Markante Verschiebungen im Retail

Kopp sieht Zukunftsmarkt im ganzheitlichen Energiemanagement

16. August 2021, 15:17 Uhr | Antje Müller
Kopp
© Kopp

Eingeschränkte Warenverfügbarkeit, hohe Preise, verzögerte Lieferzeiten – die Folgen des stationären Stillstandes bekommt die Elektrobranche deutlich zu spüren. In ihrer Bilanz des ersten Halbjahrs 2021 blickt die Kopp Gruppe jedoch zuversichtlich auf neue Entwicklungen, trotz schwieriger Umstände.

Die mehrmonatliche Schließung des stationären Handels blieb auch für den Retail-Bereich bei Kopp nicht folgenlos. Die Bilanz des Herstellers elektrotechnischer Produkte und Komponenten deutet auf anhaltende Auswirkungen und Verschiebungen zum Onlinemarkt, so die Ergebnisse des ersten Quartals 2021. „Was unser traditionelles Angebot – von klassischen Stecker- und Schalterprogrammen bis hin zu Dimmern und Bewegungsmeldern – angeht, hat nicht zuletzt wegen der Marktschließungen eine Verschiebung vom stationären zum Onlinemarkt stattgefunden“, erklärt Stephan Dörrschuck, CEO der Kopp Gruppe. Umsätze aus dem Onlinegeschäft der Marktpartner konnten hier für ausgleichende Ergebnisse sorgen, sodass das Unternehmen, trotz mehr als dreimonatiger Schließung zahlreicher stationärer Handelsunternehmen insgesamt eine positive Bilanz zieht. „Wir liegen knapp über unserem Ergebnis in 2020“, berichtet Dörrschuck. Unter den schwierigen Voraussetzungen sei dies eine „solide Entwicklung“, die den Hersteller ins einen vorangegangenen Investitionen in den Bereichen effizientes Energiemanagement und energetischer Unabhängigkeit und Klimaneutralität bestätige.

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Rohstoffe und Komponenten fehlen

Begleitet wird die insgesamt positiv eingeschätzte Entwicklung größtenteils von der Sorge um die Verfügbarkeit von Rohmaterialien. So konnten die Bedarfe, welche pandemiebedingt im vergangenen Jahr offenblieben, gerade einmal durch Elektroinstallateure, Großhändler, Industrie und OEM abgedeckt werden. Auf Elektrobauteile muss die Branche derzeit bis zu 60 Wochen, also über ein Jahr, warten. Diese Lieferengpässe in der Materialverfügbarkeit setzen insbesondere Seitens der Produzenten zu, wie die Geschäftsführung berichtet: „Bei dem einen oder anderen ist es zum jetzigen Zeitpunkt schon wirklich knapp.“ Schwierig sei vor allem, die Spezialstähle zu erhalten, die das Unternehmen in der Regel zur Verarbeitung benötigt. Aktuell konnte das Unternehmen noch keine langfristigen Vereinbarungen sichern, sodass – ähnlich wie auch in der Automotive-Industrie – bestimmte Produkte nicht fertiggestellt werden, bis einzelne Komponenten geliefert werden. Hinzu kommt die Flutkatastrophe, die einen bedeutenden Teil der metallverarbeitenden Industrie betrifft. Das mache es aktuell unmöglich, so Dörrschuck, in absehbarer Zeit eine geregelte Lieferkette aufzubauen.

Zuversicht in Richtung ganzheitliches Energiemanagement

Der CEO der Kopp Gruppe zeigt sich zuversichtlich und ist überzeugt, dass sich die Situation wieder normalisiert und die Ziele für die zweite Jahreshälfte erreicht werden. Hierfür werde Kopp schon bald eine Produktneuheit auf den Markt einführen. Als Systemanbieter von nachhaltigen und vernetzten Anwendungen richtet sich Kopp künftig weiter verstärkt auf das Energiemanagement aus. Im Zuge Maßgabe, „ganzheitliche und energieoptimierte Gesamtlösungen aus einer Hand“ bereitzustellen, werde das Smart-Home-Portfolio in den kommenden Monaten um weitere Produkte ergänzt. Geschlossen wird so die Lücke zwischen Energieversorgung mit erneuerbaren Energien und Home Automation. Einen nennenswerten Auftrag habe Kopp bereits mit einem bestehenden Großkunden gewinnen können. „Wir gehen fest davon aus, dass wir mit der Erweiterung unseres Portfolios um smarte, ganzheitliche Energiemanagementsysteme für den Eigenheim- und Mehrfamilienhausbereich auf dem richtigen Weg sind“, sagt Dörrschuck. Die einzige zwingende Voraussetzung für eine positive Entwicklung sieht Dörrschuck in der Sicherstellung der Lieferfähigkeit und damit auch in der zuverlässigen Verfügbarkeit von Rohstoffen und Komponenten.


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