Schwerpunkte

Schnittstellen in der Gebäudeautomation

Funk – DIY oder Sorglos-Fertigpaket?

02. Dezember 2020, 09:55 Uhr   |  Antje Müller

Funk – DIY oder Sorglos-Fertigpaket?
© jamesteohart-123rf

Bluetooth, ZigBee und Z-Wave oder DECT, Lora und KNX? Zur Installation von Sensoren und Aktoren im Gebäude braucht es zuverlässige Verbindungs- und Kommunikationswege. Bei der Vernetzung stellen sich Fragen zur Wahl kompatibler Schnittstellen.

Egal, ob vernetztes Eigenheim oder intelligente Gebäudeautomation – wer seine Räume ‚smart‘ machen möchte, muss sich um eine optimale Zusammenarbeit der gewünschten Komponenten kümmern. Gerade im Bereich IoT (Internet of Things) boomt der Markt mit prognostizierten Milliarden von Endgeräten, die immer höhere Reichweiten und einen reduzierten Stromverbrauch anstreben. Doch die überlappenden Einsatzgebiete machen das Angebot zunehmend undurchsichtig. Vor allem, wenn dem Ziel, möglichst alle Geräte in einem Netzwerk problemlos zusammenzuschließen und zu steuern, ein gemeinsamer Standard oder eine gemeinsame Schnittstelle im Wege steht. Da gibt es im Rahmen der Smart-Home-Vernetzung mit WLAN oder Bluetooth eine allseits bekannte erste Anlaufstelle für das lokale Funknetz und der Datenübertragung zwischen Geräten über kurze Distanzen. Mit ZigBee oder Z-Wave dann wieder durch Allianzen verbreitete System­plattformen, die die Interoperabilität funkbasierter Produkte stark gesteigert haben. In Smart-Building-Umgebungen wird dafür, neben reichweitenstarken Funklösungen, gerade auch unter Profis auf stabile intelligente Bussysteme gesetzt. Mitmischen wollen hier ebenso Systemanbieter, die gern auch mit Einzellösungen eines Herstellers konkurrieren und lieber für eine hohe Integrierbarkeit unterschiedlicher Marken eine offene Schnittstelle präferieren. Denn was nutzt ein geschlossenes System, wenn man oft günstiger und nach Bedarf verschiedene Hersteller kombinieren möchte? Ob proprietär oder offen, populär oder einzigartig – eine optimale Kompatibilität führt letztlich immer zur gleichen Frage: Worüber wird kommuniziert, was steckt hinter oder in der Dose und welchen Grad von Interoperabilität bieten Hersteller smarter Produkte?

Die große Konkurrenz im Bereich der Sprachassistenz hat hierfür, zusammen mit namenhaften Geräteherstellern wie Ikea, Signify und Samsung, vor einem Jahr eine Arbeitsgruppe für einen lizenzfreien Verbindungsstandard für Smart-Home-Geräte ins Rennen geschickt. Auf welchen interoperablen Funkstandard gesetzt wird – und die Zeichen stehen nicht schlecht für ZigBee – wird wohl die Weichen stellen für alle weiteren Entwicklungen im Bereich IoT. Erste Arbeitsergebnisse dieses Projekts „Connected Home over IP“ sollen noch bis Ende dieses Jahres vorgestellt werden. Bis dahin gleicht die Diskussion, zumindest um den Funkstandard im Smart Home, weiterhin der um Mac oder PC. Wer sich beispielsweise weniger Gedanken um Technik machen will, der tendiert wohl eher zu einer Komplettlösung. Wahlweise basierend auf populären Schnittstellen, herstellereigenen Verbindungswegen oder eben etablierten Kommunikationsprotokollen. Letzteres kann dann schon wieder so unpopulär sein, dass es sich außerhalb des Radars von Hackern bewegt. Bei allem Für und Wider gilt: „Wenn man sich auf einen Standard festlegt, sollte man auf das richtige Pferd gesetzt haben“, erklärt Uwe Fischbach, Leiter des Bereichs Home Automation bei Kopp. „Aktuell ist es so, dass man sich ein Produkt X kauft und dieses zum Beispiel mit einem Produkt Y aus dem Baumarkt kombiniert. Dann hat man irgendwann zehn verschiedene Systeme, die über irgendein Gateway miteinander vernetzt werden, aber möglicherweise nicht voll funktionieren.“

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1. Funk – DIY oder Sorglos-Fertigpaket?
2. Sichere Alternative aus der Telefondose?!
3. Smart Home für Einsteiger oder Bastler
4. Wie ist die Lage im Voll-Profi-Segment?

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