Marktübersicht

Intelligente Saugroboter im Überblick

13. April 2022, 16:57 Uhr | Lukas Steiglechner
Saugroboter
© Maksimiv / 123rf

Immer mehr Menschen nutzen intelligente Haushaltshelfer wie Saugroboter. Sie können einen Teil lästiger Hausarbeit abnehmen und Wohnungen sowie Häuser weitestgehend automatisch reinigen. Es ist ein wachsender, chancenreicher Markt mit zahlreichen Herstellern. Ein Überblick über das breite Angebot.

Das Interesse an Haushaltsrobotern für das Saugen, Wischen und Mähen steigt. Laut Berechnungen von Statista sollen im Jahr 2023 mehr als 48 Millionen Geräte weltweit verkauft werden – 2021 waren es noch knapp über 30 Millionen. Und auch in Deutschland entwickelt sich der Trend hin zum intelligenten Haushaltshelfer. Der IT-Verband Bitkom hat in einer aktuellen Umfrage herausgefunden, dass 13 Prozent der befragten Deutschen bereits einen Staubsaugroboter nutzen. Die Absatzzahlen belegen diese positive Entwicklung ebenfalls. So sind im ersten Halbjahr 2021 laut der gfu Consumer & Home Electronics hierzulande 620.000 Haushaltsroboter verkauft worden. Der Löwenanteil entfällt dabei auf die Staubsaugroboter mit 451.000 Stück. Das entspricht einem Wachstum von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Ein Wachstumsmarkt, der immer mehr Hersteller anzieht. Bei den mittlerweile zahlreichen Marken aus China, den USA und auch aus Deutschland können Konsumenten und Händler aber schnell die Orientierung verlieren. Doch es gibt beim Kauf und Verkauf von Saugrobotern einige entscheidende Kriterien zu beachten. Allem voran natürlich die Konnektivität sowie die konkrete Möglichkeit, den kleinen Helfer zu steuern. Ob via App oder Sprachassistent – mittlerweile gibt es zahlreiche Optionen.

Zudem müssen aber neben den „smarten“ Eigenschaften auch die grundlegenden Aspekte stimmen. Beispielsweise die Saugleistung, die Navigationssicherheit und auch die Lautstärke. Darüber hinaus gilt es zu unterscheiden zwischen Saugrobotern, Wischrobotern sowie hybriden Saug-Wisch-Robotern. Und nicht zuletzt müssen Nutzer preislich zwischen Einsteiger-, Mittelklasse- und High-End-Produkt wählen. In der folgenden Marktübersicht stellt Smarthouse Pro zehn Saugroboter aus den verschiedenen Preisklassen und von unterschiedlichen Herstellern vor.

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Ecovacs Deebot 710

Ecovacs, Deebot 710
Firmwareupdates über WLAN / Doppelte Saugkraft im „Max-Modus“ / Laufzeit von 110 Minuten
© Ecovacs

Der „Deebot 710“ ist ein Einsteigermodell des chinesischen Herstellers Ecovacs Robotics. Er verfügt über die drei verschiedenen Reinigungsmodi Auto, Spot und Rand und ermöglicht somit die Reinigung in einem vorprogrammierten Muster, an einer einzelnen Stelle oder am Rand des Bereichs. Mittels „SLAM“ (Simultaneous Localization and Mapping) erfasst der Deebot 710 den Wohnbereich und kartiert ihn in der zugehörigen Ecovacs-App. Über diese lässt sich der Saugroboter auch einstellen, überwachen und steuern. Zudem ist der Deebot 710 kompatibel mit Google Home und Amazon Alexa. Mit der „Smart Navi 2.0“-Technologie, seiner Kamera und Antikollisionssensoren soll sich der Roboter fortbewegen, ohne gegen etwaige Hindernisse zu fahren oder Treppen herunterzufallen. Dabei erreicht der Roboter laut Ecovacs eine Laufzeit von 110 Minuten, bei einer Ladezeit von vier Stunden. Der Geräuschpegel liegt bei etwa 65 Dezibel, der Staubbehälter fasst 520 Milliliter. Darüber hinaus verfügt der Deebot 710 über einen „Max-Modus“, in dem er seine Saugkraft verdoppelt.

