Schwerpunkte

Roboter in der Pflege

Von Wegbegleitern und smarten Hilfskräften

15. Dezember 2020, 10:30 Uhr   |  Lukas Steiglechner

Von Wegbegleitern und smarten Hilfskräften
© Camy Duong Photographie

Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung und auch Senioren könnten oft Unterstützung im Alltag gebrauchen. Ihre Unabhängigkeit stets im Vordergrund. Alternativ zum Einzug einer Pflegekraft oder dem Auszug aus dem eigenen Heim, können Roboter und intelligente Devices das Leben erleichtern.

Der Alltag im Haushalt ist geprägt von vielerlei Aufgaben und Tätigkeiten, derer sich Bewohner teils gar nicht bewusst sind, da sie eher trivial erscheinen. Doch für manche Mitglieder der Gesellschaft stellen auch vermeintlich leichte Tätigkeiten Hürden dar. Besonders Senioren und körperlich beeinträchtigte Menschen sind oft auf Unterstützung angewiesen. In vielen Fällen sehen die Betroffenen keinen Weg vorbei an Pflege- und Altenheimen. Allerdings bedeutet diese Lösung für viele ein Verlust ihrer Freiheit und Selbstbestimmung. Daher gewinnt die Unterstützung durch Pflegekräfte, innnerhalb der eigenen vier Wände, an Bedeutung. Jedoch nimmt gleichzeitig der Pflegekräftemangel immer weiter zu, sodass der Bedarf kaum gedeckt werden kann. Dies wird vor allem im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel deutlich. Denn eine mögliche Prognose des Statistischen Bundesamts besagt, dass bis zum Jahr 2060 bei moderater Geburtenhäufigkeit, Lebenserwartung und moderatem Wanderungssaldo 27 Prozent der Bevölkerung in Deutschland das 67. Lebensjahr überschritten haben werden.

In Japan ist diese Entwicklung noch ausgeprägter als in Deutschland. Deshalb wird dort bereits seit Jahren an möglichen Unterstützungskonzepten im Bereich der Altenpflege gearbeitet. Die Überalterung der Gesellschaft führt zu einem erhöhten Bedarf an Ambient-Assisted-Living-Technologien (auch Active Assisted Living, AAL). Hierunter fallen unter anderem Systeme, Konzepte, Produkte und Dienstleistungen, die das alltägliche Leben von beispielsweise älteren Menschen unaufdringlich unterstützen sollen. Deshalb wird im deutschen Sprachgebrauch von “alltagstauglichen Assistenzlösungen für ein selbstbestimmtes Leben” gesprochen.

Seniorengerechtes Smart Home
Ein Aspekt von AAL sind Smart-Home-Lösungen. So kann Gebäudeautomation diverse Aufgaben unauffällig übernehmen. Durch intelligente Licht- und Klimasteuerung müssen sich Senioren beispielsweise weniger Mühen wegen Rollläden oder Heizkörpern machen. Auch im Sicherheitsbereich kann eine Gebäudeautomation für Senioren Sinn machen. So stellen intelligente Fußböden mithilfe von Sensoren fest, ob ein Bewohner gestürzt ist und setzen gegebenfalls eine Benachrichtigung über das Smart-Home-System ab.

Doch nicht nur ein intelligentes Gebäude kann Menschen mit Einschränkungen unterstützen, es gibt auch andere weitaus autonomere Wegbegleiter im AAL-Bereich: Roboter.

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1. Von Wegbegleitern und smarten Hilfskräften
2. Roboter – Freund und Helfer
3. Die Hürden: Kosten, Ethik und Technologie
4. Die breite Palette der robotischen Gefährten
5. Begleiter gegen die Einsamkeit
6. Es muss nicht immer ein Roboter sein

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