Altbau und Funktechnologien

Smarter Jugendstil

1. Dezember 2021, 13:30 Uhr | Sabine Narloch
Funktechnologien Smart Home Smart Building
© bepsphoto/123rf

Den Charme eines Altbaus und den Komfort von smarten Lösungen des 21. Jahrhunderts – das ist für viele eine Idealvorstellung sowohl zum Wohnen als auch zum Arbeiten. Doch wie lassen sich Denkmalschutz und zeitgenössische Technik vereinen? Diesem Thema hat sich Loxone in eigener Sache gestellt.

Altbauliebhaber schätzen hohe Decken, Stuckverzierungen und knarzendes Parkett. Doch was, wenn zum Beispiel in die Wohn- oder Geschäftsräume vormittags die Sonne hineinscheint und die Raumtemperatur in die Höhe treibt? Eine Außenbeschattung anzubringen, kann dann aus Gründen des Denkmalschutzes als Option ausscheiden.

Diese Erfahrung hat auch Loxone gemacht. Das Unternehmen hat Mitte Juni in Wien neue Büroräume inklusive Showroom eröffnet. Da der Altbau inmitten der Wiener Altstadt liegt, gab es jedoch einige Einschränkungen zu beachten. Denn das Stadtzentrum gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Aus diesem Grund durfte Loxone an der Fassade keine Veränderungen vornehmen. „Wenn an der Fassade nichts geändert werden kann oder darf, ist die Beschattung immer eine Herausforderung. Dies gilt vor allen Dingen, wenn keine Beschattung vorhanden ist“, so Rüdiger Keinberger, CEO von Loxone, gegenüber Smarthouse Pro. Der nötige bauliche Eingriff, um einen außenliegenden Rollokasten anzubringen, wäre im Falle der Räumlichkeiten von Loxone zu groß gewesen, und war nicht mit den Auflagen und Richtlinien des Denkmalschutzes in Einklang zu bringen, erläutert Keinberger weiter.

Eine Alternative können „kabelgebundene elektronische Innenrollos“ sein. Doch was, wenn in diesem Innenbereich  des Gebäudes wiederum keine Kabel verlegt werden können? Dann gebe es auch die Variante, „die funkbasiert und akkubetrieben ist“, erläutert Keinberger. Im Fall des Wiener Büros hat Loxone die Kabelinstallation dann auch umsetzen können. Zwischen Außen- und Innenfenster lässt sich nun ein Innenrollo herunterfahren. Es ist mit einem speziellen Stoff versehen; dieses Material namens „Sea Tex“ hat eine metallisierte Rückseite und besteht zu 50 Prozent aus recycelten Ozeanabfällen.

Und wie der Fall zeigt: Im denkmalgeschützten Altbau kann ein Thema, das sich andernorts klar und schnell lösen lässt, ein Umdenken erfordern. Statt der einfachen Folgerung: Von außen scheint die Sonne hinein, also wird eine Außenbeschattung angebracht, ist mitunter Erfindungsreichtum gefragt. Doch auf Basis der gefundenen Lösung lassen sich jetzt auch weitere Szenarien realisieren: So agiert in den Wiener Räumlichkeiten von Loxone die Beschattung gekoppelt an die Heizung. Im Sommer fahren die Rollos herunter, bevor es zu heiß wird; im Winter bleiben sie oben, um die Wärme von draußen zu nutzen. Parallel wird die Heizung gedrosselt. Durch das Zusammenspiel von Beschattung, Heizung und Klima, basierend auf Anwesenheit, Helligkeit und Temperatur können die Altbauräume energieeffizient betrieben werden.

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