Schwerpunkte

Gebührenfreiheit lockt ins Smart Home

Neue Strategie des Telekommunikations-Riesens leitet Wandel ein

23. April 2020, 10:49 Uhr   |  Antje Müller

Neue Strategie des Telekommunikations-Riesens leitet Wandel ein
© Deutsche Telekom AG

Die Magenta Smart Home App steuert wie eine Fernbedienung verschiedenste Geräte im Smart Home.

Die Telekom bietet "Magenta SmartHome" jetzt gebührenfrei an. Somit sind sämtliche Smart-Home-Features und -Funktionen nun für alle Kunden kostenlos. Die neue Strategie des größten deutschen Telekommunikationsanbieters zeigt, wie sehr sich der Smart-Home-Markt in den letzten Jahren gewandelt hat.

Anfang April verkündete die Deutsche Telekom, dass ihre Kunden das “Magenta SmartHome”-Angebot nunmehr ohne Gebühren nutzen können. Damit wechselt der Telekommunikationsriese seine Strategie im Smart-Home-Bereich. Denn bislang konnten einige der Features und Funktionen ausschließlich mit der kostenpflichtigen “Pro-Version” genutzt werden. Mit dem neuen Angebot können stattdessen nun auch Nutzer der Basis-Version beliebig viele Szenen und Regeln für ihr Netzwerk erstellen. Die beiden Versionen unterscheiden sich allein durch die jeweils steuerbaren Geräte.

Laut dem Branchenverband Bitkom nutzen bereits drei von zehn Bundesbürgern mindestens eine Smart-Home-Anwendung. Das bedeutet jedoch auch, dass es weiterhin enormes Wachstumspotenzial gibt. Mit der neuen Strategie, ihre Kunden nicht länger für Serviceleistungen zur Kasse zu bitten, sondern ausschließlich für die Produkte selbst, will die Deutsche Telekom nun offenbar noch mehr Haushalte fürs Smart Home begeistern.

Magenta SmartHome
© Deutsche Telekom AG

Speedport Smart und Home Base 2.0 – Steuerungszentrale für das vernetzte Zuhause

Produkte verschiedener Hersteller lassen sich bedarfsgerecht kombinieren

Schaut man sich die Produkte an, die ins Netzwerk integriert werden können, wird schnell klar, dass die Zeit der Insellösungen im Smart Home vorbei ist. Neben den DECT- und ULE-Geräten der Telekom lassen sich unter anderem die Leuchten und Bewegungssensoren von Philips Hue oder auch die Smart Speaker von Amazon und Google ins heimische Netz einbinden. Selbst Wassersensoren von Grohe, der Healthy Home Coach sowie die Wetterstation von Netatmo oder auch Rollos von Ikea sind mit der Basis-Smart-Home-Version der Telekom kompatibel. Das Gleiche gilt für Produkte von weiteren Unternehmen wie Bosch, Miele, Bose, Sonos, Logitech und Gardena.

Neben der hohen Kompatibilität und den möglichst niedrigen Kosten wird es vor allem wichtig sein, dass die Smart-Home-Lösungen der unterschiedlichen Anbieter den Komfort und die Lebensqualität der Anwender erhöhen, damit das Smart Home noch schneller zu einem echten Massenmarkt wird. Denn genau das sind die Kriterien, die laut einer Bitkom-Umfrage Anwendern am wichtigsten sind. Auch das Thema Sicherheit spielt eine große Rolle. Nicht nur Bitkom-Präsident Achim Berg ist deshalb fest davon überzeugt, dass “ein Maximum an Sicherheit” und die Fähigkeit der Verbraucher zu einem “selbstbestimmten Umgang mit den Technologien” die Verbreitung von Smart-Home-Anwendungen weiter beschleunigen werden.

ULE-Funkstandard sorgt für Sicherheit und Komfort mittels Sprachsteuerung

Noch vor wenigen Jahren lagen die Prioritäten der meisten Smart-Home-Anbieter vor allem darauf, sich von der Konkurrenz abzuschotten – was letztlich dazu führte, dass die Systeme für den Geschmack der meisten Verbraucher zu stark eingeschränkt zudem aufgrund des fehlenden Preiskampfes auch zu teuer waren. “Zum Glück geht die Entwicklung mittlerweile weg von überteuerten Insellösungen hin zu verbraucherfreundlichen Produkten, die sich über Herstellergrenzen hinweg nutzen lassen”, sagt Ulrich Grote, Vorsitzender der ULE Alliance. Seit mehr als sieben Jahre setzt sich die Non-Profit-Organisation mittlerweile für erschwingliche und vernetzbare Lösungen ein. Im Mittelpunkt steht dabei der Ultra-Low-Energy-Standard (ULE). Smart-Home-Lösungen, die auf dem ULE-Funkstandard basieren und von der ULE Alliance zertifiziert wurden, lassen sich unabhängig vom Hersteller miteinander kombinieren. Dazu gehören der Speedport Smart sowie die Qivicon Home Base der Deutschen Telekom, aber auch Produkte anderer Hersteller. Hinzu kommt, dass Geräte, die das HAN-FUN-Protokoll des ULE-Standards unterstützen wie etwa die Fritz-Produkte von AVM, ebenfalls kompatibel sind.

Auch bei den Themen Sicherheit und Komfort bietet der Funkstandard das, was der Bitkom-Verband als wichtige Grundvoraussetzungen für den weiteren Erfolgsweg des Smart Homes in Deutschland sieht. So ist die ULE-Technologie aufgrund der verwendeten DECT-Frequenzen prädestiniert für Sprachbefehle und -steuerung. Zudem nutzt ULE den Advanced Encryption Standard (AES) für elektronische Daten, der vom U.S. National Institute of Standards and Technology entwickelt wurde und als besonders sicher gilt, sowie AES-CCM für die bestmögliche Verschlüsselung und Authentifizierung.

Indem die Deutsche Telekom nunmehr nicht mehr allein auf Technologien wie ULE setzt, sondern zudem auch noch die Kosten für die Verwendung ihrer Smart-Home-Lösungen wegfallen lässt, dürfte das Interesse an der Vernetzung der eigenen vier Wände in Deutschland weiter steigen.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Telekom ergänzt Smart-Home-Portfolio

Verwandte Artikel

Deutsche Telekom AG