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Smart-Lighting-Systeme richtig nutzen und schützen

16. März 2020, 14:25 Uhr   |  Nach Unterlagen von TÜV Süd | Redaktion: Cornelia Meier

Smart-Lighting-Systeme richtig nutzen und schützen
© Colin Behrens | Pixabay

Intelligente Beleuchtungskonzepte sind auf dem Vormarsch. Florian Hockel, Abteilungsleiter für den Bereich Licht, Leuchten und Multimediaprodukte bei TÜV Süd, erklärt, wo die Anwendungsmöglichkeiten liegen und was man als Nutzer beachten sollte.

Einer Studie des Hamburger Marktforschungsinstituts Splendid Research von 2019 zufolge verwenden derzeit 46 Prozent der Deutschen Smart-Home-fähige Anwendungen. Dazu zählen auch automatische Fenster- und Rolloregelungen, Heizungssteuerungen oder Sprachassistenten. Der Bereich Smart Lighting ist aber besonders beliebt. Er umfasst smarte Lichtquellen, intelligente LED-Leuchten oder komplexe Lichtmanagementsysteme für den Innen- und Außenbereich, die auf Veränderungen der Umgebung oder auf Nutzerwünsche reagieren. Meist sind sie auch über eine App von unterwegs zu steuern.

“Ob es dabei um Human-Centric-Lighting-Konzepte, die beispielsweise die Lichtintensität und Lichtfarbe nach Tageszeiten regeln und eine positive Wirkung auf den Biorhythmus haben können, oder das Pflanzenwachstum im Gewächshaus geht – Licht wird immer intelligenter“, berichtet Florian Hockel. “So kann eine smarte Lichtsteuerung anhand des einfallenden Tageslichts automatisch die Beleuchtung dimmen oder ganz abschalten.“ Über die Lichtregelung, zum Beispiel per App, können Nutzer auch vorab die gewünschte Beleuchtungsstärke festlegen. Und auch als Einbruchsschutz können intelligente Leuchten, gerade in Verbindung mit anderen Smart-Home-Funktionen, dienen.

Die Vorteile von Smart Lighting auf einen Blick
  • Smart Lighting vernetzt Lichtquellen mittels Netzwerksystemen
  • Steuerung durch Bewegungs- und Lichtsensoren
  • Individuelle Regelung der Einstellungen erfolgt über Apps
  • Energie- und umweltschonender Betrieb

Nicht ohne Sensoren

Sensoren sorgen dabei dafür, dass Licht nur dann angeschaltet ist, wenn es gebraucht wird. Bewegungs- und Präsenzsensoren erkennen, ob sich eine Person im Raum befindet. Sie registrieren Temperaturveränderungen, Echoschall oder auch kleinste Bewegungen. Tageslichtsensoren messen dagegen die Helligkeit im Raum und mischen dann gegebenenfalls Kunstlicht zu. 

Vorsicht vor Hackern

Smart-Lighting-Systeme bergen aber, wie alle Smart-Home-Anwendungen, nicht nur Vorteile, sondern auch Risiken. Denn auch sie übermitteln eine Menge Daten, die missbraucht werden können – auch wenn die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) dies verbietet. Ungeschützt bieten sie außerdem Hackern die Möglichkeit, in das Netzwerk einzudringen und Schaden anzurichten.

“Smart-Lighting-Systeme laufen zurzeit zu großen Teilen über WLAN-Netze. Ein erster wichtiger Schritt, um sein System vor Hackern zu schützen, ist ein gutes Passwort für das Netz zu Hause“, rät der TÜV SÜD Experte. Bei der Anschaffung und Installation eines Smart-Lighting-Systems sollten Käufer darauf achten, dass sie nicht auf unseriöse Anbieter hereinfallen oder versehentlich Zustimmung zur Datenverwertung geben, die sie gar nicht wollen.
 
“Unternehmen, die Leuchten und derartige Produkte entwickeln, müssen immer mehr Anforderungen zusätzlich zu den üblichen Sicherheitsprüfungen berücksichtigen“, erzählt Florian Hockel.

TÜV Süd bietet beispielsweise Produktprüfungen nach der neuen Norm für Informationstechnologie-Geräte (IEC/EN 62368) an, die ab Dezember 2020 verbindlich wird und auf immer mehr smarte Lichtprodukte Anwendung findet. Hersteller müssen dann nachweisen, dass sie bekannte Gefahren beachten und dass ihre Produkte in den jeweils vorgesehenen Umgebungen sicher genutzt werden können. “Da es sich außerdem meist um drahtlose Kommunikation zwischen den Systemkomponenten handelt, testen wir Produkte auch nach der aktuellen Funkrichtlinie RED. Außerdem prüfen wir App-Steuerungen und Lichtmanagementsysteme wie DMX, DALI, KNX, Zigbee oder EnOcean auf ihre Cybersicherheit hin“, erläutert Lichtexperte Hockel. Eine gute Wahl treffen Verbraucher also, wenn sie beim Kauf neben der CE-Kennzeichnung auch auf das blaue TÜV-Süd-Oktagon für geprüfte Produktqualität achten.

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