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Energieeffizienz

Sonnenkraft smart nutzen

22. Juli 2020, 14:00 Uhr   |  Sabine Narloch

Sonnenkraft smart nutzen
© Norbert Preiß, Smarthouse Pro

Aus der Kraft der Sonne lässt sich Energie gewinnen – im Privathaushalt genauso wie im beruflich-gewerblichen Umfeld. Gehen Photovoltaikanlagen und Speicherlösungen mit smarten Lösungen Hand in Hand, lässt sich die gewonnene Energie intelligent und nachhaltig einsetzen.

Die Sonne schafft nicht nur eine schöne Atmosphäre in Biergarten oder Straßencafé – sie scheint auch kostenlos vom Himmel. So hat sich der Feuerball im All als Energielieferant immer mehr etabliert. Der Deutsche Wetterdienst zählte für das Jahr 2019 in Deutschland 1.800 Stunden Sonnenschein. Damit wurde das Soll von 1.544 um 18 Prozent übertroffen. Hotspot im wahrsten Sinne war am Hochrhein, dort gab es rund 2.120 Stunden Sonnenschein; am wenigsten abbekommen haben der Norden Deutschlands sowie das Sauerland mit örtlich unter 1.500 Stunden.

Alles in allem also ganz gut „Brennstoff“ für die über 1,6 Millionen Photovoltaikanlagen, die laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Ende 2018 in Deutschland in Betrieb waren. Diese stellten mit rund 45 Gigawatt Leistung den zweitgrößten Anteil der Stromerzeugungssysteme bei den erneuerbaren Energien; an erster Stelle steht hier Windenergie an Land mit einer Leistung von über 52 Gigawatt.

Nun hatten es regenerative Energien über viele Jahre hinweg nicht leicht. Doch die Skepsis in Politik und Bevölkerung wird weniger. Wer durch Deutschland fährt, sieht auf immer mehr Dächern und Feldern Solarzellen im Sonnenlicht glänzen. Selbst das erste Haus der Republik – das Bundeskanzleramt – erzeugt Energie via Sonne. Die im Jahr 2017 erneuerte PV-Anlage auf den Flachdächern des Gebäudekomplexes hat eine Leistung von 200 kWp und erzeugt Energie, die komplett im Bundeskanzleramt verbraucht wird.

Die Sonne einfangen
Im ersten Schritt geht es bei einer Photovoltaik-Anlage darum, die Solarstrahlung bestmöglich aufzunehmen. Ideal ist, wenn diese senkrecht auf die Module trifft. Doch über den Tag und über das Jahr verändert sich der Einfallswinkel der Sonne auf dachparallel montierte Module. Um diesem Fakt gerecht zu werden, gibt es PV-Anlagen mit Nachführsystemen. Solche Anlagen können immer einen optimalen Winkel zur Sonne einnehmen. Im Vergleich zu statischen Aufdachanlagen sollen sich dadurch Solarerträge deutlich verbessern lassen: Schätzungen gehen davon aus, dass es sich bei diesem Zuwachs um einen höheren zweistelligen Prozentsatz handeln kann. Der Hersteller der All-in-One-Solarlösung „Smartflower Pop“ spricht sogar von bis zu 40 Prozent durch solche Features. Die an eine Blume erinnernde Anlage ist zudem ein Beispiel für einen besonderen Hingucker – sei es im heimischen Garten oder in den Außenflächen eines Bürokomplexes. Schließlich ist eine PV-Anlage für Privatpersonen wie Unternehmen auch zu einer Prestige-Angelegenheit geworden. So sagt Robert Lademann von IBC Solar, einem Systemhaus für Photovoltaik und Energiespeicher, gegenüber Smarthouse Pro, dass der Gewerebereich zwar in erster Linie wirtschaftlich getrieben sei. Hinzukomme aber, „dass die Themen ‚Carbon Footprint‘ und Nachhaltigkeit auch in diesem Sektor verstärkt im Fokus liegen.“

Smartflower Solar
© Smartflower Solar

Wie bei einem Blütenkelch entfalten sich die Solarmodule der “Smartflower”; sie folgen vollautomatisch der Sonne.

Die Smartflower-Anlage entfaltet vollautomatisch den kreisrunden, 18-Quadratmeter großen Solarmodulfächer. Dieser folgt per zweiachsiger Nachführung kontinuierlich der Sonne und richtet sich immer im 90-Grad-Winkel zur ihr aus. So kann die Anlage die ersten wie die letzten Sonnenstrahlen effizienter nutzen als statische Aufdachanlagen. Die astronomische Steuerung funktioniere laut Unternehmensangaben auch bei Bewölkung und sei somit im gesamten Tagesverlauf gewährleistet. Durchschnittlich liefere die „Smartflower“ etwa 4.000 kWh pro Jahr. Ein Zwei-Personen-Haushalt verbraucht gemäß Statistischem Bundesamt jährlich etwa 3.200 kWh. Während abends Blumen ihre Kelche schließen, faltet die Anlage ihren Fächer in einer Sicherheitsposition zusammen. Sensoren überwachen zudem die Windgeschwindigkeit; liegt diese höher als 54 km/h, geht die Anlage ebenfalls in eine Sicherheitsposition. Nebeneffekt des Auseinander- und Zusammenfaltens: Der Fächer reinigt sich dabei selbst und beseitigt Staubablagerungen oder Schnee, beides könnte den Ertrag reduzieren. Wer nicht so viel Platz in Garten oder Außenanlage hat, kann auf nachführbare Anlagen zurückgreifen, deren Module klassisch eckig sind. Diese lassen sich auf dem Boden oder aber auf dem Dach anbringen.

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2. Sonnenenergie speichern

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