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Elementare Absicherung

21. September 2020, 15:41 Uhr   |  

Elementare Absicherung
© Jakub Gojda-123rf

Vom Kabelbrand bis zum überfluteten Keller: Feuer und Wasser sind Gefahrenquellen, die oft zu lange unbemerkt bleiben. Erkennt man sie, ist schnelles Reagieren gefragt. Mithilfe eines Smart-Home-Ansatzes lässt sich relativ unkompliziert und schnell ein intelligentes Frühwarnsystem installieren.

Intelligente Haustechnik sorgt nicht nur für mehr Komfort und Energieeffizienz im Alltag. Auch in „brenzligen“ Situationen erweist sie sich als hilfreich und kann dazu beitragen, Schäden am Haus zu minimieren. Die oberste Prämisse lautet in diesem Kontext: Ein intelligentes Haus ist immer nur so gut wie seine fünf Sinne. Während Menschen in erster Linie sehen, hören, riechen, schmecken und tasten sowie Temperatur, Schmerz, Gleichgewicht und den Körpersinn spüren können, sind die Wahrnehmungen im Smart Home eher messtechnischer Natur. Sensoren für zahlreiche Werte wie Temperatur, Helligkeit, Wind, Rauch, Nässe und vieles mehr können dabei helfen, dass man das Haus und die darin verbaute Technik stets im Griff hat.

Häufigste Schadenfälle deutsche Haushalte
© Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)/cosmosdirekt.de

Die häufigsten Schadensfälle in Deutschland

Seine Vorteile kann ein wirklich „smartes“ Samrt Home  allerdings erst dann ausspielen, wenn dessen Komponenten auch in der Lage sind, miteinander zu kommunizieren. Ein Ansatz hierfür stellt die Vernetzung der Geräte mittels des Gebäude-Bussystems KNX dar: Der Rauchwarnmelder gibt auf diese Weise nicht nur einen lokalen Signalton ab, sondern reicht ihn auch an andere Melder weiter, die dann ebenfalls Alarm schlagen (s. auch „KNX-Sensoren gegen die Gewalt der Elemente“). Ein anderes Szenario bilden Sturm und Regen, denn auch diese Elemente können kostspielige Schäden verursachen, beispielsweise an Markisen und Jalousien oder wenn es zum Dachfenster hereinregnet. Motorisch betriebene Beschattungen und Fenster, die sich drahtgebunden oder via Funk ebenfalls in die KNX-Haustechnik integrieren lassen, schaffen auch hier automatisiert Abhilfe.  

Kurz gefasst: Elementarschäden
Elementarschäden sind allgemein Schäden an Häusern und Hausrat, die durch das Einwirken von Naturgewalten entstehen. Dazu gehören typischerweise Schäden infolge von Blitzschlag, Hagel, Sturm (ab Windstärke 8), Starkregen, Überschwemmung, Hochwasser, Erdrutsch/Erdfall, Schneedruck, Lawinen, Erdbeben und Vulkanausbrüchen. Besonders häufig kommt es in Deutschland zu Elementarschäden durch Sturm oder Hagel. Bedingt durch den Klimawandel sind jedoch zunehmend auch Überschwemmungen und Starkregen zu beobachten. Eines ist dabei sicher: Elementarschäden gehen ins Geld und verursachen oft Kosten in vier- bis fünfstelliger Höhe. Den Rekord halten dabei die Flutkatastrophen der Jahre 2002 und 2013: Sie verursachten Sachschäden in Höhe von 1,8 Milliarden Euro (2002) und 1,65 Milliarden Euro (2013). Der Orkan „Kyrill“ richtete 2007 mit zwei Milliarden Euro die höchste Schadenssumme der jüngeren Versicherungsgeschichte an. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 225 Stundenkilometern riss er ganze Häuser um, entwurzelte Bäume und zerschmetterte Autos. Der bisher schlimmste Elementarschadensfall durch Starkregen ereignete sich 2014 in Münster, wo Niederschläge in kürzester Zeit ganze Stadtteile mit Schäden in Höhe von 200 Millionen Euro unter Wasser setzten. Innerhalb von nur zwei Wochen zwischen Mai und Juni verursachten die Regenfälle durch Elvira, Friederike und Gisela sogar Gesamtschäden in Höhe von 800 Millionen Euro. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, von Elementarschaden betroffen zu sein, hängt in erster Linie davon ab, an welchem Ort man sich aufhält, beziehungsweise wo die eigene Immobilie errichtet wurde. Um das Risiko für drei bestimmte Naturgefahren einzuordnen, hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) das Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen (ZÜRS) erarbeitet. Es teilt Regionen in vier verschiedene Gefährdungsklassen (GK) ein, abhängig davon, wie häufig es dort statistisch gesehen zu einem Hochwasser kommt:
  • Gefährdungsklasse 1: nach gegenwärtiger Datenlage nicht von Hochwasser größerer Gewässer betroffen
  • Gefährdungsklasse 2: Hochwasser seltener als einmal in 100 Jahren, insbesondere Flächen, die bei einem so genannten „extremen Hochwasser“ ebenfalls überflutet sein können
  • Gefährdungsklasse 3: Hochwasser einmal in zehn bis 100 Jahren
  • Gefährdungsklasse 4: Hochwasser mindestens einmal in zehn Jahren
Je nach GK wird der Beitrag für die Elementarschadenversicherung kalkuliert. Generell gilt: Je höher die Klasse, desto teurer der Versicherungsschutz. Circa 21,7 Millionen Adressen sind derzeit in das System eingespeist, wobei jede einer der vier Gefährdungsklassen zugeordnet ist. Entsprechenden Erkenntnissen von Stiftung Warentest zufolge liegen derzeit rund 92,3 Prozent der Häuser in der Gefährdungsklasse 1, darunter auch großflächige Gebiete in Berlin, Leipzig, München oder Stuttgart – sie können relativ einfach gegen Extremwetter versichert werden. Problematischer ist der Schutz für gut 1,6 Prozent der Immobilien in Gefährdungsklasse 3 oder 4, wie Häuser in der Altstadt in Passau an der Donau oder in Köln am Rhein. Auch kann es durchaus vorkommen, dass Versicherungen ab einer bestimmten Risikohöhe für Naturgefahren den Abschluss einer Versicherung gegen Elementarschäden ablehnen.
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1. Elementare Absicherung
2. Tückisches Feuer
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4. Das Wasser im Blick

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