Markteintritt von Segway

„Europa ist derzeit der größte Markt“

12. Juli 2022, 6:50 Uhr | Interview: Diana Künstler
Segway Navimow Rasenmähroboter
© Segway

Segway ist vor allem als Hersteller des gleichnamigen E-Scooters ein Begriff. Seit Ende Mai bringt das US-amerikanische Unternehmen aber erstmals unter dem Namen „Navimow“ einen Rasenmähroboter in den Handel – entwickelt und gelauncht in Europa. Smarthouse Pro hat nachgefragt.

Segway hat ja nicht nur das weltweit bekannte, gleichnamige Fahrzeug im Portfolio, sondern verfügt auch über langjährige Erfahrung im Service-Roboter-Bereich. Wie kommt das?

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George Ren, Segway
George Ren, General Manager bei Segway
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George Ren: Segway betreibt seit Jahren Forschung und Entwicklung im Bereich Robotik. Bereits 2003 haben wir die RMP (Robotics Mobility Platform) – eine integrierte Roboterplattformlösung – eingeführt und 2016 eine eigene Abteilung gegründet. Loomo, der erste persönliche Begleitroboter der Welt, wurde im selben Jahr eingeführt, gefolgt von einer umfangreichen Reihe von Roboterprodukten, einschließlich Segway Navimow.

Welche Arten von Robotern bietet Segway an? Welche Käufergruppen adressiert man?

Ren: Segway Navimow bietet einen intelligenten Rasenmähservice für private Gartenbesitzer. Zu den weiteren Roboterprodukten gehören Serviceroboter für den Innen- und Lieferroboter für den Außenbereich, die sich an Restaurants, Hotels, Lieferdienste und so weiter richten, sowie RMP, die für bestimmte Zwecke umprogrammiert oder angepasst werden können.

Welche Produktphilosophie liegt dieser Business Unit zugrunde? Wie will man sich von Mitbewerbern absetzen?

Ren: Dieser Geschäftsbereich widmet sich den Produkten für Heimserviceroboter. Das erste und einzige Produkt des Geschäftsbereichs ist derzeit Segway Navimow. Er hebt sich von den meisten Konkurrenzprodukten dadurch ab, dass er mit dem EFLS (Exact Fusion Locating System) eine zentimetergenaue Positionierung erreichen kann, sodass er keinen Begrenzungsdraht benötigt und systematisch in einem geplanten Muster mäht.

Segway Navimow Rasenmähroboter
Das Exact Fusion Locating System (EFLS), eine Art Fusions-Ortungstechnolgie, soll „Segway Navimow“ zu möglichst hoher Positionierungsgenauigkeit verhelfen. Das Kernstück dieser Technologie ist die Nutzung von GNSS-Satellitensignalen (Global Navigation Satellite System), um durch Echtzeit-Kinematik eine Positionsgenauigkeit im Zentimeterbereich zu erreichen. Zudem soll der Roboter mit 54 dB(A) besonders leise sein. Die Geländeräder aus Gummi sind fünf Zentimeter dick und ermöglichen dem Roboter, Steigungen von 45 Prozent zu bewältigen. IPX6-wasserbeständig ist „Navimow“ ebenfalls. Neben der langlebigen Hardware setzt Segway auf die speziell entwickelte Navimow-App, um zur „Einfachheit des Rasenmähens“ beizutragen.
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Was gab den Ausschlag speziell für den Einstieg in das Rasenmähroboter-Geschäft?

Ren: Die Idee des Segway Navimow basiert auf der UWB-Technologie (Ultra-Wideband), die bereits in einigen Mobilitätsprodukten von Segway eingesetzt wurde. Wir waren auf der Suche nach einem Szenario, in dem diese Technologie in Roboterprodukten eingesetzt werden könnte, und haben nach eingehender Untersuchung des Marktpotenzials und der Anwendbarkeit der Technologie einen Roboterrasenmäher ins Auge gefasst. Auch wenn UWB später in der Forschungs- und Entwicklungsphase nicht in Frage kam, weil es nicht die gewünschte Positionierungsgenauigkeit erreichen konnte, so gab es uns doch den Anstoß, in das Geschäft mit Roboterrasenmähern einzusteigen.

Entwickelt und gelauncht wird der Rasenmähroboter ja zunächst in Europa. Warum die Fokussierung auf den europäischen Markt in dem Zusammenhang?

Ren: Europa ist derzeit der größte Markt mit der höchsten Nachfrage nach Roboterrasenmähern weltweit. Ein ausgereifter Markt wird uns mehr Verbraucher bescheren, die uns wertvolles Feedback geben und uns helfen können, unsere Produkte zu verbessern. Außerdem bedeutet eine größere Nutzergruppe eine größere Herausforderung, sodass wir bereit sind, Veränderungen und Chancen anzunehmen.

Wie wird Navimow in Deutschland vertrieben? Und inwiefern unterstützen Sie die Fachhändler beim Verkauf und der Bewerbung?

Ren: Derzeit werden die Navimow-Rasenmäher über den einzigen Vertriebspartner Herkules und den Fachhandel verkauft, um den Endkunden vor und nach dem Kauf Beratung und Service zu bieten. Segway bietet die nötige Unterstützung in den Bereichen Logistik, Markenwerbung und After-Sales.

Abschließend: Sind noch weitere Roboter – gegebenenfalls in anderen Segmenten – in Planung?

Ren: Im Moment möchten wir uns bei den Heimservicerobotern auf die Roboterrasenmäher konzentrieren. Navimow ist unser erstes Produkt und wir hoffen, es zum besten zu machen, indem wir nach Perfektion streben. Wenn wir mehr Erfahrung in dieser Branche gesammelt haben, werden wir natürlich auch andere Gartenprodukte für verschiedene Zwecke entwickeln. Langfristig hoffen wir, den Nutzern zu Hause und im Freien weitere hochwertige Produkte anbieten zu können.


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