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Energieeffizienz

Warum heizen, wenn niemand zu Hause ist?

25. Mai 2021, 11:26 Uhr   |  Interview: Antje Müller

Warum heizen, wenn niemand zu Hause ist?
© Lupus

Matthias Wolff, Co-Gründer und Geschäftsleiter von Lupus

Digitale Lösungen können den Verbrauch bei Strom und Heizung bedarfsorientiert steuern. Smarthouse Pro im Gespräch mit Matthias Wolff von Lupus, einem Hersteller für Sicherheitstechnik und Smart-Home-Lösungen, über die Möglichkeiten digitaler Technologien im Zuge der Energiewende.

Smarthouse Pro: In EU-Haushalten machen Heizung und Warmwasser rund 79 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs aus. Zwar wurde der Wärmeverbrauch neuer Gebäude laut IWU durch energetische Vorschriften stark verringert, der Gesamt-Wärmeverbrauch ist allerdings kaum gesunken – vielleicht auch aufgrund des Trends hin zu kleineren Haushalten und einem größeren Wohnflächenbedarf pro Person. Was bedeutet das aus Ihrer Sicht für intelligente energetische Maßnahmen im Eigenheim?

Matthias Wolff: Der bedarfsoptimierte Verbrauch kann mittlerweile durch digitale Lösungen kostengünstig organisiert werden. Warum sollten Räume auf voller Leistung beheizt werden, wenn niemand zu Hause ist? Wie oft ist der Heizkörper aktiviert, obwohl darüber das Fenster offensteht? Wie viele Geräte sind das ganze Jahr im Stand-by-Modus und verbrauchen währenddessen fleißig Strom? Interessant ist doch, dass in den meisten Eigenheimen während der normalen Zeiten tagsüber oft keiner da ist, dennoch läuft die Heizung und unzählige Stromverbraucher sind aktiviert. Allein über die Steuerung von Geräten durch An- und Abwesenheit könnte viel Energie und dem Verbraucher eine Menge Geld gespart werden.

Smarthouse Pro: Vor allem in älteren Gebäuden entstehen unter anderem über die Außenwände hohe Wärmeverluste und nicht immer greift die Wärmeregulierung. Welche Smart-Home-Systeme könnten hier zum Einsatz kommen und welche Funktionen machen Sinn?

Wolff: Die digitale Regulierung von Heizung, Licht und Stromverbrauchern führt unserer Ansicht nach zu höheren Einsparungen und ist weitaus günstiger und effizienter und insbesondere schneller zu realisieren als die energetische Sanierung von Gebäudeaußenwänden. Aber im Grunde schließen sich diese Maßnahmen nicht aus. Je weniger Energie ein Gebäude verbraucht, desto besser.

Smarthouse Pro: Mit welchen Systemen im Haus könnte sich ein intelligentes Heizsystem wiederum vernetzen lassen?

Wolff: Man kann mittlerweile Hausfunktionen wie Heizung, Strom, Wasser, Sicherheit, Entertainment und Convenience intelligent in einem System vernetzen, zudem auch Services wie ambulante Pflege, Lieferdienste, Versicherungen und vieles andere mehr.

Smarthouse Pro: Aber vor allem Bereiche wie Sicherheit, Licht, Unterhaltung und auch Raumklima dominieren derzeit den Smart-Home-Markt. Was könnte für einen Durchbruch der intelligenten Heizungssteuerung sorgen?

Wolff: Gerade die Organisation von An- und Abwesenheit ist ein wichtiger Punkt. Zum Beispiel kann eine Alarmanlagenfunktion dabei helfen zu wissen, wann die Bewohner zu Hause sind. Diese Kenntnis lässt sich einfach mit digitalen Heizungsthermostaten vernetzen. Dazu müssen nur die herkömmlichen Thermostate abgeschraubt und die digitalen Thermostate aufgeschraubt werden. Verlässt der Bewohner das Haus, stellt er die Alarmanlage scharf und die Heizkörper werden automatisch runter geregelt. Kommt man nach Hause, regeln sich die Thermostate wieder nach oben.

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2. Datenschutz im Eigenheim

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