Gebäude als Energiezentren

Eaton stellt "Buildings as a Grid"-Ansatz vor

Smart Building, Energieeffizienz
Mit dem sogenannten "Building as a Grid"-Ansatz soll sich der maximale Nutzen aus der Energieerzeugung mittels erneuerbaren Energien vor Ort erzielen lassen.
© Andriy Popov-123rf

Eaton bringt ein Paket aus Hard-, Software und Dienstleistungen auf den Markt, mit dem sich Gebäude in Energiezentren verwandeln lassen. Der "Buildings as a Grid"-Ansatz sei durch die kürzliche Übernahme des Schweizer Ladepioniers für Elektrofahrzeuge, Green Motion, noch einmal untermauert worden.

Eaton hat nach eigenen Angaben einen "Everything as a Grid"-Ansatz für die Energiewende gewählt, um Kunden zu helfen, die Dekarbonisierung zu beschleunigen, die Ausfallsicherheit zu erhöhen, Energiekosten zu senken und neue Einnahmequellen zu schaffen. "'Everything as a Grid' beschreibt unsere Perspektive und Herangehensweise, um den Wandel bei der Energieverteilung und -verwaltung zu leiten und zu managen. Strom floss früher in eine einzige Richtung – von zentralen Versorgungsquellen weg. Heute fließt er bidirektional zwischen einer zunehmenden Anzahl dezentraler erneuerbarer Erzeuger, Microgrid-Energiesystemen und elektrischen Verbrauchern am Netzrand", erklärt das Energieunternehmen. So könne die Stromversorgung weltweit sauberer und zuverlässiger gestaltet werden. Für Gebäudeeigentümer wäre Eaton durch das Management des "Gebäudesystems als Netz" in der Lage, Gebäude in Energie-Hubs umzuwandeln, die die bestehende elektrische Infrastruktur besser verwalten und für den zukünftigen Energiebedarf planen könnten. Genau darin bestehe der Sinn des Ansatzes "Buildings as a Grid".

Gebäudeeigentümer, die stattdessen einen Ad-hoc-Ansatz wählen und E-Ladestationen an die bestehende Infrastruktur anschließen würden, hätten laut Eaton Probleme beim Energiemanagement und würden Kosten für die Aufrüstung des Netzes riskieren, wenn sie die Kapazität erhöhen müssen, um die Nachfrage zu decken.

Dies könnte schnell zur Realität werden, da die Umstellung auf Elektrofahrzeuge immer mehr an Fahrt gewinnt: Der Absatz von Elektrofahrzeugen in Europa ist trotz der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 um mehr als 140 Prozent gestiegen, und die Zahl der Elektrofahrzeuge weltweit wird laut BloombergNEFs "2020 Electric Vehicle Outlook Report" voraussichtlich von 8,5 Millionen im Jahr 2020 auf 116 Millionen im Jahr 2030 zulegen.

Relevante Anbieter

Der Ansatz im Detail

Eatons „Buildings as a Grid“-Ansatz beinhaltet drei Bereiche: Aufladung von Elektrofahrzeugen, Energiemanagement und Stromverteilung. Zusammen ermöglichen diese Systeme Gebäudeeigentümern die Energieleistung ihres Gebäudes zu überwachen und zu optimieren und Stromressourcen sicher zu steuern, so der Anbieter.

Die Aufgabe der drei Systeme im Überblick:

  1. Elektrofahrzeug-Ladesystem: Hierbei handelt es sich um netzgekoppelte Ladetechnik und -software, die ein hohes Maß an Service für die Nutzer von Elektrofahrzeugen bieten soll und die dynamische Ladung und Preisgestaltung unterstützt;
  2. Energiemanagement-System: Dieses soll die Ausfallsicherheit der elektrischen Infrastruktur eines Gebäudes erhöhen und den wachsenden Bedarf an Ladekapazitäten für Elektrofahrzeuge im Gebäude durch nachfrageseitige Flexibilität unterstützen. Erreicht werde dies mit einer Energiemanagement-Software, die die Stromflüsse zwischen den flexiblen Stromverbrauchern verwaltet, wie Ladegeräte für Elektrofahrzeuge, Energiespeichersysteme, Solar-Wechselrichter und physikalische Steuerungen für Wärmepumpen und Heizkessel.
  3. Energieverteilungssystem: Dieses verwaltet die elektrische Stromverteilung und den Schutz.

Eatons europaweites Support-Netzwerk bestehend aus Vertrieb, Applikationsingenieuren und Partnern könne Gebäudeeigentümern nicht nur bei der Planung und Optimierung ihrer örtlichen Elektroinstallation helfen, um EV-Ladepunkte zu integrieren, sondern auch beim Betrieb und der Wartung ihrer Anlagen. Gebäudeeigentümer und -betreiber müssen ihren Energieverbrauch zunehmend überwachen und optimieren, da sie immer mehr elektrische Lasten, wie Elektrofahrzeuge, neue Quellen der Vor-Ort-Erzeugung und sogar Speicher einsetzen. Die Energiemanagement-Software von Eaton optimiere automatisch die Steuerung der angeschlossenen Anlagen entsprechend verschiedener benutzerdefinierter Ziele, einschließlich der Minimierung der Stromkosten und des CO2-Ausstoßes sowie der Maximierung der Nutzung von erneuerbaren Energien.

Die Kombination aus Energiespeicher und Energiemanagement-Software bietet laut Anbieter mehrere Vorteile: Das System könne ohne die kostspieligen Tiefbauarbeiten, die oft mit der Aufrüstung des Stromnetzes verbunden sind, eingebaut werden, und es ermögliche den Nutzern die Speicherung von Energie in Schwachlastzeiten sowie von selbst erzeugtem Strom aus Erneuerbaren, den sie wie Solarstrom aus der Photovoltaik-Anlage (PV) vor Ort zur Verfügung stellen können. Dadurch werde nicht nur Geld gespart, sondern auch die Umwelt entlastet, denn es ermögliche das so genannte „Peak Shaving" – die Reduzierung der Netzlast. Dadurch werde verhindert, dass auf kohlenstoffintensiven Strom aus fossilen Brennstoffen umgeschaltet wird, der zu Spitzenlastzeiten verfügbar ist.

Die Energiemanagement-Software dient dazu, das System von den Stromerzeugungsquellen über das Laden von Elektrofahrzeugen bis hin zu den Gebäudelasten und Stromspeichern zu verwalten. Es hilft Gebäudeeigentümern, die Energieleistung ihrer Gebäude zu überwachen und die Anlagen entsprechend den finanziellen oder geschäftlichen Anforderungen und Zielen sowie mit Blick auf die Nachhaltigkeit sicher zu steuern.


  1. Eaton stellt "Buildings as a Grid"-Ansatz vor
  2. Angebot noch umfassender durch Übernahme

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