Energieeffizienz

Vier kleine, (mobile) Wände

4. August 2021, 15:32 Uhr | Antje Müller
www.rolling-tiny-house.de 2020
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Aktuell dreht sich der Alltag vor allem um die eigenen vier Wände. Das hat wiederum Einfluss auf den Energiebedarf. Hier sind neue Konzepte gefragt. Weg von herkömmlichen Wohnmodellen, hin zu einem verkleinerten ökologischen Fußabdruck: Ein Tiny House könnte eine Alternative sein.

Mehr Selbstorganisation, eigenverantwortliche Arbeitsmodelle und rund um die Uhr in der Nähe der Familie sein. Im Zuge des sich zusehends vermischenden privaten und beruflichen Alltags ist das Eigenheim zum Dreh- und Angelpunkt geworden. Zugleich steigt der Wunsch nach Außenkontakt, Abwechslung und neuen Erfahrungen. In Zeiten des „New Normal“ baut sich in den heimischen vier Wänden mehr Druck auf und die zu verwaltende Wohnfläche kann plötzlich zur Last werden. Im Zuge der aufkommenden neuen Sehnsucht, bald nicht mehr nur über den eigenen Gartenzaun blicken zu können, rechnet die Tourismusbranche schon jetzt mit einer erheblichen Nachfrage. Für das Segment Reisen und Tourismus prognostiziert beispielsweise Statista schon in diesem Jahr einen Umsatz von etwa 40,6 Milliarden Euro in Deutschland. Das bedeutet insbesondere für die Privat- und Ferienwohnungsvermietung einen Anstieg um rund 29,8 Prozent gegenüber den Covid-bedingten Einbußen im vergangenen Jahr (-40,1  Prozent). Hotelbetreiber sowie regionale und internationale Gastgeber stehen bereits in den Startlöchern. Ein allgemeiner Trend zur Wohnungsflucht, der sich aber auch in neuen Wohnkonzepten niederschlagen kann.

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Lebenswerteres Wohnen

Sogenannte Tiny Houses wurden bisher wohl eher belächelt. Doch was zuvor nicht viel mit energieeffizientem oder ökologischem Denken zu tun hatte, bietet im Zeitalter von Urbanisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit ganz neue Perspektiven. „Einige minimalistische Wohnformen verfügen über ein ausgefeiltes Autarkiekonzept, das unter anderem auf Solarbetrieb setzt, und sind mit einem eigenen System für das Energiemanagement ausgestattet“, erklärt Andreas Bindner, Produktmanager bei Eberle.

Derzeit ist der Trend zu beobachten, dass Haushalte immer kleiner werden, während der Bedarf an Wohnfläche stetig steigt. Nach Prognosen der Universität Freiburg soll dieser nochmals um bis zu sechs Prozent zunehmen. Parallel befördert der Klimaschutzplan Überlegungen, für jede Immobilie künftig innovative Technologien und erneuerbare Energien miteinzubeziehen, um energieeffizienter, gesünder und lebenswerter zu wohnen. Das zugrunde liegende Fördersystem um das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) unterstützt bereits seit 2009 den Einsatz von Systemen zur nachhaltigen Wärme- und Kälteversorgung und macht ihre Implementierung für Eigentümer neu errichteter Gebäude ab 50 Quadratmeter Nutzfläche sogar zur Pflicht. Mit der vor Kurzem eingeführten Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) für das „Efficiency Smart Home“ kann darüber hinaus nun auch von der Nutzung intelligenter Systeme für das Energiemanagement profitiert werden.


  1. Vier kleine, (mobile) Wände
  2. CO2-Emmisionen beim Energieverbrauch
  3. Energetische Maßnahmen für Groß und Klein
  4. Wärmeverlust über Außenwand
  5. Wärmepumpe oder Solarthermieanlage

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