Start-up Pionize

In fünf Minuten zum smarten Heim

8. September 2021, 9:14 Uhr | Diana Künstler

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Hersteller-unabhängig, benutzerfreundlich, sicher

Ein Alleinstellungsmerkmal von Pionize ist die Markenunabhängigkeit. Umsetzen konnte man dies, indem man die Herstellerschnittstelle „ausgelagert“ hat. „Sie können sich vorstellen, dass es ein riesengroßer Aufwand wäre, wenn wir mit allen europäischen Herstellern zusammenarbeiten würden“, erklärt Hauke. Aus diesem Grund ist ein spezialisierter Dienstleister dazwischengeschaltet, der diese technische Integration übernimmt. „Das heißt, wir lizenzieren einfach diese Integrationen und haben mit den Herstellern keinen direkten Kontakt.“ Neben der Tatsache, dass somit die Unabhängigkeit zu den Herstellern gewahrt bleibt, hat diese Vorgehensweise für die Gründer zudem den Vorteil, dass sie „das Ganze relativ schnell entwickeln können“. Ein entscheidender Faktor im Lebenszyklus eines Start-ups. „Wir folgen hier dem Lean-Start-up-Prinzip“, erklärt Hauke. „Das heißt Priorität eins ist erst einmal das Produkt fertig zu kriegen. Daneben ist Schnelligkeit ein entscheidender Faktor. Denn das ist die Variable, die ein Start-up wettbewerbsfähig macht, weil wir sehr agil sind und schnell Entscheidungen treffen können.“

Was die zur Wahl stehenden Marken auf der Plattform angeht, wird sich Pionize vorrangig auf die Empfehlung von deutschen und europäischen Herstellern beschränken. „Also keine chinesischen“, sagt Alexander Lerach. „Die sind zwar preiswert, weisen beim Datenschutz jedoch eher Lücken auf.“ Ein Thema, das ebenfalls bei der zugrundeliegenden Infrastruktur für die Cloud-basierte Web-Plattform eine Rolle gespielt hat. „Das war auch eine Quintessenz einer unserer ersten Marktstudien, die wir gemacht haben. Das war auch eines der Hauptbedenken von vielen Befragten das Thema Datenschutz“, so Lerach. Daher stünden alle Server des Start-ups, inklusive der Server der Partner, ausnahmslos in Deutschland. „Zudem verwenden wir bezüglich des Datenaustauschs eine 256-Bit-Verschlüsselung, einer der höchsten, die gerade auf dem Markt verfügbar ist“, ergänzt Hauke.

Mit Blick auf die Installation und Handhabung der Produkte vertreibt Pionize ausschließlich Plug-and-Play- beziehungsweise Retrofitprodukte. „Wir verwenden also kein KNX oder sowas“, erklärt Hauke. „Eben auch deshalb, weil das für den Endverbraucher die benutzerfreundlichste Lösung ist. Sie ist schnell und preiswert installiert – man muss in der Regel nicht mal etwas schrauben, sondern oft wird einfach etwas hingeklebt.“ Ideal für Einsteiger oder jene, die einfach nachrüsten wollen. Denn wer eine Bestandswohnung hat, kann nicht eben einfach mal die Wände aufreißen und Verkabelung verlegen. Sollten sich doch einmal Schwierigkeiten bei der Installation ergeben, unterstützt Pionize mit interaktiven Anleitungen und vermittelt bei Bedarf Spezialisten. Hauke: „Wir sind gerade dabei – zumindest derzeit für Niederbayern – ein Netzwerk an Installateuren und Elektrikern aufzubauen, die mit uns zusammenarbeiten“. Deutschlandweit ist außerdem ein Installationsservice in Kooperation mit dem Tech-Support-Serviceanbieter Mila angedacht.

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Über B2B an den Endkunden

Da sich der Smart-Home-Markt schnell verändert, führt Pionize regelmäßig Interviews durch, um genau herauszufinden, auf was man sich fokussieren möchte. „Gerade weil so viele Möglichkeiten existieren“, gibt Alexander Lerach zu bedenken. „Es ist ja nicht nur der Markt, der sich ständig verändert, sondern auch die Zielgruppen.“ So habe man relativ schnell gemerkt, dass die Lösung nicht nur Endkunden anspreche. Gerade im B2B-Bereich würden sich noch viele weitere Potenziale ergeben. Aus diesem Grund haben die Pionize-Gründer auch kurz vor dem geplantem Produktlaunch aus der Flexibilität ihres Start-ups Nutzen gezogen und eine klassische Umpositionierung durchgeführt: „Wir richten unsere Plattform nun primär auf B2B-Kunden, zum Beispiel Wohnungsgesellschaften, aus“, führt Hauke aus. Der Konfigurator assistiert in diesem Fall bei der technischen Planung. Die Plattform ermöglicht die markenunabhängige Steuerung des Smart-Home-Systems in der Wohnung: So kann die Immobiliengesellschaft jede standardisiert geplante Wohnung auf den Mieter und dessen Bedürfnisse individuell ausrichten – zum Beispiel Senioren oder Mieter mit höherem Sicherheitsbedürfnis oder Wunsch nach Entertainment. Das derart individuell angepasste System, das beispielsweise vom Mieter vor dem Einzug bestimmt werden kann, lässt sich dann zentral über die Pionize-Plattform (als Whitelabel-Lösung mit Logo und Farben der Immobiliengesellschaft) steuern. Daten wie Energieersparnis können ebenfalls eingesehen werden. „Zum Beispiel über ein Tablet an der Wand oder dem PC, bis hin zu jedem Android- oder iOS-Gerät“, so Hauke. Kompatibel seien alle Haushaltsgerätehersteller, deren Produkte sich mit dem WLAN verbinden lassen. „So zum Beispiel alle modernen Kühlschränke, Backöfen, Geschirrspüler von Bosch, Siemens, Gaggenau, Neff oder Liebherr – vom Staubsaugroboter über die bekannten Smart-Home-Geräte der Hersteller bis hin zum E-Auto oder neuen Verbrennern ist alles zentral kompatibel.“

Zudem sei gerade eine verknüpfte Facility-Management-Plattform in der Entwicklung, die dem Eigentümer des Objektes allgemeine Informationen über das Gebäude liefert. Wo ist Schimmelgefahr? Welche Parkplätze werden allgemein genutzt und welche nicht? Wie ist die Situation auf den Gängen oder in Fahrstühlen. Diese und weitere Fragen zum Zustand des Gebäudes oder der Wohnung lassen sich so klären. Den Endverbraucher haben die Gründer von Pionize dabei jedoch nicht aus den Augen verloren. Sie „kommen schon jetzt hierüber – über ihren Vermieter oder Eigentümer – mit uns in Kontakt“, sagt Hauke. Geplant sei, den Endkunden ab Ende dieses Jahrs auch direkt anzusprechen.


  1. In fünf Minuten zum smarten Heim
  2. Hersteller-unabhängig, benutzerfreundlich, sicher
  3. Roadmap und Finanzierung

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