Proscenic 820S

Proscenic 820S
Gyroskopische Navigation / Teppicherkennung / 1.800 Pascal Saugkraft
© Proscenic

Proscenic, ein Hersteller aus Taiwan, bietet mit seinem Modell „820S“ ein Einsteigermodell im Saugroboterbereich. Er verfügt über Antiabsturzsensoren und erkennt Hindernisse. Die Navigation erfolgt dabei auf Basis eines Gyroskops. Das „Ipnas 2.0“-System soll durch eine Echtzeitpositionierung und auf Basis eines Wohnungsplans dem Roboter stets ermöglichen, seine eigene Position zu bestimmen und Flächen effektiver zu reinigen. Der 820S kann über 1,5 Zentimeter klettern und erkennt Teppiche laut dem Hersteller automatisch. Auf Teppichen stellt er wiederum automatisch auf seine maximale Saugkraft um: diese liegt bei 1.800 Pascal. Mit der „Proscenic Home“-App können Nutzer den Saugroboter steuern, überwachen und auch seinen künftigen Einsatz planen. Zudem lässt sich der 820S auch über den Google Assistant und Amazon Alexa steuern. Der Saugroboter erreicht laut dem Hersteller eine Laufzeit von 100 bis 130 Minuten und ist in drei bis fünf Stunden wieder voll geladen. Der 33 mal 7,6 Zentimeter große Roboter verfügt zudem über einen Staubbehälter mit einem Fassungsvermögen von 600 Millilitern. Er soll mit einer Lautstärke von 55 bis 65 Dezibel arbeiten.

Tesvor M1

Tesvor M1
4.000 Pascal maximale Saugkraft / Bis zu 150 Minuten Laufzeit / Steigfähigkeit von bis zu 1,5 Zentimetern
© Tesvor

Der „Tesvor M1“-Saugroboter ist ebenfalls ein Einstiegsmodell. Er erreicht laut dem Hersteller eine maximale Saugkraft von 4.000 Pascal auf seiner höchsten Stufe, dem „Max-Modus“. Zudem hat er drei weitere Stufen: Leise, Normal und Stark. Je nach Leistungsstufe verändert sich dabei seine maximale Laufzeit. So erreicht der M1 im Leise-Modus laut Hersteller bis zu 150 Minuten, im Normal-Modus 120 Minuten und im Max-Modus noch 80 Minuten. Die Ladezeit liegt dabei zwischen vier und sechs Stunden. Der M1 von Tesvor soll für Untergründe von Hartböden bis zu mittelhohen Teppichen geeignet sein, er verfügt über eine Steigfähigkeit von 1,5 Zentimetern. Der Saugroboter mit seinem 600 Milliliter großen Staubbehälter hat zudem Technologien für die Sturzprävention sowie Kollisionssensoren mit an Bord. Er navigiert mit einem Gyroskop sowie SLAM. Steuern lässt sich der M1 mittels Fernbedienung, einer App, Google Assistant und Amazon Alexa. Er arbeitet laut Herstellerangaben mit bis zu 75 Dezibel.

Blaupunkt Bluebot XVAC

Blaupunkt Bluebot XVAC
Maximale Laufzeit von 120 Minuten / Reinigungsreichweite von bis zu 120 Quadratmetern / Reinigt Teppiche mit einer Höhe von bis zu 1,8 Zentimetern
© Blaupunkt

Der „Bluebot XVAC“ ist ein Modell der deutschen Marke Blaupunkt im Einstiegssegment. Der Saugroboter ist per App, Amazon Alexa und Google Assistant steuerbar. Er setzt dabei auf Gyroskop-Navigation und kann eine Fläche von bis zu 120 Quadratmetern reinigen. Der Bluebot XVAC arbeitet bei voller Ladung laut Hersteller bis zu 120 Minuten und benötigt bis zu sechs Stunden, um sich vollständig aufzuladen. Er verfügt über eine maximale Saugkraft von 1.800 Pascal, arbeitet mit einer Lautstärke bis zu 65 Dezibel und verfügt über einen Staubbehälter mit 600 Milliliter Fassungsvermögen. Beim Saugen kann der drei Kilogramm schwere Bluebot XVAC Teppiche mit einer Höhe bis zu 1,8 Zentimetern erklimmen. Und sein HEPA-Filter soll laut Hersteller besonders wirksam für Stauballergiker sein.

