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Einbruchschutz

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04. Juni 2021, 11:18 Uhr   |  Diana Künstler

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© Somfy

Geeignete Sicherheitssysteme erschweren Einbrechern ihr Vorhaben.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist seit Jahren rückläufig. Prävention wirkt also. Das ist jedoch noch lange kein Grund, um nachlässig zu werden: Wie mit Mitteln des vernetzten Heimes Einbrechern die Diebestour vermasselt werden kann – Tipps der Hersteller und Spezialisten.

Die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle in Deutschland ist das fünfte Jahr in Folge zurückgegangen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik zählt für das vergangene Jahr rund 75.000 Fälle, etwa 14 Prozent weniger als noch 2019. In nahezu allen Bereichen der Diebstahlsdelikte ist diese Entwicklung zu beobachten. Gründe dafür seien auf die durch die Corona-Maßnahmen veränderten „Tatgelegenheitsstrukturen“ zurückzuführen, wie beispielsweise Einschränkungen des öffentlichen Lebens und höhere Zeitanteile zu Hause. Verstärkte Grenzkontrollen dürften ebenfalls  hineinspielen.

Eine Zunahme von rund elf Prozent gab es hingegen bei Diebstahl in/aus Boden-, Kellerräumen und Waschküchen, worauf Kriminelle vermutlich ausgewichen sind. Getrübt wird die erfreuliche Bilanz zudem vom höheren Schadendurchschnitt. So kletterte die durchschnittliche Schadenhöhe im Jahr 2019 um 350 Euro (+12 Prozent) auf 3.200 Euro und lag damit so hoch wie nie zuvor. Und auch wenn der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bisher noch keine Zahlen für 2020 bekanntgegeben hat, ist davon auszugehen, dass dieser Trend nicht so schnell abebben wird.

15 Sekunden, ein Schraubendreher

Diebstahl 2020
© Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (Stand April 2021)

Der Anteil von „Wohnungseinbruchdiebstahl“ (75.023 Fälle) an „Diebstahl insgesamt in/aus Wohnungen“ (114.804 Fälle) belief sich im Jahr 2020 auf 65,3 Prozent (2019: 66,5 Prozent).

Bei vielen Einbrechern handelt es sich um Gelegenheitsdiebe, die es auf einfach mitzunehmende Wertgegenstände wie Bargeld oder Schmuck abgesehen haben. Auch Kleinelektronik wie Smartphone, Tablet, Laptop oder Spielekonsole stehen hoch im Kurs, da diese in fast jedem Haushalt zu finden und leicht zu verkaufen sind. Insgesamt entstehen durch Wohnungseinbrüche jährlich Schäden von rund 300 Millionen Euro. „Neben dem finanziellen Verlust haben viele Betroffene anschließend mit psychischen Folgen zu kämpfen“, ergänzt Michael Conradi, Experte der Initiative Elektro+. „Die Tatsache, dass sich ein Unbekannter Zugang zu den eigenen Wohnräumen verschafft hat, führt oftmals zum Verlust des Sicherheitsgefühls im eigenen Zuhause.“ Viele Opfer hätten noch Jahre nach dem Einbruch mit dessen Folgen zu kämpfen und litten unter Angstzuständen, Schlaflosigkeit oder Gereiztheit. Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen hat in dem Zusammenhang herausgefunden, dass jedes fünfte Opfer aus seiner Wohnung auszieht beziehungsweise einen Umzug in Betracht zieht.

