wir in anderen Feldern nicht aktiv. Man muss sich auf eins konzentrieren und in diesem Bereich wachsen, also mit neuen Sortimenten, mit neuen Produkten, mit technischen Lösungen. Das macht dann auch die Verlässlichkeit und auch die Stärke von Wertgarantie aus.

Smarthouse Pro: Digitale Angebote sind in letzter Zeit gefragt wie nie. Hat Wertgarantie im Zuge der starken Verzahnung des klassischen Fachhandels mit digitalen Angeboten seit dem vergangenen Jahr auch neue Versicherungsbereiche erschließen können?
Dröge: Wir arbeiten nach wie vor überwiegend mit dem klassischen Fachhandel. Aber es ergeben sich neue Projekte und Felder, wie zum Beispiel das Thema Gebäudeschutz. Hier schützen wir Strom, Gas und Wasserleitungen. Den haben wir schon seit einigen Jahren im Portfolio und er wird immer stärker genutzt. Das ist etwas, wo der Partner ohne Wareneinsatz zu Kundenbindung und auch zu Rohertrag kommen kann. Aber auch das Thema Projektgeschäfte in Schulen oder auch für Firmen, die Homeoffice-Lösungen brauchen, ist sehr stark. Das sind neue Felder, die entstanden sind. Dadurch, dass Wertgarantie alle Elektrogeräte schützt, haben wir natürlich viele Segmente, die sich unterschiedlich entwickeln. Das heißt, vom Notebook über die Kaffeemaschine bis zur Waschmaschine im Waschsalon. Oder die ganze Heimelektronik sowie Gartengeräte und Elektrowerkzeuge.
Als weitere Säule bauen wir gerade das ganze Thema Hörgeräte aus. Auch hier sehen wir, dass wir sehr viele Partner gewinnen können. Dabei hilft die Onlinekommunikation, durch die der Hörgerätenutzer über strategische Partnerschaften den Hörgeräteakustiker findet. Neben Homeoffice sprechen wir auch das Thema Schulprojekte an. Hier haben wir zwei neue Produkte aufgelegt: School Protect und Digitalschutz. Das sind sicherlich absolut wachsende und boomende Felder.

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