Gerätesteuerung

Lieber per App als mit verbalem Appell

8. Dezember 2021, 16:37 Uhr | Sabine Narloch
Home Electronics Gerätesteuerung
© cheskyw/123r

Zwar wird es noch etwas dauern, bis smarte Geräte flächendeckend in deutschen Haushalten zu finden sein werden; das Potenzial ist jedoch ohne Frage gegeben. Was die präferierte Bedienung solcher Geräte angeht, wird die Steuerung per App als ausreichend gesehen.

Wer aktuell zu den AnwenderInnen von Smart-Home-Lösungen gehört, steuert diese bevorzugt per App. Das gaben bei einer repräsentativen Umfrage 51 Prozent der deutschen Befragten an. Parallel wurde diese Frage auch in Großbritannien gestellt, hier sieht die Lage mit 54 Prozent ähnlich aus. Demnach sei die App-Steuerung für die Befragten ausreichend – der Steuerung per Sprachbefehl erteilen die Umfrage-TeilnehmerInnen in der Regel hingegen eine Absage. Lediglich 35 Prozent der deutschen Smart-Home-AnwenderInnen sagten, dass sie ihr smartes Zuhause per Sprache steuern würden, wenn dies möglich ist. Also beispielsweise über Siri, Alexa oder den Assistenten von Google. „Sprachassistenten haben sich zwar am Markt bereits vielfach etabliert, doch die – eigentlich logische – Verknüpfung mit Smart-Home-Funktionen ist längst noch nicht die Regel“, stellt Sara Warneke, Geschäftsführerin der gfu, fest. „Es wird zur spannenden Frage, wann die von der Trendforschung vorausgesagte Durchdringung des Alltags mit Sprachsteuerung tatsächlich stattfinden wird.“

Die Gefahr des Falschverstehens von Befehlen schreckt die AnwenderInnen dabei jedoch kaum ab. Nur 35 Prozent gaben an, dass sie ihren Sprachassistenten häufiger nutzen würden, wenn er weniger fehleranfällig wäre; für den Rest der Befragten sind etwaige Verständigungsschwierigkeiten  hingegen kein Hinderungsgrund.

Viel Bewegung gab es in deutschen Haushalten bei den Sprachassistenten in den Jahren 2019 und 2020 dennoch nicht, wie eine ARD/ZDF-Onlinestudie zeigt. Demnach hatten im Jahr 2019 unter den Befragten 33 Prozent mindestens einen Sprachassistenten im Einsatz, im Jahr 2020 waren es hingegen nur noch 31 Prozent. Aufgesplittet nach Modellen wurde in den beiden Jahren der Google Assistant von zwölf Prozent der Befragten genutzt, Amazons Alexa von 13 Prozent; Siri von Apple wurde 2019 von 17 Prozent genutzt, Cortana von Microsoft (fünf Prozent) und Bixby
von Samsung (drei Prozent) machen hier lediglich einen geringen Anteil aus.

Entwicklungspotenzial des Hausgerätemarktes

Eine Konstante, die sich in der gfu-Studie durch sämtliche Bereiche smarter Lösungen im Haushalt zieht, ist die Tatsache, dass die aktuelle Nutzung noch eher gering ist. Meist handelt es sich dabei um Prozentzahlen im einstelligen Bereich. Bei den Hausgeräten mit smarten Funktionen ist der Nutzungsanteil noch besonders gering. Denn während beispielsweise smarte Beleuchtungslösungen in Deutschland 13 Prozent der Befragten nutzen und beim Thema Heizen und Klimaanlage acht Prozent auf entsprechende Lösungen zurückgreifen, sind es bei den Elektroklein- und -großgeräten lediglich vier Prozent. Geschirrspüler, Waschmaschine oder Kaffee-Vollautomaten mit smarten Features zu verwenden, können sich die Befragten aber zumindest künftig vorstellen: Smarte Elektrokleingeräte möchten in Zukunft 24 Prozent der Befragten nutzen, Elektrogroßgeräte sogar 28 Prozent.

„Unsere Befragungsergebnisse zeigen, dass Besitz und Nutzung von Smart-Home-Lösungen immer noch hinter den Erwartungen der Tech-Branche liegen“, erklärt Warneke. „Dass aber über alle smarten Produktkategorien ein großer Anteil der Befragten einen zukünftigen Einsatz in Betracht zieht, zeigt das große Potenzial, das weiterhin für smarte Lösungen besteht.“

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Noch klafft eine große Lücke zwischen der tatsächlichen Nutzung smarter Hausgeräte und der künftigen. Wer allerdings eine Waschmaschine oder einen Kaffee-Vollautomaten besitzt, wartet möglicherweise, bis das Altgerät kaputt geht, bevor ein smartes Nachfolgemodell gekauft wird.
© gfu

Separat abgefragt wurde die Verwendung von smarten Staubsaugrobotern. Acht Prozent der deutschen Umfrage-TeilnehmerInnen verwenden einen solchen bereits, weitere 22 Prozent möchten dies in Zukunft tun. Einen Mähroboter oder Bewässerungssysteme hingegen haben lediglich drei Prozent, wobei dies natürlich eine entsprechende Grünfläche voraussetzt. Doch auch hier sind die Zahlen für die künftige Nutzung laut der Umfrage wesentlich höher: 18 Prozent der Befragten können sich demnach den Einsatz eines Mähroboters vorstellen, 24 Prozent wiederum smarte Unterstützung beim Thema Bewässerung.

Zur Methodik der Umfrage: Die Angaben beruhen auf einer Online-Umfrage von YouGov im Auftrag der gfu. An ihr haben 4.269 Personen zwischen dem 7. und dem 9. Juli 2021 teilgenommen – davon 2.057 aus Deutschland, 2.212 aus Großbritannien.


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