Gastkommentar von Allterco

Energiesparen kann so einfach und komfortabel sein

7. Dezember 2022, 15:13 Uhr | Autor: Peter Egglseder / Redaktion: Diana Künstler
Große Firmen wollen Energiebedarf senken
© Pixabay/CC0

„Der Letzte macht das Licht aus!“ ist theoretisch eine gute Einstellung, nur ist sie nicht so effektiv, wie man meinen mag. Sowohl in Privathaushalten als auch Gewerberäumlichkeiten glühen Lampen oder Heizkörper unnötigerweise vor sich hin. Smart-Home-Lösungen wirken dieser Verschwendung entgegen.

Peter Egglseder von Allterco
Viele denken, dass die Installation von Smart-Home-Lösungen über ihre Fähigkeiten hinausgeht. Peter Egglseder, CTO bei Allterco Deutschland, verrät, wie unkompliziert das eigene Energiemanagement sein kann.
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Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz1 verbrauchen die 41 Millionen deutschen Haushalte in einem Jahr etwa 670 Terawattstunden Energie für Wärme und Strom. Industrie, Gewerbe, Handel und der Dienstleistungsbereich sind für weitere 1.000 Terrawattstunden pro Jahr verantwortlich. Das größte Einsparpotenzial liegt demnach vor allem beim Heizen und der Warmwasseraufbereitung, aber auch Beleuchtungsanlagen sowie Klein- und Großgeräte können echte Energiefresser sein.

Smart Home Devices können dabei helfen, den eigenen Energieverbrauch im Auge zu behalten und bei Bedarf runterzuschrauben. Zwar geben in einer aktuellen Umfrage 72 Prozent der befragten Smart-Home-Enthusiasten an, ihre Geräte vor allem vor dem Hintergrund der Energieeffizienz zu nutzen, dennoch besteht weiterhin der Irrglaube, dass die Einrichtung der Technologie viel zu aufwändig und komplex und daher womöglich nicht lohnenswert ist.

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DIY: Smartes Energiemanagement muss nicht kompliziert sein

Die Arbeit mit Elektrizität und die Installation neuer Komponenten wirkt auf viele einschüchternd – und das zu Recht. Aus sicherheits- und versicherungstechnischen Gründen müssen ausgebildete Elektriker Veränderungen am Stromnetzwerk, an Steckdosen oder am Stromkasten vornehmen. Daher sollte man sich vorab überlegen, wie die Energiespar-Strategie aussieht, in welchem Umfang Smart Home Devices eingebaut werden sollen und ob man eine Modernisierung ganzer Gebäude – und somit auch die Konsultation von Fachpersonal – in Betracht ziehen muss.

Eine weitere Möglichkeit, eigenständig erste kleinere Energiesparmaßnahmen in der Wohnung oder in Gewerberäumlichkeiten durchzuführen, bilden Plug-and-Play-Produkte. Zumeist handelt es sich dabei um Adapter, die in die Steckdose gesteckt werden. Sie erfordern kein Vorwissen, was ihre Installation unkompliziert macht, und gehen nicht an die Bausubstanz. Mithilfe eines Stromverbrauchmessers können Anwender vorab herausfinden, wo sich Energiefresser befinden, und im Anschluss die intelligente Plug-and-Play-Lösung entsprechend zwischen Steckdose und Elektrogerät stecken.

Neben einer Vielzahl von Elektrogeräten lassen sich auch Sensoren wie Bewegungsmelder sowie Temperatur- und Lichtmesser in das vernetzte System einbinden. Sie ermöglichen einen höheren Automatisierungsgrad und machen das Energiemanagement noch effizienter.

Komfortabel Energie sparen – egal wann und wo

In der Regel lassen sich Smart-Home-Lösungen via WLAN mit dem Heimnetzwerk verbinden. Der reale Energieverbrauch einzelner Verbundgeräte ist dann mithilfe einer App über das Smartphone oder Tablet einseh- und steuerbar. Ist der Verbrauch beispielsweise zu hoch, können Anwender ihn in der App einfach herunterregeln. In benutzerdefinierten Zeitplänen können sie einstellen, wann sich beispielsweise die Heizung einschalten soll – und das ganz automatisch.

