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Haustechnik

Steckdosen mit Köpfchen

23. September 2020, 12:34 Uhr   |  Sabine Narloch

Steckdosen mit Köpfchen
© Eve

Sie befinden sich in jedem Haus, in jedem Zimmer und mitunter sogar im Garten: Steckdosen. Kam in den vergangenen Jahrzehnten hier „nur“ der Strom heraus, können intelligente Steckdosen in einem Smart Home noch wesentlich mehr.

Grundsätzlich kommt Steckdosen in der Regel nicht viel Aufmerksamkeit zu. Meist ist einfach nur wichtig, dass sie in ausreichender Zahl und an den richtigen Stellen vorhanden sind. Doch beim Thema Smart Plugs, wie smarte Steckdosen auch genannt werden, lohnt sich ein genauerer Blick. Denn diese bieten den Bewohnern eines Smart Home noch mehr Funktionen als die reine Stromversorgung von Elektrogeräten. Diese Steckdosen sind letztlich ein Zwischenstecker, der in die vorhandene Steckdose gesteckt wird. Mit diesen Zwischensteckern lassen sich beispielsweise ältere Geräte über eine Handy-App ein- und ausschalten. Die Smart Plugs kommunizieren dann über WLAN, Bluetooth, DECT, ZigBee, Z-Wave oder einen herstellereigenen Funkstandard. Das Energiemanagement ist laut Smart Home Monitor 2019 des Marktforschungsinstituts Splendid Research ein wichtiger Aspekt eines Smart Homes. So nutzten von rund 1.500 für die Studie befragte Deutsche 54 Prozent Anwendungen für das Energiemanagement. Darüber liegt demnach mit 67 Prozent nur das Segment Entertainment und Kommunikation. Andere Anwendungsbereiche wie Gebäude- und Wohnsicherheit (37 Prozent) oder Hausautomation und Komfort (29 Prozent) wurden demnach seltener genutzt. Innerhalb des Energiemanagements wiederum stehen intelligente Steckdosen recht weit oben in der Gunst der Smart-Home-Anwender, wie eine repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom ergab. Mit zehn Prozent gehören sie beim Thema Energie nach intelligenter Beleuchtung (18 Prozent) und intelligenter Heizung (14 Prozent) zu den Top drei.

Nützliche Funktionen
Die Installation einer intelligenten Steckdose ist in der Regel einfach. Ein Smart Plug wird in die vorhandene, herkömmliche Steckdose gesteckt, anschließend die Verbindung via App abgeschlossen, die Steuerung erfolgt über Smartphone oder Tablet. So lässt sich beispielsweise die Kaffeemaschine vom Bett aus anschalten. Viele Modelle können zudem mit einem Sprachbefehl bedient werden, beispielsweise per Amazon Alexa, Google Assistant oder Siri.

Aber es geht auch noch einen Schritt weiter, indem sich ganze vorprogrammierte Abläufe starten lassen. Da der Mensch ein Gewohnheitstier ist, lohnt es sich gegebenenfalls, solche Routinen zu nutzen. Über individuelle Zeitpläne können regelmäßige Abläufe durch das An- und Ausschalten der smarten Steckdose delegiert werden. Soll der Fernseher nicht die ganze Nacht über im Standby-Modus bereitstehen, kann diesem automatisch zu einer bestimmten Zeit die Stromzufuhr gekappt werden; zudem können Nutzer beispielsweise festlegen, dass im gleichen Zug die Stehlampe im Wohnzimmer ausgeht. Der umgekehrte Fall ist ebenfalls ein Klassiker: Ist zur Urlaubzeit niemand im Haus, können Anwender Lampen automatisiert nach einem bestimmten Zeitplan an- und ausschalten lassen.

Weitere Szenarien sind beispielsweise der Einsatz eines wöchentlichen Kalenders oder die Steuerung über einen Google-Kalender. Ist immer donnerstags ein Serienabend angesetzt, schalten sich rechtzeitig die Lampen ein und die Kaffeemaschine brüht Kaffee. Auch eine automatische Schaltung, die sich nach dem Sonnenauf- und -untergang richtet, ist darüber hinaus möglich.

Manche Steckdosen bieten zudem eine Steuerungsoption aus der Ferne beziehungsweise von unterwegs aus. Das berühmte Bügeleisen, bei dem man sich nicht sicher ist, ob es wirklich ausgeschaltet wurde, gehört dann der Vergangenheit an. Eine Geofencing-Funktion erkennt, ob man sich noch zuhause aufhält oder nicht – und schaltet bei Abwesenheit entsprechend smarte Steckdosen automatisch ab.

Der beste Stromverbrauch ist der, der gar nicht erst entsteht. Stromfresser in den eigenen Wänden zu identifizieren ist daher ein wichtiger Aspekt. Dabei können smarte Steckdosen helfen, wenn die Modelle auch den Verbrauch messen. Je nach Modell sieht der Nutzer über die App beispielsweise, wie hoch der tägliche Verbrauch der angeschlossenen Geräte ist.

Steckdose für den Garten
Apropos draußen: Auch im Garten benötigt man immer wieder Strom, sei es für die Musikanlage oder auch die Gartenbeleuchtung. Solche Steckdosen-Modelle sind im Vergleich zu geschlossenen Räumen besonderen Bedingungen ausgesetzt. So legen Hersteller diese auf einen erweiterten Temperaturbereich aus. Auch Spritzwasserschutz ist darüber hinaus ein wichtiger Punkt; schließlich werden im Garten mit einem Schlauch Beete gegossen. Da kann mal ein Tropfen in Richtung Steckdose gehen.

Einer der wichtigsten Aspekte bei der Wahl des richtigen Produktes ist jedoch die Frage, welchen Funkstandard die smarte Steckdose verwendet. Ist es ein universeller Standard wie Zigbee, dann kann man das Gerät herstellerübergreifend in entsprechende Systeme integrieren. Wird hingegen eine proprietäre Funktechnologie genutzt, sind in der Regel die Produkte des jeweiligen Herstellers kompatibel, mitunter benötigen Anwender auch eine zusätzliche Basisstation. Insbesondere wenn man schon ein Smart-Home-System besitzt, ist der Aspekt der Kompatibilität wichtig. Ist das nicht der Fall, dann ist eine smarte Steckdose, die auch ohne Basisstation läuft, eine schnelle Möglichkeit, Wohnung oder Haus „smart“ nachzurüsten.

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