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Interview

Das Smart Home ist klarer Bestandteil der IT

20. April 2020, 13:30 Uhr   |  Autor: Folker Lück / Redaktion: Alexandra Hose

Das Smart Home ist klarer Bestandteil der IT
© Alexander Kirch/123rf.

Ein Interview mit Günther Ohland von der Smart Home Initiative Deutschland über die Unterschiede bei aktuellen Smart-Home-Lösungen. Der Smart-Home-Verfechter äußert sich auch über das Marktpotenzial im Profi-Markt, von der Beratung für Eigenheim-Bauer bis hin zu Ambient Assisted Living.

Smarthouse Pro: Herr Ohland, mit welchen Kernthemen beschäftigt sich die Smart Home Initiative Deutschland?

Ohland: Die Smart Home Initiative möchte alle an der Wertschöpfungskette Smart Home, Smart Building und Smart Living beteiligten Unternehmen über die Gewerkegrenzen hinweg vernetzen. Es gibt nicht den Smart-Home-Handwerker oder die Branche – vielmehr ist es ein Netzwerk aus ganz unterschiedlichen Produkten und Diensten, die gemeinsam smarte Lösungen für Menschen erstellen. Dabei wollen wir Forscher, Entwickler, Berater und Unternehmen zusammenführen und Kooperationen ermöglichen.

Smarthouse Pro: Welche Firmen oder Personen möchten Sie für ihren Verband gewinnen?

Ohland: Es beginnt bei anwendungsorientierter Forschung und Lehre, geht über Hardware- und Software-Entwickler, sowie die Value Add Distribution, den Fachhandel und das Handwerk bis hin zur Wohnungs- und Sozialwirtschaft als institutionelle Kunden.

Günther Ohland, Smart Home Initiative Deutschland e.V.
© Smart Home Initiative Deutschland e.V.

Günther Ohland gilt als einer der Smart-Home-Pioniere in Deutschland. Der Vorsitzende des Vorstands der Smart Home Initiative Deutschland e.V. hat zahlreiche Fachbücher zu diesem Themenbereich veröffentlicht und wohnt selbstverständlich auch selbst in einem smarten Haus.

Smarthouse Pro: Was sind aus ihrer Sicht professionelle Smart-Home-Lösungen – sprich, nicht solche Lösungen, die es im Flächenmarkt in der Mitnahmepackung gibt?

Ohland: Es gibt Lösungen und Systeme, die nur vom Elektrofachmann verbaut werden dürfen. Diese sind eigentlich nur im Neubau anzutreffen. Der Markt bietet allerdings inzwischen qualitativ gute Systeme und Lösungen, die für den Do-it- yourself-Einbau entwickelt wurden und dafür auch tatsächlich gut geeignet sind. Diese lassen sich mit wenig Aufwand auch von geschickten Heimwerkern perfekt installieren. Die Grenze für Heimwerker und Hobbybastler ist dort, wo an 230 Volt-Leitungen oder dem Sicherungskasten gearbeitet werden muss.

Wichtig ist darüber hinaus die Tatsache, dass sich IPv6 als Standard auch im Smart Home immer weiter verbreitet. IP-Cams, Produkte wie von Sonos, Netatmo, aber auch Alexa und die Sicherung der Installation in der Cloud – alles das findet auf IP-Basis statt. Was die unterschiedlichen Systeme angeht, kann man nach meiner Einschätzung klar sagen, dass die Front der proprietären Systeme  bröckelt und sich der IP-Standard immer stärker durchsetzt. Homematic IP ist in Europa inzwischen führend.

Dass das Smart Home mittlerweile zum überwiegenden Teil klarer Bestandteil der Informationstechnologie ist, zeigen auch diverse Lösungen, bei denen beispielsweise Informationen zu außergewöhnlichen Aktivitäten wie Einbruchsversuch oder Störungen der Heizung per Push-Nachrichten-Dienst erfolgen. Und darin besteht für ITK-Systemhäuser ein großes Potenzial, denn von vielen Anwendern wird die IT nicht ausreichend beherrscht, was zu potenziellen Sicherheitslücken führen kann. Auch für Elektroinstallateure und sogar für fortschrittliche Unternehmen aus dem Bereich Sanitär, Heizung, Klima sehe ich hier gute Chancen. Letztere entwickeln sich zunehmend zu umfassenden Haustechnik-Spezialisten. Wer sich hier entsprechend weiterbildet, ist für heutige und kommende Anforderungen sehr gut aufgestellt.

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2. "Wir haben hier ein Umsetzungsproblem"

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