Interview mit Signify

„Es geht darum, die Torte gemeinsam zu vergrößern“

23. Dezember 2021, 8:30 Uhr | Interview: Antje Müller
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Das Pandemiejahr 2020 hat dem Beleuchtungsmarkt stark zugesetzt. Viele Investitionen im B2B-Bereich wurden verschoben – die Nachfrage im Consumer-Segment steigt hingegen. Im Gespräch mit Gerwin van der Horst, DACH-Leiter des Consumer Products-Bereichs bei Signify.

Smarthouse Pro: Herr van der Horst, was passiert in Anbetracht der Veränderungen durch die Pandemie gerade im Home-Bereich?
Gerwin van der Horst: Im B2C-Bereich verkaufen wir unsere Produkte über verschiedene Kanäle. Wir haben einen Online-Kanal und einen Offline-Kanal mit dem traditionellen DIY- und Electro-Retail-Kanal. Besonders jetzt ist im Offline-Bereich ein sehr großer Nachholbedarf festzustellen, auch in den Connected-Bereich einzusteigen. Die Anwendungsmöglichkeiten für den Konsumenten werden immer größer und damit wird Licht für eine sehr breite Zielgruppe interessant. Das Thema Home-Nesting hat sich seit den letzten Jahren intensiviert. Das ist ein Trend, der sehr stark zugenommen und der durch den Lockdown nochmal an Fahrt aufgenommen hat. Das bedeutet, wir müssen unseren Konsumenten gut zuhören und herausfinden, was sie bei den Anwendungsmöglichkeiten möchten, was nicht genutzt wird und was fehlt.  

Smarthouse Pro: Trotz dieser Nachfrage im Consumer-Bereich ergab das Jahr 2020 einen deutlichen Rückgang der Gesamtumsätze um nahezu 13 Prozent. Ausgeglichen werden konnte das nur durch die Übernahme des US-Beleuchtungsherstellers „Cooper Lighting Solutions“. Welche strukturellen Maßnahmen werden folgen?
van der Horst: Sie haben Recht. Nach unserem Jahresabschluss im letzten Jahr haben wir einen Umsatzrückgang um 12,7 Prozent. Das betraf insbesondere den professionellen Bereich. Was wir im B2B-Bereich gesehen haben, ist, dass viele Investitionen entweder zurückgegangen sind oder verschoben wurden. Viele Büros sind im Moment leer, weil die Leute zu Hause arbeiten. Das bedeutet, dass die Investitionen für die Büros entweder weniger geworden sind oder abgewartet wird, bis die Pandemie vorbei ist. Wir versuchen, Lösungen anzubieten, die den Konsumenten und Kunden zu helfen, ihre Umgebung auf sichere Weise zu verbessern. Für den B2B-Bereich als auch den B2C-Bereich haben wir jetzt zwei neue Produkte im Bereich UV-C auf den Markt gebracht. Hier gibt es eine Leuchte, die die Oberfläche im Raum darstellen und eine Box, in der man Geräte desinfizieren kann. Die Pandemie betrifft uns alle, aber sie bietet auch Chancen. Diese Chance haben wir mit UV-C genutzt und nutzen sie auch weiter.

Smarthouse Pro: Im Zuge der Jahresbilanz wurde darüber hinaus angekündigt, dass im Personalwesen und im Kostenmanagement eine Umstrukturierung ansteht. Können Sie schon sagen, welche Veränderungen im Detail geplant sind?
van der Horst: Unser CEO wird sich zu gegebener Zeit dazu äußern. Was man sagen kann, ist, dass wir uns als Organisation der aktuellen Situation anpassen müssen. Wir gehen davon aus, dass sich der Lichtmarkt bis 2023 wieder so weit erholt, wie er vor der Pandemie war. Von daher wird es sicherlich Maßnahmen geben. Wie die genau aussehen, kann ich noch nicht sagen.

Smarthouse Pro: Signify ist parallel sehr lange im landwirtschaftlichen Bereich tätig – ein sehr interessantes Konzept: Licht, um Pflanzen wachsen zu lassen. Wird sich der Schwerpunkt von Signify aufgrund der verschobenen Investitionen im B2B-Bereich verlagern oder wird Horticulture ein Standbein bleiben?
van der Horst: Die Horticulture ist in dem Sinne weniger vom Lockdown betroffen, weil wir alle Nahrungsmittel zum Überleben benötigen. Wir möchten uns auch alle gut ernähren und das auf eine sichere Art und Weise tun. Unsere Initiative wird mit Vollgas auch auf weitere Anwendungsbereiche ausgerollt. Durch den Klimawandel sind natürlich solche Konzepte wie Urban Farming, Verkürzung von Lieferwegen et cetera ganz wichtige Bausteine, wo wir mit unserem Licht und verschiedenen Konzepten die Wachstumskette aufteilen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, mit Licht die Erträge zu steigern und zum Beispiel den Vitamingehalt zu beeinflussen. Das geht bei Blumen, aber auch Tomaten, Gemüse, Früchte. Wir haben Projekte, zum Beispiel in Russland, wo sich auf dem Dach eines Supermarktes ein großes Gewächshaus befindet, um von dort den Salat für die Auslage zu ernten. Das sind zwar noch Piloten und noch nicht alltagstauglich. Aber in die Richtung wird es gehen.


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