Roborock S4 Max

Roborock S4 Max
Teppicherkennung mit Leistungssteigerung / Virtuelle Sperrzone / Selektive Raumreinigung
© Roborock

Der chinesische Hersteller Roborock bietet mit seinem „S4 Max“ ein Mittelklasse-Modell. Der Saugroboter navigiert mittels Lidar (Light detection and ranging), Laser-Distanz-Sensoren sowie einer Echtzeit-Raumkarte. Steuern lässt sich der S4 Max über eine App, Amazon Alexa und Google Assistant. Über die Anwendung lassen sich auch virtuelle Sperrzonen einrichten, die der Roboter nicht betreten soll. Dabei lassen sich bis zu vier Etagen programmieren. Zudem können Nutzer eine selektive Raumreinigung einstellen. Mit einer maximalen Laufzeit von bis zu drei Stunden kann der Roboter von Roborock eine Reinigungsfläche von bis zu 300 Quadratmetern abdecken. Die Ladedauer beträgt wiederum bis zu sechs Stunden. Der Roboter verfügt über die vier Reinigungsstufen Ruhe, Balanciert, Turbo und Max, eine maximale Saugkraft von 2.000 Pascal und arbeitet mit einer Lautstärke von bis zu 67 Dezibel. Der S4 Max kann Hindernisse mit einer Höhe von bis zu zwei Zentimetern überwinden und hat zudem eine Teppicherkennung, die gegebenenfalls eine Leistungssteigerung aktiviert. Sein Staubbehälter fasst 460 Milliliter.

Eufy RoboVac X8

Eufy RoboVac X8
„Twin Turbine“ -Technologie / „UltraPack“-Staubkompression / Automatische Erhöhung der Saugleistung
© Eufy

Die Marke Eufy des chinesischen Herstellers Anker hat mit seinem „RoboVac X8“ ein neues Produkt im Mittelklassesegment im Portfolio. Der Saugroboter ist mit einer „Twin Turbine“-Technologie ausgestattet. Beide Turbinen erzeugen je nach eingestellter Stufe jeweils 450, 850, 1.450 und 2.000 Pascal Suagkraft. Der Schallpegel soll dabei unter 60 Dezibel bleiben. Laut Eufy können mit dieser Technologie unter anderem 57,6 Prozent mehr Tierhaare aufgesaugt werden als mit einer einzelnen Turbine. Die Saugleistung soll sich zudem durch das „BoostIQ“-Feature innerhalb von anderthalb Sekunden automatisch erhöhen, wenn zusätzliche Power benötigt wird. Der RoboVac X8 verwendet für die Navigation Laser sowie SLAM und erkennt mehrere Stockwerke. Zusätzlich verfügt er über eine selektive Zonenreinigung und lässt Nutzer Sperrzonen einrichten. Bei einer maximalen Laufzeit von drei Stunden soll der Saugroboter von Eufy eine Reinigungsreichweite von bis zu 180 Quadratmetern erreichen. Sein Staubbehältervolumen von 600 Milliliter erhöht der Roboter durch die „Ultra Pack“-Staubkompression laut Eufy um 127 Prozent. Steuern lässt sich der RoboVacX8 ebenfalls via App, Amazon Alexa und Google Assistant.

iRobot Roomba i7

iRobot Roomba i7
vSLAM-Technologie / „Dirt Detect“-Sensoren / Ecken- und Kantenreinigungsbürsten
© iRobot

Der „Roomba i7“ des amerikanischen Saugroboter-Schwergewichts iRobot ist ein Modell der Mittelklasse. Er nutzt eine Kamera, um zu navigieren. Seine „iAdapt 3.0“-Technologie in Kombination mit „Visual SLAM“ (vSLAM) erstellt dabei nicht nur eine Reinigungskarte, sondern darüber hinaus visuelle Merkmale, um nachzuverfolgen, wo er bereits gereinigt hat. Mit seiner intelligenten Raumerfassungs- und Steuertechnologie kartiert der Roomba i7 den Raum. Auf dieser Basis ist auch eine selektive Raumreinigung möglich. Über „Dirt Detect“-Sensoren identifiziert der Roboter schmutzigere Bereiche und reinigt sie gründlicher. Zudem verfügt das Gerät von iRobot über Ecken- und Kantenreinigungsbürsten für Wände und Raumecken. Der Roomba i7 kann 75 Minuten am Stück reinigen und braucht anschließend 90 Minuten, um sich komplett aufzuladen. Steuern lässt sich der Saugroboter mit der „iRobot Home“-App. Zudem ist er kompatibel mit Amazon Alexa und Google Assistant.

