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Luftmonitoring

Luftqualität sichtbar machen

24. November 2020, 10:50 Uhr   |  Sabine Narloch

Luftqualität sichtbar machen
© Elgato

Kohlendioxid, flüchtige organische Verbindungen, Radon – die Luft in Innenräumen enthält mehr als nur die Luft zum Atmen. Sensoren machen die Zusammensetzung sichtbar.

Die Luft, die uns umgibt, ist durch die Corona-Pandemie in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Doch unabhängig von Viren lohnt es sich, die Qualität der Raumluft im Auge zu behalten. Schließlich verbringen wir einen Großteil unserer Zeit in geschlossenen Räumen. Wer nicht gerade als Gärtner, Bauarbeiter oder Bergführer tätig ist, der geht seinem Beruf meist in geschlossenen Räumen nach. Zu den acht Stunden Arbeit kommen noch acht Stunden Schlaf hinzu, sodass zwei Drittel des Tages für die meisten innerhalb eines Gebäude zu veranschlagen sind.

fort und Wohlbefinden ausgelegt. Das unterstreicht auch der sogenannte „Well Building Standard“ des International Well Building Institute (IWBI). Entwickelt wurde er in den Vereinigten Staaten unter Berücksichtigung wissenschaftlicher und medizinischer Forschung und Erkenntnissen aus diversen Disziplinen. Seit 2014 können Gebäude, die den Well-Richtlinien nachkommen, entsprechend zertifiziert werden.

Der Standard bezieht sich auf sieben Aspekte – neben der Luft sind das: Wasser, Ernährung, Licht, Fitness, Komfort und mentale Gesundheit. Damit umfasst der Standard ausschließlich Aspekte, die auf Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen abzielen. Um eine hohe Raumluftqualität zu erreichen, empfiehlt der Well-Standard beispielsweise die Vermeidung von Schadstoffquellen, die richtige Belüftung und Luftfilterung.

Doch welche Substanzen finden sich nun in der Raumluft? Schließlich ist Sauerstoff nur ein Bestandteil davon. Und der wird mit jedem Ein- und Ausatmen zum sich verknappenden Gut. Denn beim Ausatmen gibt der Mensch Kohlendioxid ab und trägt damit maßgeblich zur sprichwörtlichen „verbrauchten Luft“ bei. Die CO2-Konzentration ist somit ein Wert, der im Blick behalten werden sollte.

Eine zweite Stoffgruppe, die in Innenräumen vorkommt, sind flüchtige organische Verbindungen. Kurz VOCs genannt, wobei die Abkürzung für Volatile Organic Compounds steht. Sie „umfassen zum einen Ausdünstungen, die von Klebstoffen, Farben, Baustoffen und Reinigungsmitteln stammen. Diese treten in schädlicher Konzentration besonders im Neu- und Umbau auf“, so Rita Buse, Marketingleiterin bei Elsner Elektronik. Aber auch Parfum oder Desinfektionsmittel gehören zu den VOCs. „In ländlichen Gebieten kommen Geruchsbelastungen durch die Landwirtschaft hinzu, in der Stadt Abgase“, ergänzt Buse.

Weniger bekannt ist Radon, das laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) überall in der Umwelt vorkommt. Es ist ein radioaktives Edelgas, das im Boden als eine Folge des radioaktiven Zerfalls von natürlichem Uran entsteht. Das Bundesamt geht davon aus, dass etwa fünf Prozent der Todesfälle durch Lungenkrebs auf Radon und seine Zerfallsprodukte in Gebäuden zurückzuführen sind. Derzeit lässt das BfS erforschen, wie hoch die Radon-Konzentration deutschlandweit in Wohnungen ist. Dafür wurden im Sommer 2019 in 6.000 Wohnungen für ein Jahr je zwei Radon-Messgeräte  aufgestellt. Der Studienbericht soll bis Ende 2020 fertiggestellt sein. Unter den Luftmonitoring-Geräten enthalten bislang allerdings die wenigsten einen Radon-Sensor.

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1. Luftqualität sichtbar machen
2. Überblick zur Raumluft

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