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Smarte Weiße Ware ist im Kommen

24. Januar 2020, 09:33 Uhr   |  Autor: Folker Lück / Redaktion: Alexandra Hose

Smarte Weiße Ware ist im Kommen
© baloon111/123rf

Smarte Backöfen, Kühlschränke mit Kameras, kommunizierende Waschmaschinen – ist das bloß geschicktes Hersteller-Marketing, oder werden solche Produkte den Markt erobern? Immer weniger Wissen über Haushalt und Lebensmittel gepaart mit Spaß an Apps & Co. könnten bald zum Erfolg beitragen.

Laut einer aktuellen Studie der Universität Stuttgart wandern jährlich 13 Millionen Tonnen Lebensmittel in Deutschland in den Müll. Mehr als die Hälfte werfen Verbraucher jedes Jahr zu Hause weg, weil die Gurke nicht mehr knackig ist oder das Haltbarkeitsdatum auf dem Joghurtbecher überschritten ist. Zu viel, finden Kühlschrankhersteller wie Bosch, Siemens oder Liebherr. Neue Kühlfächer, integrierte Kameras und ein Vakuum-Frischhaltesystem sollen Kunden deshalb dabei helfen, Nahrungsmittel vor der Mülltonne zu bewahren. Zudem können Kühlschrankkameras mit Lebensmittelerkennung dazu beitragen, dass Verbraucher besser informiert sind. Gerade Smartphone-affine und umweltbewusste Käufer werden sich von solchen Offerten zunehmend angesprochen fühlen. Und auch für den sparsamen Otto Normalverbraucher gibt es Argumente: Wer sein Essen smarter kühlt, muss weniger wegschmeißen!

Doch nicht nur das smarte Kühlaggregat könnte sich zur Wunderwaffe gegen abnehmende Umsätze im Weiße-Ware-Segment mausern – vorausgesetzt, der Fachhändler präsentiert die Technik überzeugend und der Käufer ist nicht mittellos. Auch andere Produkte überzeugen: Boschs neuester Backofen weiß genau, wie lange der Rollbraten noch braucht. Im 30-Sekunden-Takt erhalten Nutzer die aktuelle Prognose der verbleibenden Backzeit. Woher der Ofen die kennt? Der Sensor-Backofen greift auf Cloud-Informationen zu, in der Daten von tausenden Back- und Bratvorgängen gespeichert sind. Auch die eigenen Daten jedes Backvorgangs fließen hier anonymisiert ein.

Waschmaschinen mit Spaßfaktor
Selbst der vermeintlich langweiligen Waschmaschine kann mittels smarter Technologie ein Mehr an Leistung und – nicht zu vergessen – Spaßfaktor eingefügt werden. Wenn es nach dem Hausgeräthersteller Bosch geht, gibt es künftig nur noch einen einzigen Knopf an der Waschmaschine: den Startknopf. Den Rest macht die Maschine allein: Sie wiegt die Wäsche, wählt das richtige Programm und dosiert das Waschmittel. Die Waschmaschine der Zukunft mit dem simplen Namen „Concept“ stellte Bosch auf der diesjährigen IFA vor. Wer der nahezu vollautomatischen Waschmaschine nicht traut, kann sie über die „Home Connect“-App kontrollieren. Waschmaschinen mehrerer Hersteller können zudem mit dem Trockner kommunizieren. Der passt sein Programm automatisch an das der Waschmaschine an.

Jochen Cramer, EP
© EP

Jochen Cramer, Leiter Einkauf Electronic Partner

An innovativen Ideen mangelt es der Branche folglich nicht. Doch passen Smart Home und Weiße Ware wirklich zusammen? Wie wird daraus ein Erfolgsfaktor für den Handel? „Für uns steht außer Frage, dass Smart Home künftig eine immer größere Rolle im Alltag der Menschen und somit im Elektronikfachhandel spielen wird. Deshalb setzen wir uns bereits seit Jahren aktiv mit dem Thema auseinander und platzieren es entsprechend auf Messen und Mitgliederveranstaltungen“, unterstreicht Jochen Cramer von Electronic Partner. Doch die Hersteller haben seiner Einschätzung nach noch Hausaufgaben zu machen: „Noch ist Smart Home für den Fachhandel ein Warenbereich, der sich durch seine Zersplitterung von Marken und Technologiestandards in einem schwierigen Umfeld bewegt. Hier muss in Zukunft mehr Kompatibilität herrschen, um den Verbrauchern keine unnötigen Hürden in den Weg zu stellen, die ihnen die Anwendung erschweren“.

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2. Umfangreichere Verdienstmöglichkeiten

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