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Voice Assistant

Alleskönner in der Datenwolke

05. Oktober 2020, 12:30 Uhr   |  Antje Müller

Alleskönner in der Datenwolke
© Olena Kachmar - 123rf

Höhere Marktanteile, mehr Skills, mehr Vernetzung – ob zur Haussteuerung oder als persönlicher Assistent im Business oder in der Familie: Voice Assistants sind die Universalfernbedienung smarter Räume. Welchen Stellenwert haben sie als vielseitige Steuerungszentrale und worin bestehen Hürden?

Wenn Informationen ausgetauscht oder übertragen werden sollen, dann stehen verschiedene Wege zur Verfügung. Technologisch gesehen ist es noch nicht lange her, dass das Medium oder der Träger einer Botschaft die Form von Kommandozeilen besaß, oder, wenn noch weiter zurückgedacht wird, die der Lochkarten. Mit Aufkommen von Windows und der Verbreitung des Heimrechners wurden dann Suchanfragen ins World Wide Web eingetippt und Icons auf der Desktopoberfläche angeklickt. Als sich dann cloudbasierte Apps entwickelten und die Touch-Funktionalität die Eingabe auf mobilen Endgeräten nicht hätte intuitiver machen können, überschlug sich die technologische Evolution plötzlich noch einmal – weg vom physischen und zurück zum natürlichsten und wichtigsten Eingabemedium seit es menschliche Kommunikation gibt: Sprache. Seither sind Sprachsteuerungs- und Spracherkennungstechnologien auf dem Vormarsch und entiwckeln viele Smart Speaker und Smartphones zu intelligenten, persönlichen Assistenten weiter. Alltägliche, ständig verfügbare Helfer stehen dem Nutzer nun wahlweise in Gestalt einer Lautsprecherbox, einem Display oder via App zur Seite. Bereit, ganz ohne physische Bedienung, alles virtuell Vernetzte abzurufen, zu verarbeiten und zu steuern – von der Informationsabfrage über Entertainment bis hin zur Haussteuerung.

Stimme mit Persönlichkeit

Durch Spracherkennung und -steuerung ist die Mensch-Maschine-Interaktion einfacher denn je geworden. Durch Sprache kann man „sehr intuitiv, sehr nativ, sehr natürlich und schneller agieren. Der Umgang wird einfacher und am Ende auch vielfältiger. Es ist sogar persönlicher, weil man natürlich auch das Gefühl eines individuellen Assistenten hat, auch wenn das sicherlich unterschiedlich wahrgenommen wird“, erklärt ein Sprecher von Amazon gegenüber Smarthouse Pro. Personal Assistants, beziehungsweise ein sprachbasierender Dienstaustausch oder Sprachservice, wie es in der Fachsprache heißt, sind zunehmend Knotenpunkte in smarten Eigenheimen oder Gebäuden, die viele Funktionen zusammenführen. Auch wenn sich die Nutzung digitaler Sprachassistenten noch auf niedrigem Niveau bewegt, stieg die Nachfrage in den vergangenen Jahren deutlich an. Gerade in Deutschland scheint der Markt für smarte Assistenten auf fruchtbaren Boden zu fallen (siehe Grafik Seite 28). Gleichzeitig schafft das Smart-Home-Segment eine Vielzahl an sprachgesteuerten Use Cases. Bedeutsame smarte Anwendungsbereiche sind vor allem Licht- und Heizungssteuerung oder Rollläden (21,2 Prozent), wieeine Gfk-Studie im vergangenen Jahr feststellte. Einen Sprachservice einzusetzen bedeutet für die Anwender aber auch informieren, navigieren und unterhalten, zum Beispiel per Nachrichtenabruf, (Musik-)Streaming oder Gaming. Großen Raum nimmt darüber hinaus die Alltagsorganisation rund um die Termin- und Kontaktpflege ein. Und auch die Einsatzorte werden immer facettenreicher., Nicht mehr nur im Wohnzimmer wird der Sprachassistent platziert, vor allem auch in der Küche, im Schlafzimmer, Badezimmer bis hin zum Arbeits- und Kinderzimmer findet man ihn. Und abseits der intelligenten Lautsprecher greifen Nutzer bevorzugt zur mobilen App gegriffen oder zum ins Auto integrierten Service.

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1. Alleskönner in der Datenwolke
2. Akzeptanz und Beliebtheit durch Stimme
3. Universalfernbedienung für Smart Homes
4. Was Endnutzer an der Anschaffung hindert

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