Wie schnell ein Einbruch ablaufen kann, zeigen die Statistiken: Laut Einbruchsreport des GDV benötigen Einbrecher in der Regel weniger als 15 Sekunden, um ein Fenster aufzuhebeln. Dafür reicht in der Regel schon ein einfacher Schraubendreher. „Dies liegt in erster Linie daran, dass immer noch rund 80 Prozent der Fenster und Türen nicht ausreichend gesichert sind“, erklärt Conradi. „Gekippte Fenster oder Mülltonnen, die als Kletterhilfe den Zugang zum Balkon erleichtern, sind darüber hinaus eine willkommene Einladung für Einbrecher. Selbst wenn sich die Bewohner im Haus befinden, können sie sich so unbemerkt Zugang verschaffen und einfach mitzunehmende Wertgegenstände wie Bargeld, Schmuck oder Kleinelektronik entwenden.“ Auch während des Urlaubs beziehungsweise bei längerer Abwesenheit profitieren Einbrecher laut Elektro+ häufig von der Leichtsinnigkeit der Bewohner. So verraten dauerhaft geschlossene Rollläden, ein Briefkasten, der vor Post überquellt, und nicht zuletzt Urlaubsankündigungen und Urlaubsfotos auf Social-Media-Portalen allzu deutlich, dass niemand zu Hause ist. Effektiver Einbruchschutz beginnt also bereits mit einem klaren Sicherheitsbewusstsein und dem richtigen Verhalten. Auch eine wachsame Nachbarschaft kann zum Einbruchschutz beitragen. Damit es jedoch gar nicht erst soweit kommt, sollten Haus oder Wohnung mit der richtigen Schutztechnik ausgestattet werden. Laut Kriminalpolizei scheitert ein gutes Drittel aller Einbruchsversuche nämlich an solchen Sicherungseinrichtungen.

Wie diese genau aussehen können, beleuchten Informationen von Elektro+, auf denen auch ein Großteil dieses Beitrages basiert. Um jedoch ein individuelles Schutzkonzept zu eruieren und die Schwachstellen im eigenen Wohngebäude zielgenau aufzudecken, empfiehlt die Brancheninitiative Beratung durch einen qualifizierten Elektrofachbetrieb oder eine polizeiliche Beratungsstelle.

Michael Conradi, Elektro+
© Elektro+

Michael Conradi, Experte der Initiative Elektro+

Statement: Einbruchschutz nicht aus den Augen verlieren
Michael Conradi: "Die Zahl der Einbrüche ist seit 2015 rückläufig und aufgrund der Corona-Pandemie halten wir uns häufiger in den eigenen vier Wänden auf. Für viele verliert das Thema Einbruchschutz daher an Bedeutung. Darin sehe ich ein großes Problem. Warum ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in den letzten Jahren zurückgegangen? Weil sich die präventiven Maßnahmen der Bürger auszahlen. In ungesicherten Gebäuden haben Einbrecher meist leichtes Spiel. Laut Einbruchsreport der deutschen Versicherungswirtschaft benötigen sie in der Regel weniger als 15 Sekunden, um ein Fenster aufzuhebeln. Dies liegt in erster Linie daran, dass immer noch rund 80 Prozent der Fenster und Türen nicht ausreichend gesichert sind. Gekippte Fenster oder Mülltonnen, die als Kletterhilfe den Zugang zum Balkon erleichtern, sind darüber hinaus eine willkommene Einladung für Einbrecher. Selbst wenn sich die Bewohner im Haus befinden, können sie sich so unbemerkt Zugang verschaffen und einfach mitzunehmende Wertgegenstände wie Bargeld, Schmuck oder Kleinelektronik entwenden. Neben dem finanziellen Verlust, haben viele Betroffene anschließend mit psychischen Folgen zu kämpfen. Die Tatsache, dass sich ein Unbekannter Zugang zu den eigenen Wohnräumen verschafft hat, führt oftmals zum Verlust des Sicherheitsgefühls im eigenen Zuhause. Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Haus oder Wohnung mit der richtigen Schutztechnik ausgestattet werden. In der Elektro+-Broschüre 'Einbruchschutz für Haus und Wohnung' bieten wir einen Überblick über die wichtigsten mechanischen und elektronischen Schutzmaßnahmen gegen Wohnungseinbrüche.“

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2. Förderung und Zuschüsse möglich
3. Elemente eines effizienten Türkommunikationssystems
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