Alter Meister in neuem Licht

Moderne Lichttechnik in der ältesten Kunstgalerie der Welt

11. März 2020, 11:26 Uhr | Nach Unterlagen von Erco | Redaktion: Cornelia Meier
Dulwich Picture Gallery
© Gavriil Papadiotis für Erco

Die Dulwich Picture Gallery hat den 350. Todestag Rembrandts mit einer Ausstellung bedacht, die die Rolle des Lichts in seinen Werken feiert. Für das Lichtkonzept zeichnet der Kameramann Peter Suschitzky verantwortlich. Eingesetzt wird ein LED-Beleuchtungssystem mit Bluetooth-Steuerung.

Die von Sir John Soane entworfene und 1815 eröffnete Galerie im Südosten Londons hat einen Teil der bestehenden Halogenbeleuchtung auf ein durch Casambi Bluetooth gesteuertes System mit LED-Strahlern mit 12 W LED-Modulen umgerüstet. Dank der neuen Technologie gelang es Suschitzky, die Werke des niederländischen Meisters – 35 Gemälde, Radierungen und Zeichnungen – in der Ausstellung “Rembrandt’s Light“ auszuleuchten und dabei das Thema der Ausstellung, Licht und Erzählen, zum Leben zu erwecken.

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Wenn Star Wars auf Rembrandt trifft

Dulwich Picture Gallery
Die Ausstellung zeigt wie Rembrandt Licht einsetzte, um dem Betrachter eine Geschichte zu erzählen.
© Gavriil Papadiotis für Erco

Suschitzky ist bekannt für seine Arbeit an Filmen wie “Star Wars: Das Imperium schlägt zurück“, “The Rocky Horror Picture Show“ und “Mars Attacks! “ sowie als Kameramann bei 11 Filmen von David Cronenberg.

“Wenn Rembrandt heute leben würde, wäre er vielleicht Kameramann geworden“, meint Jennifer Scott, Sackler Director der Dulwich Picture Gallery und Co-Kuratorin von Rembrandt’s Light. “Wie unsere Ausstellung zeigt, setzte er Licht ein, um den Betrachter in das Narrativ zu versetzen.“

“Ich habe mich mein ganzes Leben lang von den Werken der Alten Meister inspirieren lassen“, erklärt Suschitzky. “Meiner Meinung nach war Rembrandt bestrebt, eine universelle Wahrheit in der menschlichen Existenz zu entdecken, und er setzte Licht ein, um Bewegung und Emotionen zu erzeugen. Dies ist eine Parallele zur Kunst des Filmemachens, bei der es unerlässlich ist, mit Licht zu modellieren und den Blick des Zuschauers an die gewünschte Stelle im Bild zu lenken.“

 

Mit Licht arbeiten

Dulwich Picture Gallery
Gesteuert wird das Beleuchungssystem der Ausstellung mittels Bluetooth über iPhone oder iPad.
© Gavriil Papadiotis für Erco

Die thematisch geordnete Ausstellung zeichnet nach, wie Rembrandt mit Licht gearbeitet hat: vom Hervorrufen einer meditativen Stimmung über die Ausleuchtung von Menschen bis hin zur Erzeugung von Wirkung und Dramatik. “Wir wollten die Beleuchtung nutzen, um die verschiedenen Themen der Räume und die in Rembrandts Gemälden enthaltenen Stimmungen herauszuarbeiten“, sagt Helen Hillyard, Assistenzkuratorin der Galerie und Ko-Kuratorin der Ausstellung. “Der erste Raum etwa ist kühn und dramatisch – und zeigt Rembrandts einzigartige Fähigkeit als Geschichtenerzähler –, während der letzte Raum üppige Sinnlichkeit vermittelt und eine intime Atmosphäre für die persönlichsten Werke des Künstlers schafft. Mit dem neuen LED-Beleuchtungssystem ist es uns gelungen, einige der Schlüsselbotschaften der Ausstellung durch unsere eigene Arbeit mit Licht zu vermitteln.“

Die Bluetooth-fähigen Leuchten ermöglichen ein individuelles Schalten und Dimmen, wobei die Steuerung und Programmierung über iPad und iPhone erfolgt. Eine Reihe von austauschbaren Tertiärlinsen – darunter enge Lichtkegel, Fluter, breite Lichtverteilung, ovale Lichtverteilung und Framing – wurde verwendet, um eine präzise Ausleuchtung jedes Kunstwerks zu erzielen.

Drahtlose Technik eröffnet neue Möglichkeiten

LED-Strahler Optec
Die eingesetzte Strahler-Serie “Optec” von Erco ist Bluetooth-fähig und ermöglicht ein individuelle Schalten und Dimmen.
© Erco

“Das Spannende ist, dass das Bluetooth-System entsprechend einer bestimmten Anforderung konzipiert werden kann“, erklärt Alexander Moore, Ausstellungsleiter der Galerie. “Demnächst zeigen wir eine Fotoausstellung, bei der ein Teil der Beleuchtung durch Timer geschaltet werden muss, die vom Besucher drahtlos aktiviert werden. Zudem befassen wir uns mit interaktiven Lichtdesigns, die tatsächlich vom Besucher gesteuert werden können.“


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