Lars, but not Least: Amazon Astro

Smarter Roboter mit Tendenz zum Suizid

Amazon Astro
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Nach Amazons Ankündigung neuer Geräte für das vernetzte Heim laufen Datenschützer Sturm. Für sie ist insbesondere der Roboter Astro die perfekte Überwachungsmaschine für den Konzern. Ein Insider berichtet indes, dass sich das Problem in vielen Fällen von selbst lösen könnte.

Mit einem ganzen Bündel neuer Geräte macht sich Amazon daran, seine mit den Echo-Geräten und der digitalen Assistentin Alexa und den Ring-Produkten eroberte Vormachtstellung im vernetzten Haushalt weiter auszubauen. Im Zentrum stehen soll dabei das neue Echo Show 15, eine Art smarte Version der klassischen Wochenplaner und Whiteboards mit Alexa an Bord. Über den 15,6 Zoll großen Touchscreen lassen sich wichtige Informationen abrufen und anzeigen sowie einige vernetzte Geräte überwachen und steuern, ein Zigbee-Hub ist jedoch nicht integriert. Damit soll sich das Gerät zur Organisationszentrale empfehlen und Familien bei der Planung von Aufgaben, Terminen, Essensplänen und mehr helfen. Indem es die Gesichter der einzelnen Familienmitglieder erkennt, kann es ihnen zielgerichtet Nachrichten zuspielen und individuell angepasste Widget-Übersichten bieten. Ansonsten kann das Gerät auch für Streaming oder als digitaler Bilderrahmen verwendet werden.

Noch einen Schritt weiter geht – oder vielmehr rollt – Amazons erster Haushaltsroboter Astro. Mit Kamera, Bildschirm und Mikrofonen ausgestattet, macht er die Alexa-Welt quasi mobil und kann sich durch die Wohnung oder das Haus bewegen und die Bewohner bei diversen Aufgaben unterstützen. Wozu das gut sein soll, konnte Amazon bei der Vorstellung nicht sonderlich plausibel darlegen, führte als Beispiele aber vor allem die Rundum-Echtzeit-Überwachung, auch aus der Ferne, sowie die Begleitung und Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen im Haushalt an. Sicher ist man sich hingegen, dass Roboter in den nächsten Jahren zu einem Hype werden, bei dem man selbstredend wieder ganz vorne mitspielen will. „Wir glauben, dass in fünf bis zehn Jahren jeder Haushalt mindestens einen Roboter haben wird“, erklärte Amazons Gerätechef Dave Limp bei der Vorstellung.

Für Datenschützer war die Vorstellung dementsprechend ein Menetekel für die drohende Rundumüberwachung der Kunden durch Amazon. Dabei beruhigt es sie auch kaum, dass Amazon darauf hinweist, dass die Personalisierung nur auf eigenen Wunsch aktiviert werde und die persönlichen Profile und sensible Daten, wie etwa die von Astro gesammelten Navigationsdaten, sowohl beim Echo Show 15 als auch beim Astro nur lokal gespeichert werden. Darüber hinaus setze man „die besten verfügbaren Sicherheitstechniken“ ein und kontrolliere auch die Sicherheit der Hardwarekomponenten entsprechend. Gleichzeitig ist klar, dass Amazon sich von den Geräten einen weiteren Vorsprung für Alexa und ihre Algorithmen durch eine entsprechende Datenbasis erhofft. Zudem gibt es sogar interne Stimmen, die ernsthafte Zweifel an der versprochenen Sicherheit aufkommen klassen.

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