Neato D8

Neato D8
D-Form / 360-Grad-Sicht / 28 Zentimeter lange spiralförmige Kombibürste und Seitenbürsten
© Neato

Der  „D8“ des US-Herstellers Neato ist ein Modell aus der High-End-Klasse. Er ist D-förmig, wodurch er laut Hersteller Ecken und Wände besser reinigen kann. Zudem verfügt der Roboter über eine 28 Zentimeter lange spiralförmige Kombibürste und Seitenbürsten. Sein Staubbehälter fasst 700 Milliliter. Er bietet zwei Reinigungsmodi: den Eco-Modus und den Turbo-Modus. Der Eco-Modus ist für harte Oberflächen und der Turbo-Modus für Teppichböden. Seine maximale Laufzeit liegt bei 100 Minuten und seine Reinigungsreichweite bei 70 Quadratmetern. Der Neato-Roboter navigiert mittels Lidar. Seine Laser-Technologie ermöglicht ihm eine 360-Grad-Sicht, auch im Dunkeln. So kartografiert er auch den Grundriss. Der Saugroboter ist kompatibel mit Amazon Alexa und kann über die „MyNeato“-App gesteuert werden. Dort lassen sich unter anderem Reinigungspläne und Sperrzonen einrichten.

Miele Scout RX3 Home Vision HD

Miele Scout RX3 Home Vision HD
Live-Bildübertragung in der App / 3D-Objekterkennung / Ausfahrbare Seitenbürsten
© Miele

Der High-End-Saugroboter „Scout RX3 Home Vision HD“ stammt vom deutschen Traditionsunternehmen Miele. Der Roboter verwendet eine „3D Smart“-Navigation: Er besitzt zwei Frontkameras, die für eine dreidimensionale Objekterkennung sorgen, sodass er Hindernisse umgehen kann. Zudem ist eine Live-Bildübertragung in der „Miele Scout“-App möglich. So lässt sich der Reinigungsvorgang überwachen. Über die App werden der Roboter gesteuert und beispielsweise Sperrzonen eingerichtet. Über sieben optische Sensoren in der Front und drei Sensoren auf der Unterseite vermeidet der Saugroboter Kollisionen und Stürze. Der Scout RX3 Home Vision HD verfügt über vier Reinigungsmodi: Auto, Spot, Turbo und Silent. Zudem hat er ausschwenkbare Bürsten, um Ecken zu reinigen. Teppiche mit einer Höhe von bis zu 1,7 Zentimetern sind für ihn kein Problem. Mit seiner Laufzeit von zwei Stunden kann der Roboter 120 Quadratmeter Fläche reinigen. Seine Ladezeit beträgt 237 Minuten. Sein Staubbehälter fasst 400 Milliliter.

Bosch Roxxter Serie 6

Bosch Roxxter Serie 6
Interaktive digitale Karte / „SmartCornerClean“-Technologie / Fünf Absturzsensoren
© Bosch

Der deutsche Hersteller Bosch bietet mit seinem Roxxter Serie 6 ein High-End-Modell unter den Saugrobotern. Das Modell nutzt Lasernavigation und erzeugt eine interaktive digitale Karte. Diese wird in der „Home Connect“-App abgebildet. Über sie lässt sich der Saugroboter auch steuern. Dazu zählt das Einrichten von Sperrzonen, das Erstellen von Zeitplänen sowie die selektive Raumreinigung. Neben der App kann der Roxxter Serie 6 auch über Amazon Alexa gesteuert werden. Seine maximale Laufzeit beläuft sich auf 90 Minuten, seine Ladezeit beträgt zwei Stunden. Der Roboter von Bosch verfügt über fünf Absturzsensoren. Sein Staubbehälter hat ein Volumen von 500 Milliliter. Zudem verfügt der Roxxter Serie 6 über eine „SmartCornerClean“-Technologie: Mit einer D-förmigen Düse im vorderen Bereich soll der Saugroboter auch Ecken vollständig reinigen können.


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