Wachstum im digitalen Gebäudebetrieb

Siemens kauft Software-Anbieter Brightly

28. Juni 2022, 7:49 Uhr | Diana Künstler
Siemens Smart Infrastructure
Siemens digitalisiert die Elektroplanung im Maschinen- und Anlagenbau.
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Siemens Smart Infrastructure (SI) übernimmt für mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar den Softwarespezialisten Brightly Software. Damit will der Münchner Konzern eine führende Position auf dem Softwaremarkt für Gebäude und bestehende Infrastruktur erreichen.

Der vereinbarte Kaufpreis beträgt konkret 1,575 Milliarden US-Dollar (circa 1,5 Milliarden Euro) zuzüglich einer erfolgsabhängigen Earn-out-Komponente. Mit der Akquisition ergänze Siemens nach eigener Aussage sein bestehendes Digitalisierungs- und Software-Know-how im Bereich Gebäudetechnik um etablierte cloudbasierte Lösungen in Schlüsselbranchen wie öffentlicher Infrastruktur, Bildungs- und Gesundheitswesen sowie Fertigung.

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Roland Busch, Siemens
Roland Busch, Vorstandsvorsitzender bei Siemens: „Die [...] Übernahme unterstützt unsere Wachstumsziele, insbesondere im Hinblick auf Umsätze im Digital- und Software-as-a-Service-Geschäft.“
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Die Übernahme des US-amerikanischen Software-as-a-Service (SaaS)-Anbieter für Anlagen- und Wartungsmanagement-Lösungen beschleunige zugleich den Aufbau des SaaS-Geschäfts von Siemens. Zudem ermögliche sie Siemens und Brightly, für die Infrastruktur ihrer Kunden gemeinsam erstklassige Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit anzubieten. Brightly werde dabei von der weltweiten Präsenz von Siemens profitieren, während Siemens die Stellung des Softwareanbieters auf dem US-Markt nutzen könne. Siemens erwartet signifikante Synergien zwischen Brightly und dem eigenen Portfolio mit einem Nettobarwert in mittlerer dreistelliger Millionenhöhe. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Behörden und wird für das Kalenderjahr 2022 erwartet. Die Übernahme werde sich im zweiten Jahr nach Abschluss positiv auf das Ergebnis je Aktie vor Effekten aus der Kaufpreisallokation (EPS pre PPA) auswirken.
 
 „Die Akquisition von Brightly ist ein wichtiger Schritt für unsere Strategie als fokussiertes Technologieunternehmen. Wir verbinden die reale mit der digitalen Welt. Damit bieten wir unseren Kunden die Technologie, die sie benötigen, um ihre digitale Transformation voranzutreiben und äußerst nachhaltige Gebäude zu schaffen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Die heutige Übernahme unterstützt unsere Wachstumsziele, insbesondere im Hinblick auf Umsätze im Digital- und Software-as-a-Service-Geschäft. Wir sind stolz und freuen uns, Brightly in der Siemens-Familie willkommen zu heißen“, sagt Roland Busch, Vorstandsvorsitzender bei Siemens.

Siemens will führendes SW-Unternehmen im Infrastrukturbereich werden

Matthias Rebellius, Siemens
Matthias Rebellius, Mitglied des Vorstands bei Siemens und CEO Smart Infrastructure: „Mit Brightly machen wir einen großen Sprung nach vorne und erreichen beim Betrieb von Gebäuden die nächste Stufe.“
© Siemens

Eigentümer und Betreiber von Infrastrukturen sind laut Siemens zunehmend auf der Suche nach Software, die einen effizienteren und nachhaltigeren Betrieb unterstützt. Das bereits erfolgreich etablierte SaaS-Geschäft und der Kundenstamm von Brightly werde zusammen mit dem bestehenden Gebäudegeschäft und dem digitalen Portfolio von Siemens die Datenintegration durch die Konvergenz von Informations Technologie (IT) und Operations Technologie (OT) erleichtern. Dadurch könne Siemens Innovationen, einzigartige Nutzererfahrungen und eine optimierte Leistungsfähigkeit von Gebäuden und bestehender Infrastruktur unterstützen.

„Mit Brightly machen wir einen großen Sprung nach vorne und erreichen beim Betrieb von Gebäuden die nächste Stufe. Durch den nahtlosen Datenaustausch unserer Angebote dürfen unsere Kunden künftig eine höhere Effizienz, geringere Ausfallzeiten und Wartungskosten, kürzere Lebenszyklen, bessere datengestützte Entscheidungen und zufriedenere Nutzerinnen und Nutzer erwarten“, sagt Matthias Rebellius, Mitglied des Vorstands bei Siemens und CEO Smart Infrastructure. „Mit der Übernahme werden wir unser Ziel, im Infrastrukturbereich ein führendes Softwareunternehmen zu werden, schneller erreichen. Sie unterstützt unsere Vision, komplett autonome Gebäude zu schaffen, die kontinuierlich von den dort lebenden Menschen lernen und sich an deren Bedürfnisse anpassen.“

Über Brightly

Brightly erwartet für das Jahr 2022 einen Umsatz von rund 180 Millionen US-Dollar. Der jährlich wiederkehrende erwartete Umsatz (ARR) für das Jahr 2022 ist 160 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen ist in einem Markt tätig, der durchschnittlich um 13 Prozent pro Jahr wächst. Brightly hat seinen Hauptsitz in Cary im US-Bundesstaat North Carolina, beschäftigt rund 800 MitarbeiterInnen und betreut rund 12.000 Kunden, überwiegend in den USA, Kanada, Großbritannien und Australien. Seit 2019 befindet sich das Unternehmen im Besitz des Private-Equity-Unternehmens Clearlake Capital.

„Digitale Transformation und Nachhaltigkeit sind von großer Bedeutung, das regulatorische Umfeld gleichzeitig sehr anspruchsvoll, so dass der Bedarf an vernetzten Anlagen und Echtzeit-Anlagedaten die Nachfrage nach intelligenten Asset-Management-Lösungen auf der ganzen Welt in die Höhe treibt", sagt Kevin Kemmerer, CEO von Brightly. „Wir haben die einmalige Gelegenheit, unser Know-how und unsere Software mit der Expertise von Siemens zu vereinen, um die Digitalisierung und Optimierung von Gebäuden voranzutreiben. Wir helfen unseren Kunden, ihre gesamten Anlagen zu bewerten und zu verwalten, kurz- und langfristige Investitionspläne zu erstellen sowie ihre Energie- und ESG-Ziele zu erreichen. Gemeinsam verfügen unsere Unternehmen über die nötige Erfahrung, um Kunden auf der ganzen Welt dabei zu unterstützen, die Leistung ihrer Anlagen zu optimieren und sichere, nachhaltige und florierende Gemeinschaften zu schaffen.“


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