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Smartes Revierdenken

11. Dezember 2020, 15:21 Uhr   |  Autor: Stefan Adelmann

Smartes  Revierdenken
© Norbert Preiß, Smarthouse Pro

Das Smart Home hält in den verschiedensten Bereichen Einzug in hiesige Haushalte. So lassen sich auch immer mehr Home-Appliance-Geräte vernetzen und in intelligente Systeme integrieren. Vor dem umfassenden Erfolg steht jedoch eine Hürde: herstellerübergreifende Interoperabilität.

Es sind spannende Konzepte, die vor allem Technikenthusiasten die Finger kribbeln lassen. Beispielsweise Samsungs „Family Hub“-Kühlschrank-Reihe. Wobei Kühlschrank hier deutlich zu kurz greift. Die Geräte verfügen über einen 21,5 Zoll großen, in die Tür integrierten Touchscreen, der es nicht nur erlaubt, Rezepte sowie einen Familienkalender anzuzeigen, sondern auch TV- und Smartphone-Inhalte zu streamen. Ganz nebenbei ist noch eine Kamera im Kühlschrank verbaut, über die auch von unterwegs die noch vorrätigen Lebensmittel überprüft werden können.

Die bereits heute umsetzbaren smarten Einsatzszenarien sind vielfältig. So lassen sich beispielsweise die mit „Home Connect“ ausgerüsteten Backöfen von Bosch beziehungsweise BSH Hausgeräte über das Smartphone oder über Amazons Alexa steuern, Temperatureinstellungen können Nutzer je nach Modell direkt aus digitalen Rezepten heraus an das jeweilige Gerät übermitteln. Und auch die Frage, ob der Ofen tatsächlich ausgeschaltet ist, soll dank Remote-Zugriff der Vergangenheit angehören. Wer es als Anwender noch etwas autonomer mag, kann mittlerweile zu zahlreichen Staubsauger-Robotern von verschiedenen Herstellern wie AEG, Dyson, Ecovacs, iRobot, Miele oder Vorwerk greifen, auf die das Prädikat „intelligent“, je nach technischer Ausrüstung, tatsächlich zutrifft, da sich die Haushaltshelfer eigenständig Wege suchen, über Sensoren Räume vermessen und so gänzlich unabhängig von externer Steuerung für Staubfreiheit sorgen.

Early Adopter und technikaffine Nutzer
Fast jeder Produktbereich des weitreichenden Haushaltsgeräte-Sortiments ist mit zahlreichen smarten Modellen ausgerüstet – von der vernetzten Dunstabzugshaube über kommunizierende Waschmaschinen bis hin zur intelligenten Zahnbürste. Noch sind viele der Geräte aber hochpreisig,  ihre Mehrwerte vor allem für Neueinsteiger nicht immer selbsterklärend und so sprechen sie vor allem Early Adopter und technikaffine Nutzergruppen an. Die bereits vorhandene Funktions- und Ideenvielfalt zeigt aber schon heute das große Potenzial der smarten Alltagshelfer auf.

Noch haben die Anbieter jedoch eine gewaltige Hürde zu nehmen: Die Interoperabilität. Viele Hersteller setzen aktuell auf eigens entwickelte, in einigen Fällen recht abgeschottete Smart-Home-Systeme, die vor allem eigene sowie Geräte von etwaigen Partnern vernetzen. So hat Miele beispielsweise „Miele@home“, Bosch bietet „Home Connect“ und Samsung „SmartThings“. Es herrscht ein reges Revierdenken, die Anbieter möchten ihre jeweiligen Systeme aktuell als den neuen Standard auf dem Markt etablieren und zeigten sich bisher allenfalls punktuell aufgeschlossen dafür, auch mit etwaigen Wettbewerbern zusammen übergreifende Lösungen zu entwickeln. Dabei unterstreichen bereits seit vielen Jahren verschiedenste Experten und Marktbeobachter, dass dem Smart-Home-Bereich für einen Durchbruch in der Breite vor allem mehr Offenheit und Interoperabilität fehlt. Der größte Mehrwert der vernetzten Lösungen soll für die Nutzer immerhin eine zentrale, einheitliche Steuerung sein – hier mutet es reichlich anachronistisch an, wenn Anwender für zehn Geräte nach wie vor fünf verschiedene Apps nutzen müssen.

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1. Smartes Revierdenken
2. Kein Stillstand
3. Connected Home Over IP

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