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Haushaltsroboter

Das bisschen Haushalt macht sich von allein

09. September 2020, 09:22 Uhr   |  Diana Künstler


Fortsetzung des Artikels von Teil 3 .

Roboter = smart?

Zaco Saugroboter individualisierbar
© Zaco

Einige Hersteller versuchen den Nutzern über personalisierbare Designelemente noch mehr Individualisierungsmöglichkeiten bei der Roboterwahl zu geben. Ecovacs kooperiert dafür beispielsweise seit November 2019 mit DeinDesign.de, wodurch man Designfolien nach eigenem Gusto auf den Geräten anbringen kann. Nach dem gleichen Prinzip agiert bereits länger auch Saugroboterhersteller Zaco: Beim DruckpartnerCaseable stehen zu jedem Robotermodell mehr als 3.000 Designs zur Verfügung – eine kleine Auswahl ist oben zu sehen. Auch selbstgestaltete Skins sind denkbar.

Auch beziehungsweise gerade weil zahlreiche Haushaltsgeräte gerne den Stempel „smart“ aufgedrückt bekommen, sollte man von Nutzerseite dieses Prädikat durchaus kritisch betrachten. So spricht man in der Regel von smarten Zusatzfunktionen, wenn die Haushaltshelfer internetfähig sind und über eine App via Smartphone, Tablet oder Sprachbefehl gesteuert werden können. Roboter ohne Smart-Funktion unterstützen zwar ebenso tatkräftig im Haushalt, müssen allerdings manuell ein- und ausgeschaltet werden. Der Vorteil von smarten Robotern besteht also darin, dass diese Geräte von überall individuell programmiert und überwacht werden können. Voraussetzung dafür sind ein Funkmodul sowie ein Gateway. Da solche Roboter über Sensoren ihre zu bearbeitenden Flächen kartographieren, können sie die Arbeit vergleichsweise schneller erledigen als ihre nicht smarten Kollegen. Auch sind sie meist in der Lage, Auskunft über ihren aktuellen Status zu geben: Ist das Gerät in Aktion, ist die Arbeit abgeschlossen oder wird der Akku aufgeladen?

Und in Zukunft? Doch der Alleskönner?
Auch wenn Haushaltsroboter in Sachen Zeit- und Arbeitsersparnis klare Vorteile mit sich bringen, haben sie doch noch mit einigen Kinderkrankheiten zu kämpfen. In Sachen Vorsicht und Rücksichtnahme könnten sie sich noch das eine oder andere Beispiel an ihren “Kollegen aus der Industrie” nehmen: Diese messen Sicherheitsabstände, reagieren auf Berührung und passen sich dem individuellen Tempo ihres menschlichen Kollegen an. Diese Art von Intelligenz künftig auch in Haushaltsrobotern integriert zu wissen, wäre ein enormer Zugewinn.

Noch besser wäre es gar, wenn Haushaltsroboter selbst erkennen würden, welches Verhalten oder welche Funktion derzeit angebracht ist. So könnten sie Familienmitglieder an ihren Stimmen und Gesichtern erkennen. Und auch das Lesen von grundlegenden Emotionen und das Erkennen unserer Gewohnheitsmuster wären denkbar. Der Roboter als persönlicher Helfer, der auf die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen reagiert, wäre ein wünschenswertes Zukunftsszenario. Und noch mehr: Dagmar Schuller, ihres Zeichens KI-Pionierin sowie CEO und Gründerin von Audeering, führt mit Blick auf den „menschelnden“ Roboter aus: „Das Potenzial empathischer Künstlicher Intelligenz ist riesig – und das in allen Bereichen, für die intelligente Geräte genutzt werden. Die Anwendungen in Marktforschung, Marketing, Retail, Medien und Entertainment liegen auf der Hand: Geht es hier doch vor allem darum, den Kunden besser zu verstehen und individualisiert auf ihn eingehen zu können.“ So wären auch im medizinischen Bereich – beispielsweise in der Diagnose und Therapie von neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson, neurokognitiven Krankheiten oder psychischen Krankheiten wie Depressionen – Anwendungsmöglichkeiten emotionaler KI vorstellbar. Eine einfühlsame Künstliche Intelligenz könnte in diesem Zusammenhang den Weg für eine „holistische Haushalts- und Pflegerobotik“ ebnen. Ein erster Schritt hin zum Multitasking-Roboter.

Bislang übt der Haushaltsroboter ja im Wesentlichen eine Funktion aus: Ein Saugroboter saugt, ein Wischroboter wischt. Zukünftig könnte er also auch den Müll rausbringen, dem Kind eine Gutenachtgeschichte vorlesen, mit dem Hund Gassi gehen oder in der Gesundheitsprävention eine Rolle spielen, indem er wie beschrieben Krankheiten anhand von Sprachmustern erkennt. Das ist zwar noch weit entfernte Zukunftsmusik. Aber wenn man bedenkt, in welcher Geschwindigkeit sich das Smartphone und das mobile Internet etablieren konnten, scheint nichts unmöglich. Nicht einmal der eierlegende Wollmilchsauroboter.

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1. Das bisschen Haushalt macht sich von allein
2. Viele Haushaltsroboter, viele Einsatzszenarien
3. Automatisiertes Rasentrimmen
4. Roboter = smart?

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