Schwerpunkte

Transformationskonzepte in der Mobilität

VDE-Studie im Rahmen des klimapolitischen Zielkorridors

10. Mai 2021, 14:50 Uhr   |  Antje Müller

VDE-Studie im Rahmen des klimapolitischen Zielkorridors
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Zur Umsetzung des Energiekonzepts und Reduktion des Verbrauchs im Verkehrssektor braucht es ein einheitliches Verständnis. In seiner Mobility-Studie bringt der VDE Sichtweisen aus Politik und Wirtschaft zusammen und stellt Handlungsempfehlungen für einen klimaneutralen Straßenverkehr bis 2050 vor.

Das Klimaziel der EU "Zero Emission" kann nur durch einen intelligenten Mix aus allen verfügbaren klimaneutralen Antriebstechnologien erreicht werden. Das ist das Hauptergebnis der Mobility-Studie „Antriebsportfolio der Zukunft“, die auf einer virtuellen Pressekonferenz von der Technologieorganisation VDE vorgestellt wurde. "Zukünftige Mobilität muss lokal emissionsfrei, komfortabel und bezahlbar sein. Dazu gehören klimafreundliche Lösungen für den Individualverkehr wie für den Personennahverkehr und Gütertransport“, sagt Dr. Ralf Petri, Leiter des Geschäftsbereichs Mobility im VDE.

In Hinblick auf ein künftiges Antriebsportfolio, dass die Bedürfnisse der Bevölkerung miteinschließt hat der VDE acht Meinungsführer aus der Politik und 19 VertreterInnen aus der Wirtschaft befragt. Einschätzungen und Erwartungen der Mobilitäts-ExpertInnen wurden zu den Antriebstechnologien Batterie, Brennstoffzelle und E-Fuels und deren spezifischen Einsatzgebieten im Straßenverkehr eingeholt. Berücksichtigt wurden künftige Kapazitätsengpässe bei einer steigenden Anzahl von E-Fahrzeugen sowie prognostizierte Fortschritte der jeweiligen Technologie, zusammen mit einer zu erwartenden verfügbaren Energiedichte und Kostenentwicklung.

Antriebsportfolio 2030+

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Für den künftigen Straßenverkehr legen sich ExpertInnen aus Politik und Wirtschaft auf drei Antriebstechnologien fest: batterieelektrischer Antrieb im PKW-Sektor, Batterie-/und Brennstoffzellen-Antrieb im gewerblichen Güter- und Schwerlastverkehr und E-Fuels für Bestandsfahrzeuge, Oldtimer und Motorsportautos.

Zum Infrastruktur- beziehungsweise Netzausbau wird sich im Ergebnis auf folgendes Antriebsportfolio 2030+ festgelegt: batterieelektrischer Antrieb im PKW, Batterie- und Brennstoffzellen-Antrieb im gewerblichen Güter- und Schwerlastverkehr (je nach Anwendungsfall) und E-Fuels als Nischen- beziehungsweise Brückenantriebstechnologie für Bestandsfahrzeuge und Sondernutzungen wie Motorsport und Oldtimer. Wichtig sei es die Maßnahmen von Politik und Wirtschaft zu synchronisieren. Das betreffe einerseits den Ausbau einer bedarfsgerechten Lade- und Verteilinfrastruktur auf Seiten der Politik und die Ausweitung der Fahrzeug-Modellpalette auf Seiten der Wirtschaft. Bis 2050 sollen Mobilität und Antriebe umgestellt sein. Hierfür brauche es "ein lokales, CO2-neutrales Antriebsportfolio, das auf einem intelligenten Mix aller verfügbaren klimaneutralen Antriebstechnologien basiert", erklärt Petri. "Die einspurige Fokussierung auf eine innovative Antriebsart wäre genauso eine Sackgasse, wie ein separates Vorgehen einzelner Akteure oder das Ausblenden von Nutzeransichten und -verhalten."

Zero Emission 2050

Zur Umsetzung des Energiekonzepts und Reduktion des Energieverbrauchs um rund 40 Prozent im Verkehrssektor bis 2050 braucht es laut Petri ein einheitliches Verständnis für die gemeinsame Umsetzung. Das beginne mit der Produktion der Energieträger, über die Fertigung der Fahrzeuge bis hin zur Entwicklung einer zukunftsfähigen Infrastruktur und eines neuen Mobilitätsbewusstseins in der Bevölkerung.

Handlungsempfehlungen aus Politik und Wirtschaft:

  •  Dialog zwischen Politik und Wirtschaft ausbauen und institutionalisieren
  • Infrastruktur mit Fokus auf Erzeugung, Verteilung und Bereitstellung von nachhaltig produziertem Strom und Wasserstoff gezielt fördern
  • Regulatorische Hürden abbauen
  • Kapitalzugang für große Innovationsprojekte verbessern
  • Endkunden-Kommunikation und staatliche Vorbildfunktion optimieren
E-Fuels
Auf Basis erneuerbarer Energien werden strombasierte Kraftstoffe gewohnen, die lokal emissionsfrei sind („Power-to-Fuel“). E-Fuels können in die bestehende Infrastruktur von Pipelines, Transportwagen, Tankstellen, Zapfsäulen und herkömmlichen Verbrennungsmotoren eingespeist und genutzt werden. Im Vergleich zum batterieelektrischen Antrieb benötigen sie jedoch die sechs- bis achtfache Menge an Primärenergie.

 

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