Reifegrad der Gebäudeautomation

Wege aus dem Disconnect


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Kein übergreifender Gedanke

BVDW
Die Ergebnisse einer Befragung des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) zeigen, dass sich über verschiedene Bereiche hinweg etwa ein bis zwei Fünftel der betrachteten Gebäude lediglich auf Stufe 0 in Hinblick auf Smart Building-Aspekte befinden und bisher kaum digitalisiert sind.
© BVDW

Doch selbstlernende oder gar eigenständig optimierende Anwendungen sind in den meisten Gewerken noch immer die Ausnahme. Dabei könnten künftig sogar Daten vieler Gebäude gebündelt, analysiert und so Potenziale erschlossen werden: die Basis für viele Use Cases und  auch Smart-City-Anwendungen. Dieser systemübergreifende Gedanke eines „Systems of Systems“ ist laut den Studienergebnissen des BVDW gegenwärtig jedoch noch nicht in der Praxis angekommen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch auf Gebäudeebene. So könnten Smart Buildings nicht nur einen effizienten Betrieb sicherstellen, sondern auch einen wertvollen Beitrag zur Energiewende leisten. Doch, obwohl der Trend zur einer nachhaltigen Energie- und Ressourcennutzung zu den größten Treibern im Smart Building-Bereich zählt, fehlt es laut dem BVDW vielerorts an ganzheitlichen Digitalisierungsstrategien. Diese erfordern jedoch ein gemeinsames, übergreifendes Vorgehen aller in die Planung involvierten Stellen. Diese Zusammenarbeit ist aber längst noch kein Alltag. „Schon in der frühen Phase, eigentlich schon vor der Planung, sollten die entsprechenden Abstimmungen mit allen Projektbeteiligten erfolgen, weil der Errichter am Ende der Kette oftmals kaum noch Einflüsse auf zuvor geplanten Anlagen hat“, erklärt Sascha Puppel, Sachverständiger für Sicherheitstechnik und Sicherheitskonzepte. Statt Bau und Betrieb aber zusammenzudenken, arbeiten noch viele der Zuständigkeiten getrennt voneinander und verzichten so auf die Verzahnung des Wissens beispielsweise innerhalb der vernetzten Sicherheit von Smart Buildings, sagt auch Uwe Gleich, Geschäftsführer von Gleich Sicherheitstechnik und Medientechnik. Es gebe zu viele Mitspieler, wodurch die Transparenz der Kommunikation zwischen Errichter und Gebäudenutzer untereinander leide. So würden einerseits weder mögliche Schwachstellen im Vorfeld identifiziert, noch Innovation und Flexibilität gefördert.

Für die Entwicklung des Bereichs ist ein geteiltes Verständnis von Intelligenz in Smart Buildings erforderlich. Häufig beziehen sich Beteiligte aber auf sehr unterschiedliche Referenzrahmen oder der grundsätzliche Nutzen eines Smart Buildings ist schlicht unklar und vorab zu wenig definiert. Auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis und etwaige rechtliche Risiken sind Hindernisse für die Umsetzung. Dazu zählen beispielsweise Haftungs- oder Datenschutzfragen ebenso wie eine gegebenenfalls kontinuierliche, ununterbrochene Überwachung mittels smarter Technologien in Gebäuden.

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  1. Wege aus dem Disconnect
  2. Kein übergreifender Gedanke
  3. Vielfältige Hindernisse
  4. Vernetzung im „System of Systems“

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