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Smarte Rauchwarnmelder

Brandmeldung ist Pflicht, alle weiteren Funktionen sind die Kür

16. Juli 2020, 11:00 Uhr   |  Autor: Ulrich Rabe / Redaktion: Diana Künstler

Brandmeldung ist Pflicht, alle weiteren Funktionen sind die Kür
© VdS Schadenverhütung GmbH

Der Rauchwarnmelder wandelt sich immer mehr von einem eigenständigen Gerät zu einer Netzwerkkomponente. Rauchwarnmelder können heutzutage nicht mehr nur vor Rauch warnen.

Hersteller versuchen durch die Verbindung der Rauchwarnmelder mit Applikationen und/oder anderen Geräten der Haustechnik einen weiteren Mehrwehrt für ihre Netzwerke zu schaffen und damit eine Differenzierung zum Wettbewerb zu erzeugen. Heute können Rauchwarnmelder mit verschiedenen erweiterten Funktionalitäten gefunden werden, zum Beispiel:

  • Integriertes Notlicht/Nachtlicht
  • Integrierter Sprachassistent
  • Zusätzliche Sensorik: Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Gas

Schon mit der Veröffentlichung der für Rauchwarnmelder aktuell geltenden Norm DIN EN 14604 und VdS 3515 wurde die Vernetzung von Rauchwarnmeldern betrachtet und die Übertragung von Brandalarmen und Störungen geregelt. Denn nur mit Richtlinien, die auch dem Stand der Technik entsprechen, kann sichergestellt werden, dass das Produkt „Rauchwarnmelder“ nicht den Sinn und Zweck verliert, für den die Verbraucher es erwerben und sich darauf verlassen. Mit dem aufkommenden Systemgedanken der verknüpften (Haus-)Technik hat die VdS Schadenverhütung GmbH 2018 mit der VdS 3438-3 eine Richtlinie erstellt, die sich genau mit der Einbettung eines Rauchwarnmelders in ein Home-Gefahren-Managementsystem beschäftigt. Betrachtet wurde dabei die Alarmierung eines Einbruchs mit Hilfe eines Rauchwarnmelders: ein echter Meilenstein.

Ulrich Rabe, VdS Schadenverhütung
© VdS Schadenverhütung GmbH

Ein Kommentar von Ulrich Rabe, Abteilungsleiter des Kundenservice Brandmeldetechnik (BMT) und Stellvertretender Leiter der Brandschutzlaboratorien bei der VdS Schadenverhütung

Rauchwarnmelder bieten generell den Vorteil gegenüber anderen Geräten, dass Sie aufgrund der Rauchwarnmelder-Pflicht zu jedem Haushalt gehören (sollten) und mit einer Schall abgebenden Einrichtung versehen sind. Allerdings besteht die Rauchwarnmelder-Pflicht nicht ohne Grund: Sinn und Zweck des Gerätes ist die rechtzeitige Evakuierung im Brandfall. Diesem Schutzziel sind alle anderen Funktionen zwingend unterzuordnen. Es muss sichergestellt sein, dass diese Pflichtaufgabe immer und mit höchster Priorität erfüllt wird – es geht schließlich um Leben oder Tod.

In der Konsequenz bedeutet das, dass die zusätzlichen Funktionen rückwirkungsfrei zu der Detektion und Alarmierung eines Brandes dargestellt werden müssen. Ein Sprachassistent sollte schließlich nicht den Brandalarm unterbrechen, da sonst wertvolle Sekunden verloren gehen könnten. Auch muss sich der Brandalarm eindeutig von anderen Signalen des Melders unterscheiden. Im Notfall muss klar sein, was zu tun ist: evakuieren. Zu ähnliche Signale könnten zu einer folgenschweren Verwechslung kommen, in dem sich die zu schützenden Personen in Richtung Brand bewegen und eine Kohlenmonoxid Vergiftung riskieren. Daher darf bei den ganzen wunderbaren Möglichkeiten eines nicht vergessen werden: Es bleibt ein Gerät, das im Notfall Leben retten soll. Auch wenn wir alle hoffen, dass es nie zum Einsatz kommt, sollte es doch dann funktionieren, wenn es gebraucht wird.  

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