In vielen Fällen sind Smart-Home-Anwendungen an eine Cloud angebunden. Dadurch kann man sämtliche Geräte für noch mehr Komfort über alle gängigen Sprachassistenten bedienen. Außerdem ermöglicht dies ein ferngesteuertes Energiemanagement. Ist man zum Beispiel unterwegs und stellt in der App fest, dass das Licht im Flur noch brennt, kann man es noch aus der Ferne ausschalten. Gleiches gilt für die Heizung: Im Winter kann man einem smarten Thermostat den Befehl geben, in wenigen Minuten den Heizkörper anzustellen, damit die Wohnung nicht eisig kalt ist, sobald man zurückkommt – eine energieeffizientere Alternative als die Heizung durchgängig laufen zu lassen.

Fazit: Use Cases für Smart Home Devices

Wie unkompliziert die Einrichtung und Nutzung von vernetzten, energieeffizienten Smart-Home-Systemen ist, zeigen die folgenden Anwendungsbeispiele. Sie lassen sich optimal sowohl im privaten als auch gewerblichen Umfeld umsetzen.

Use Case 1: Energieeffiziente Fußbodenheizung
Wer eine Fußbodenheizung im Bad besitzt, der weiß: Sie brauchen lange, um auf die gewünschte Temperatur hoch zu heizen. Viele lassen sie daher über Nacht auf Hochtouren laufen, um am nächsten Morgen nach dem Duschen nicht auf kalte Fliesen treten zu müssen. Das ist jedoch höchst ineffizient und verschwendet Energie. Vielmehr sollte man die Temperatur für ein angenehmes Raumklima konstant halten. Die Kombination aus Relais und Temperatursensor, die an das Beheizungssystem angebunden sind, sorgt für eine gleichmäßige Raumtemperatur. Der Sensor registriert, wenn sie einen vordefinierten Wert über- oder unterschreitet und regelt die Temperatur entsprechend.

Diese Methode ist ebenfalls auf anderen Heizkörpern anwendbar. Ein intelligentes Thermostat, das zum Beispiel an der Wohn- oder Schlafzimmerheizung angebracht und mit dem Smart-Home-System verbunden ist, erkennt, wenn Fenster zum Durchlüften geöffnet werden und fährt das Gerät automatisch runter.

Use Case 2: Zuverlässiges Beleuchtungssystem
Wie bereits erwähnt, passiert es nicht selten, dass man vergisst oder schlichtweg darauf verzichtet, Lichter auszuschalten. Diese Nachlässigkeit schlägt bei den steigenden Energiepreisen ordentlich zu Buche. Abhilfe schafft ein WLAN-Schaltaktor, der hinter den Lichtschaltern installiert wird. Dieser ermöglicht die Steuerung via Smartphone oder Sprachassistent. Ein Relais lässt sich ebenfalls mit einem Bewegungsmelder verbinden, der erkennt, ob sich jemand im Raum befindet und das Licht entsprechend ein- und ausschaltet.

Use Case 3: Automatische Rollläden
Energiesparmaßnahmen gelten nicht nur für den Winter. Im Hochsommer können sich die Wohnung oder das Haus schnell aufheizen. Und wer möchte in eine brütend heiße Wohnung zurückkehren, wenn man aus Versehen vergessen hat, die Rollläden runterzufahren? Bevor man die energiefressende Klimaanlage einschaltet, lohnt es sich, die elektrischen Rollläden mit einem WLAN-fähigen Relais und einem Temperatursensor auszustatten. In der App können Anwender festlegen, ab welcher Außentemperatur das System die Rollläden runter- oderhochfahren soll. Dadurch muss niemand mehr durch alle Räume gehen und dies manuell erledigen.

1 https://www.energiewechsel.de/KAENEF/Navigation/DE/Thema/energiespartipps.html
2 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1168810/umfrage/smart-home-gruende-fuer-die-nutzung/


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