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Gebäudeenergiegesetz

Nachbesserung in der Energieeffizienz

13. Juli 2020, 11:31 Uhr   |  Lukas Steiglechner

Nachbesserung in der Energieeffizienz
© ArGe Medien im ZVEH

Nach dem Beschluss im Oktober 2019, hat der Bundestag das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verabschiedet – mit mehrfachen Nachjustierungen. Dabei sollten Gesetze zur Gebäudeenergieeffizienz und zur Nutzung von Wärme aus Erneuerbaren Energien zusammengefasst und verbessert werden.

Ende Oktober 2019 beschloss das Bundeskabinett das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Nachdem mehrere zentrale Stellen nochmal überarbeitet wurden, hat jetzt auch der Bundestag das Gesetz verabschiedet. Besonders bei einer dezentralen Energieversorgung kommt das neue Gesetz zugute.

Durch das GEG gewinnen Erneuerbare Energien mehr an Bedeutung für die Energieeffizienz eines Gebäudes. So wird die Anrechenbarkeit von Strom aus Erneuerbaren Energien deutlich verbessert, indem der Anrechnungsdeckel angehoben wird. In Gebäude mit einer Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) ohne Batteriespeicher können 30 Prozent der selbst erzeugten Solarenergie als Erneuerbare Energie auf den Jahresprimärenergiebedarf eines Gebäudes angerechnet werden. Ursprünglich waren hier lediglich 20 Prozent vorgesehen. Doch auch die Anrechenbarkeit in Gebäuden mit PV-Anlage und Batteriespeicher wurde angehoben. So lassen sich 45 Prozent der Solarenergie auf den Jahresprimärenergiebedarf des Gebäudes anrechnen anstatt den bisherigen 25 Prozent. Das macht die Anschaffung von Batteriespeichern attraktiver. Denn die Quote zur Eigennutzung des erzeugten Stroms verbessert sich und die verbesserte Anrechenbarkeit wirkt sich positiv auf die Bilanz aus.

Doch nicht nur die Anrechenbarkeit des selbst erzeugten Stroms wird erhöht, auch die Berechnungsgrundlage von PV-Anlagen auf dem Dach eines mehrgeschossigen Wohngebäudes wurde angepasst. Bislang wurde die Mindestanlagengröße anhand der gesamten Gebäudenutzfläche ermittelt. Dabei steht die gesamte Nutzfläche, die über mehrere Stockwerke verteilt ist, nicht im Verhältnis zur einmaligen Dachfläche. Deshalb konnte auf Basis der vorherigen Berechnungsgrundlage der erzeugte Solarstrom nicht angerechnet werden. Die neue Berechnungsvorschrift bezieht die Geschoßanzahl mit ein, wodurch auch kleinere PV-Anlagen auf die Energiebilanz des Gebäudes angerechnet werden können. Durch die neu gestaltete Anrechenbarkeit von PV-Strom ermöglicht das GEG erweiterte Spielräume, um die Energieeffizienz eines Gebäudes zu verbessern. Dabei haben Bauherren auch mehr Gestaltungsmöglichkeiten, wie die Vorgaben für die Energieeffizienz erfüllt werden. Hausbesitzer sind so in der Lage, das Potenzial ihres Gebäudes voll auszunutzen, indem sie sowohl Verbraucher als auch Erzeuger von Energie sind. Somit besteht die erhöhte Anrechenbarkeit als wichtiger Baustein der Energiewende.

Der Aspekt der Sektorkopplung verbindet die Bereiche Gebäude und Energieerzeugung miteinander. So ist auch zu beachten, dass der eigens produzierte Strom nicht ausschließlich direkt im Gebäude genutzt werden muss. Auch gebäudenahe Nutzungsmodelle wie das Laden von Elektrofahrzeugen in der Garage oder einem Carport sind möglich. Für die Nachfassung beim GEG hat auch der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) Verbesserungsvorschläge geliefert. Alexander Neuhäuser, Geschäftsführer Recht und Wirtschaft beim ZVEH, kommentiert das verabschiedete Gesetz: "Uns war es von Anfang an wichtig, dass über Solarenergie erzeugter Strom sowie Batteriespeicher als zukunftsweisende Möglichkeit, dezentral erzeugten Strom für eine spätere Nutzung zu speichern, ein höherer Stellenwert beigemessen wird."

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