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HEMIX Home Electronics Markt Index

Stay@home lässt Home-Electronics-Markt wachsen

01. März 2021, 15:51 Uhr   |  Antje Müller

Stay@home lässt Home-Electronics-Markt wachsen
© gfu

Der Home-Elektronics-Markt hat sich im Jahr 2020 Pandemie-bedingt stark verändert. Das erwartete Negativszenario blieb allerdings aus. Homeoffice, Homeschooling und Homecooking führen zu verstärkten Investitionen als Ausdruck der steigenden Bedürfnisse nach Komfort, Unterhaltung aber auch Kontakt.

In allen Produktsegmenten wächst der Home Electronics Markt 2020 um 11,6 Prozent auf mehr als 47,5 Milliarden Euro, so das Ergebnis des Home Electronics Market Index HEMIX. Consumer Electronics-Geräte schlagen die Brücke zu den Kontaktbeschränkungen und verbinden Menschen privat wie geschäftlich. Gleichzeitig sorgen sie für Unterhaltung, Informationen und bieten Komfort für den Alltag. Ein Trend geht dabei insbesondere zu mehr Nachhaltigkeit und Hochwertigkeit. Von einer nicht erwarteten und deutlich gestiegenen Nachfrage profitiert der Home Electronics Markt insbesondere in den Produktkategorien Consumer Electronics und Elektro-Hausgeräte. Dabei bescherte der Branche das Bedürfnis nach adäquater technischer Ausstattung für das Arbeiten und Unterrichten von zuhause aus sowie das parallel gestiegende Kontakt- und Komfortbedürfnis deutliche Umsatzzuwächse für das Gesamtjahr 2020. Kai Hillebrandt, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu Consumer & Home Electronics GmbH, bleibt in Anbetracht der zukünftigen Entwicklung des Gesamtmarktes der Consumer Electronics sowie der Elektro-Hausgeräte in 2021 dennoch "vorsichtig optimistisch".

Geänderter Konsum in Richtung "Cocooning"

Die Verlagerung in den privaten Bereich lässt KonsumentInnen insbesondere auf Geräte fokussieren, die bei der Essenszubereitung unterstützen oder den Komfort bei der Haushaltsführung erhöhen. Neben der wieder entdeckten Freude am Kochen erhalten, laut Hildebrandt, Elektro-Großgeräte und insbesondere Gefriergeräte einen "Riesenschub" und verzeichnen ein Plus von 10,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aber auch unter den Kleingeräten sind mit 21,3 Prozent im ersten Quartel 2020 starke Zuwächse festzustellen. Gründe liefern hier unter anderem Produkte der Bereiche Personal Care und Beauty aber auch Hygiene. So stieg die Nachfrage nach Haar- und Körperpflege (+5,1 %) und fast jeder zieht mittlerweile in irgendeiner Weise die Anschaffung von Geräten zur Luftgeräte in Betracht (+153,8 %).

Entertain@home

Deutsche KonsumentInnen zeigen dazu Tendenzen zu mehr Wertigkeit und offenbaren eine höhere Zahlungsbereitschaft. Treiber des um fast zehn Prozent auf 30,5 Mrd. Euro gewachsenen Consumer-Electronics-Segments sind, neben Unterhaltungselektronik (+6,3 % auf 9,3 Mrd.) vor allem privat genutzte Telekommunikation (+4,5 % auf 12,7 Mrd.) und IT-Produkte (+ 23,9 % auf 8,5 Mrd.). Dabei werden Spielekonsolen (+17,6 %) verstärkt nachgefragt und auch der TV-Geräte-Markt zeigt konstant positive Entwicklungen mit einem erhöhten Absatz im Ultra HD-Bereich (+11,2 % auf 4 Mrd.). Smartphones als typisches Design-Mode-Produkt zeigen demgegenüber eher schwache Umsatzentwicklungen mit einem Plus von 3,3 Prozent gegenüber dem Jahr 2019. Viel interessanter wurden für KonsumentInnen dafür Kopfhörer mit Wireless-Fuktion. Hier steigt die Nachfrage gegenüber dem Vorjahr um 45,6 Prozent und ist damit klarer Ausdruck für die starke Entwicklung, sich zuhause zu entertainen.

Nichts geht ohne Display

Außergewöhnlich stark gestiegen ist die Nachfrage nach IT-Produkten wie PCs (+10,7 %), Notebooks (26,8 %), Tablet-PCs (26,8 %) oder auch  Monitoren (64 %), die insbesondere aufgrund der Homeoffice-Homeschooling-Situation auch vemehrt mit integrierten Lautsprecher und Mikrofon angeschafft werden. Somit verzeichnen gerade Produkte mit einem Bildschirm eine zweistellige Steigerung bei Umsatz und Stückzahl im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt sei es jedoch, laut Hildebrandt, schwer eine Prognose zu treffen. Zwar werden weitere positive Entwicklungen durchaus erwartet, aber eine vorsichtige Entwicklung sei wichtig. "Wir sind uns bewusst, dass uns das Jahr 2020 mit der Corona-Pandemie eine Sonderkonjunktur beschert hat. Dies wird im laufenden Jahr so nicht wiederholbar sein." Im "respektvollen Umgang" mit der Situation biete sich allerdings für die Elektronik-Branche die Chance, sich weiterzuenwickeln. Ausgegangen wird insgesamt von einem positiv stabilen Markt, der sich auch für das kommende Jahr fortsetzen soll.

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