Nachgefragt

Efficiency Smart Home

5. August 2021, 15:48 Uhr | Interview: Antje Müller
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Seit dem Januar kann mit der neu eingeführten Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) für das „Efficiency Smart Home“ von der Nutzung intelligenter Systeme für das Energiemanagement profitiert werden. Smarthouse Pro fragt nach, beim Leiter der Geschäftsstelle Smart Living des BMWi, Mijo Maric.

Smarthouse Pro: Seit dem 1. Januar sind Digitalisierungsmaßnahmen zur Verbrauchs-optimierung im sogenannten „Efficiency Smart Home“ eigenständig förderfähig. Wer – Hersteller wie auch Eigentümer – wird hiervon profitieren. Ist die Förderung auch für kleinere Häuschen wie Tiny Houses übertragbar?
Mijo Maric: Hersteller und Eigentümer werden beide von der Förderung von Digitalisierungsmaßnahmen zur Verbrauchsoptimierung profitieren. Für Hersteller erwarten wir eine weitere Stärkung der Nachfrage nach Smart-Living-Anwendungen im Bereich der Verbrauchsoptimierung. Durch die Digitalisierungsmaßnahmen zur Verbrauchsoptimierung im sogenannten „Efficiency Smart Home“ gewinnt der Eigentümer beziehungsweise Mieter an Komfort und Zuverlässigkeit. Außerdem können durch die Energieeinsparungen Ausgaben verringert werden. Abhängig vom bisherigen individuellen Heizverhalten, der sonstigen Ausstattung der Wohnung oder des Hauses mit etwa moderne Fenster, bestehender Dämmung, moderner Heizung und der Konfiguration des Smart-Living-Systems sind nach unseren Erkenntnissen Einsparungen von fünf bis 40 Prozent möglich. Diese bewegen sich meist zwischen 15 bis 30 Prozent.

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Mijo Maric ist Leiter der Geschäftsstelle Smart Living, die gemeinsam mit Initiativen der Wirtschaft das BMWi dabei unterstützen soll, Strategien und Maßnahmen für die Schaffung eines deutschen Leitmarkts für Smart-Living-Produkte zu entwickeln.
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Smarthouse Pro: Die Förderung durch BEG ist „technologieoffen“ gestaltet. Gibt es trotzdem Grenzen? Welche wären dies zum Beispiel?

Maric: Die BEG verfolgt bewusst einen technologieoffenen Ansatz. Allerdings werden im Bereich „Efficiency Smart Home“ keine Endgeräte und Unterhaltungstechnik gefördert, wie zum Beispiel Handy, Tablet, Computer, Fernseher oder Lautsprecher.

Smarthouse Pro: Mit der Bundesförderung soll ein Teil der Lücken beim Erreichen der CO2-Ziele im Gebäudesektor geschlossen werden. Welchem Effekt, beziehungsweise welche Entwicklungen erwarten Sie sich im Zuge der geänderten Gesetzes- wie auch Förderlage in Bezug auf erneuerbare Energien sowie für Smart-Living-Anwendungen in Gebäuden?
Maric: Die BEG ist ein klares Bekenntnis der Politik, dass Smart-Living-Anwendungen einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten. Mit dem damit erhofften verstärkten Einsatz von Smart-Living-Technologien kann ein Teil der bestehenden Lücke bei der Erreichung der CO2-Ziele im Gebäudesektor geschlossen werden, dem fast ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland zuzurechnen ist. Im Hinblick auf zusätzliche Förderung beim Einsatz von regenerativen Energien in Höhe von fünf Prozent dürfte ein weiterer Impuls für den Einsatz erneuerbarer Energien zu erwarten sein.


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