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Corona-Krise Katalysator für mobiles Arbeiten

23. Juli 2020, 13:25 Uhr   |  Autor: Jörn Bender, dpa / Redaktion: Stephanie Jarnig

Corona-Krise Katalysator für mobiles Arbeiten
© Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Mit der Corona-Krise hat ein Umdenken in vielen Unternehmen eingesetzt. Einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft zufolge könnte die Zahl der im Homeoffice Beschäftigten noch weiter ansteigen und damit langfristig auch die Nutzung von Büroflächen zurückgehen.

Die Corona-Krise könnte nach Einschätzung von Ökonomen Katalysator für mobiles Arbeiten werden. “Arbeitnehmer wie Arbeitgeber haben in der Lockdown-Phase gemerkt, dass es relativ gut funktioniert im Homeoffice”, sagte IW-Forscher Michael Voigtländer der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. “Viele Firmen werden sich auch überlegen, wie sie angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage Flächen sparen und damit Kosten reduzieren können.”

In einer aktuellen Analyse von Voigtländer und Arbeitsexpertin Andrea Hammermann schreiben die IW-Forscher, Unternehmen dürften “verstärkt überlegen, ob sie Bürobeschäftigung dorthin verlagern, wo sie günstiger ausgeführt werden kann”. Als Grundlage für weitere Berechnungen haben die Autoren des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW/Köln) in ihrer Studie Zahlen zur Bürobeschäftigung in Deutschland zusammengetragen.

Demnach arbeiteten hierzulande Ende des Jahres 2018 etwa 14,8 Millionen Menschen in Büros. Fast jeder zweite Bürobeschäftigte (rund 46 Prozent) arbeitete in den Jahren 2017/2018 zumindest gelegentlich von zu Hause aus, bei weiteren 39 Prozent liegt der Auswertung zufolge zumindest das Potenzial für Homeoffice vor. Seit 2006 - für das Jahr liegen ebenfalls Umfragedaten vor - sei der Anteil der Arbeitnehmer, die häufig oder gelegentlich im Homeoffice arbeiten, um 8,8 Prozentpunkte gestiegen.

Nach den Erfahrungen im Corona-Jahr 2020 könnten diese Zahlen weiter steigen. “Ich glaube nicht, dass sich Arbeit komplett nach Hause verlagern wird”, sagte Voigtländer. “Aber wir werden eine neue Balance sehen zwischen Arbeit im Büro und Arbeit im Homeoffice.”

Bei Siemens etwa soll ein aktueller Vorstandsbeschluss im Konzern zum weltweiten Standard machen, dass etwa 140.000 Mitarbeiter künftig an zwei bis drei Tagen pro Woche mobil arbeiten können. Und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sagte bei der - im Internet übertragenen - Hauptversammlung des größten deutschen Geldhauses, die Krise habe dem Frankfurter Institut “zusätzliche Impulse gegeben, wo wir noch sparen können”. Man müsse sich fragen, ob man den Mitarbeitern nicht grundsätzlich mehr Flexibilität gebe, um von zu Hause aus zu arbeiten, wenn sie das wollen - und ob die Deutsche Bank dann noch so viel Büroraum in teuren Metropolen brauche.

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2. Optimierung oder Einsparung der Büroflächen

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