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ADT mit neuem DIY-Sortiment

Sicherheitsprofis setzen auf ULE-Funk

20. Mai 2020, 10:35 Uhr   |  Autor: Tillmann Braun / Redaktion: Diana Künstler

Sicherheitsprofis setzen auf ULE-Funk
© ADT

Im Smart-Home für Endanwender ist der Ultra-Low-Energy-Funkstandard längst bekannt und etabliert. Mit ADT setzt nun auch ein Security-Spezialist auf ULE. Millionen von Haushalte könnten sich schon bald mit Hilfe des als stabil und sicher geltenden Standards vor Einbrechern und Dieben schützen.

Mit Anbietern wie der Deutschen Telekom, Panasonic, AVM und Gigaset setzen bereits viele namhafte Unternehmen bei ihren Smart-Home-Produkten auf den Ultra-Low-Energy-Funkstandard. Zu den angebotenen Geräten, die sich mitunter über Herstellergrenzen hinweg kombinieren lassen, gehören Heizkörperregler, schaltbare Steckdosen und Bewegungsmelder, die beispielsweise dazu genutzt werden können, dass das Licht im Wohnzimmer angeht, wenn man dieses betritt.

Zu den Gründen, wieso sich Smart-Home-Anbieter für ULE entscheiden, gehört, dass ULE auf dem seit Jahrzehnten bewährten DECT-Funk basiert, den man von der Schnurlostelefonie kennt. ULE ist somit gewissermaßen altbewährt und dabei ebenso sicher wie stabil. Damit bietet sich der Funkstandard auch für Security-Produkte an. Der amerikanische Security-Anbieter ADT hat sich deshalb nun dazu entschieden, für das neue DIY-Sortiment ULE-Technologie zu nutzen. Privatkunden können sich je nach Bedarf aus Produkten wie Glasbruchsensoren, Tür- und Fensterkontakten, In- und Outdoor-Kameras, Rauch- und Feuermeldern oder auch Überflutungssensoren ein individuelles Security-Netzwerk zusammenstellen. Wer möchte, kann zudem für 20 Dollar im Monat den professionellen Überwachungsservice von ADT in Anspruch nehmen. Verpflichtend ist dies jedoch nicht. Die Geräte selbst lassen sich leicht per Knopfdruck verbinden, sodass auch Technik-Laien kein Problem mit dem Aufbau des Netzwerks haben sollten.

Eigenschaften von ULE eignen sich für den Security-Bereich
Im Home-Security-Bereich auf ULE zu setzen, macht aus mehreren Gründen Sinn. Schließlich nutzen bereits die meisten Drahtlostechnologien rund ums Haus das 2,4-GHz- oder das 868-MHz-Frequenzband. Das bedeutet, dass sie sich diese Spektren mit anderen Technologien wie WLAN und Bluetooth teilen müssen. Mit WiFi 6 wird sich dieses Problem noch verstärken, da das 2,4-GHz-Band dann noch einmal deutlich stärker genutzt werden wird als bisher. Und weil sich sämtliche entsprechenden Geräte in der Umgebung das Frequenzband teilen müssen, führt dies unweigerlich zu Komplikationen und Interferenzen. ULE nutzt stattdessen geschützte DECT-Frequenzen (in Europa: 1880-1900 MHz), sodass es zu keinen Störungen mit anderen Geräten in der Umgebung kommt. „Die robuste und zuverlässige Konnektivität, die die ULE-Technologie gewährleistet, ist ein entscheidender Faktor für unsere aktuellen und zukünftigen Lösungen“, sagt John Owens, Leiter des DIY-Bereichs bei ADT.

Auch beim Thema Sicherheit ist ULE anderen Funkstandards im Vorteil, was im Security-Bereich besonders wichtig ist. Ein unautorisierter Zugriff etwa auf die Alarmanlage muss schließlich unter allen Umständen verhindert werden. ULE nutzt hier den Advanced Encryption Standard (AES) für elektronische Daten, der vom U.S. National Institute of Standards and Technology entwickelt wurde und als besonders sicher gilt. Durch den Einsatz von AES-CCM für die Verschlüsselung und Authentifizierung ist das Netzwerk bestmöglich geschützt.

Prädestiniert für Sprachübertragung und -steuerung
Ein weiterer Vorteil von ULE ist, dass sich der Standard wie kein zweiter für die stabile Übertragung von Sprache und damit auch für Sprachbefehle und -steuerung eignet. „Da ULE auf DECT basiert, ist der Funkstandard prädestiniert für die Übertragung von Sprache“, sagt Ulrich Grote, Vorsitzender der ULE Alliance. „Hersteller haben mit ULE also die Möglichkeit, eine qualitativ hochwertige Sprachsteuerung in ihre Lösungen zu integrieren“, betont er. Darüber hinaus sind auch Ansagen in Echtzeit mit ULE möglich. „Anstatt im Schlaf einfach nur vom Feueralarm geweckt zu werden, könnten Anwender beispielsweise konkret vor ‚Feuer im Hausflur‘ gewarnt werden, was bei der Auswahl des besten Fluchtwegs hilft“, erklärt der Vorsitzende der ULE Alliance. „Und auch eine direkte Kommunikation etwa mit einer Notrufzentrale ist mit ULE realisierbar.“

Dass die Sprachsteuerung in den eigenen vier Wänden für viele Anwender zunehmend wichtig wird, zeigt sich nicht zuletzt am Erfolg von Smart Speakern. Indem ADT sich für ULE-Technologie entschieden hat, ist der Security-Marktführer bereits heute für die Zukunft gerüstet. Es ist davon auszugehen, dass die Wettbewerber schon bald nachlegen werden.

Tillmann Braun, freier Journalist mit Sitz in Haiterbach

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