Gebäudenetzwerk für die Zukunft gerüstet

Smart vernetzt

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Smarte LAN-Lösungen eröffnen die Möglichkeit, die Bandbreite dynamisch zu erweitern sowie Datenraten innerhalb eines Gebäudes abteilungs- oder prozessbezogen individuell zuzuteilen.
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Ob Firmenbüros, Verwaltung oder Schule: Distanzunterricht, Homeoffice und Videokonferenzen belasten die Netze mit immer größeren Datenmengen. Zugleich kommt zunehmend intelligente Gebäudetechnik zum Einsatz. Aktuelle Glasfaser-Lösungen ermöglichen dabei ein schnelles und wirtschaftliches Netzwerk.

Jährlich erscheinen neue Prognosen der großen Beratungshäuser, die das Fortschreiten der Digitalisierung anhand der erzeugten Datenmengen illustrieren. Die Größenordnungen, die heute und in wenigen Jahren anfallen, machen es erforderlich, neue Worte zu kreieren – derzeit ist dies die Zentillion, die 10 zur 600sten Potenz erhebt. Was dabei häufig untergeht: Diese Daten entstehen nicht einfach in irgendeinem Rechenzentrum oder einer Cloud, sondern sie werden erzeugt – vieles davon an Büroarbeitsplätzen, in Klassenräumen und Industrieanlagen. Immer größere Bandbreiten sind deshalb in Office-Gebäuden, Schulen und Fabrikhallen nötig. Für die strukturierte Gebäudeverkabelung ist die digitale Transformation folglich eine extreme Herausforderung.

Das intelligente Büro(-gebäude)

Wenn Lars Schulze seinen Meeting-Raum bucht, hinterlegt das System nicht einfach nur eine Reservierung in der Raumplanung. Das intelligente Haus sorgt rechtzeitig für die von Schulze präferierte Raumtemperatur, sorgt nach dem vorangegangenen Treffen für einen schnellen Luftaustausch, regelt wetterabhängig die Luftfeuchtigkeit und schaltet rechtzeitig die Beleuchtung an, sodass die Meeting-Teilnehmer trotz der heruntergelassenen Sonnenschutz-Jalousien nicht im Dunkeln stehen. Auf dem Smart-Screen an der Tür erscheinen das Thema des Meetings und der verantwortliche Ansprechpartner. Auch die Anfangszeit des Folge-Meetings ist dort bereits vermerkt.

Zumindest in weiten Teilen ist ein solches Szenario heute durchaus bereits realisiert, beispielsweise auf dem Campus von Siemens Smart Infrastructure im schweizerischen Zug, der 2018 öffnete. Dort sind nicht nur Meeting-Räume, sondern auch Arbeitsplätze buchbar. Mittels der Workplace-App Comfy lassen sich schon von zu Hause aus Temperatur und Beleuchtung an jedem einzelnen Arbeitsplatz einstellen. Denn der Arbeitsplatz 4.0 soll nicht nur höchste Funktionalität bieten, die Technik soll auch dazu beitragen, dass der Arbeitnehmer eine Umgebung vorfindet, in der er sich wohlfühlen kann.

Eine der wichtigsten Anforderungen an die Gebäudeverkabelung: Sie muss den schnell wachsenden Datenmengen genügen. Breitbandige Anwendungen wie Videokonferenzen erlebten angesichts der Reisebeschränkungen in der Corona-Pandemie einen Boom, und während der eine vom Home-Office aus sein Online-Meeting mit Kollegen und Geschäftspartnern abhält, sind in benachbarten Wohnungen mit Streaming-Diensten wie Netflix und Spotify weitere Bandbreitenfresser am Werk. Ob dienstliche Anwendung oder Freizeitvergnügen: Alle Nutzer wollen, dass ihre Anwendungen problemlos funktionieren, ohne Ruckler und Aussetzer.

Darüber hinaus sind im Smart-Office oder Smart-Building noch weitere Funktionen zu erfüllen: Zugangskontrolle, Brandschutz, Einbruchsüberwachung, Kontrolle und Steuerung von Installationen wie Aufzug, Rolltreppe oder automatischen Türen, oder eine Videoüberwachung. Steuerungstechnik, Antriebe und Sensoren sind in einem intelligenten Gebäude eng miteinander verknüpft. Dies wiederum stellt extreme Anforderungen an Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit.

Zudem müssen Büroflächen heute wesentlich flexibler nutzbar sein. Wenn Hierarchiestufen entfallen, zeitlich befristete Projektgruppen eingerichtet werden oder der Anteil der Home- und Mobile-Worker steigt, schlägt sich dies auch in der Organisation der Büro-Arbeitsplätze nieder. Schnell stellt sich die Frage, ob die Gebäudeverkabelung dem gewachsen ist: Haben PCs, Drucker und lokale Router am geplanten Standort auch wirklich Netzzugang? Dabei sind nicht alle Eventualitäten von Anfang an planbar. Umso mehr kommt es darauf an, dass die Netztechnik anpassungsfähig ist und mit den technischen Anforderungen mitwächst. Wichtig ist, dass etwa das Verlegen zusätzlicher Leitungen nicht daran scheitert, dass der Etagenverteiler die Zahl der möglichen Anschlüsse oder der einsetzbaren Technik beschränkt, bestehende Kabelkanäle schon voll belegt sind oder die zusätzliche Verkabelung hohe Kosten verursacht.

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