IGT-Trendstudie

So sieht das Bürogebäude der Zukunft aus

11. Januar 2021, 13:50 Uhr | Antje Müller
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In der modernen Gebäudeautomation kommen zahlreiche Mehrwertdienste zum Einsatz. Doch worin bestehen diese Mehrwerte und wie verändern sich Planungs- und Ausführungsprozesse? Die Trendstudie "Bürogebäude der Zukunft" stellt 85 Thesen zusammen und umschreibt die innovativsten Anwendungsfälle.

Die wachsende Anbindung der klassischen Automation an IT-basierte System schafft ein zunehmend unübersichtlicheres Angebot an Anwendungsfällen in der Gebäudeautomation. Im Rahmen einer Studie widmete sich das Institut für Gebäudetechnologie (IGT) den zentralsten Use Cases der Raumautomation in modernen Bürogebäuden und stellte eine Liste mit den innovativsten Trends zusammen.

Trend zur ganzheitlichen Vernetzung
Ein grundsätzlicher Trend vollzieht sich in der Gebäudeautomation hin zur ganzheitlichen Vernetzung und hat den Wandel der sogenannten Systemarchitektur eingeläutet. Schon in den vergangenen Jahren etablierte sich dieser auf drei Ebenen:

  • auf der Feldebene mit Sensoren und Aktoren,
  • der Automationsebene mit Controllern der Gebäudeautomation (GA) sowie
  • auf der Management-Ebene mit der Gebäude-Leittechnik (GLT).

Bezüglich der Management-Ebene verweist der Institutsleiter des IGT, Prof. Dr. Michael Krödel, auf die begrenzten Fähigkeiten von Controller zur Datenauswertung, die in der Gebäudeautomation bisher die zentrale Entscheidungshoheit über die Vorgänge inne hatten. „Deshalb ist ein übergeordnet harmonischer beziehungsweise vorausschauender Gebäudebetrieb nur durch ein Building Management System (BMS) möglich. In der Konsequenz erfordert dies eine „Arbeitsteilung“ zwischen den Controllern und dem BMS“, erklärt Krödel. Entsprechend müssten Controller so programmiert werden, dass sie nur noch einen Teil der Vorgänge selbst entscheiden. Andere Vorgänge seien mit einem übergeordneten BMS abzustimmen.

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Wandel von der Gebäude-Leittechnik (GLT) in der klassischen Raumautomation zum Building Management System (BMS) in Smart Buildings.
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Diese, im Vergleich zur klassischen GLT, vielseitigeren BMS können dem normalen Nutzer Visualisierungen zur Verfügung stellen und unterstützen umfangreiche Nutzer- und Gruppenverwaltungen. Sie sind in der Lage, selbst Daten auszuwerten, Entscheidungen zu treffen oder Controller anzuweisen, Aktionen auszuführen. Für die Produkte erfordere dies, laut Krödel, IT-Schnittstellen und Protokolle für die Programmierung. Dazu sei die Erweiterung von Software-Tools erforderlich und für die Programmierer beziehungsweise Systemintegratoren eine Anpassung der Beratungs- und Planungsprozesse.  


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