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Gebäudeautomation

Draußen heiß, innen angenehm

11. August 2020, 10:59 Uhr   |  Sabine Narloch

Draußen heiß, innen angenehm
© Kieback & Peter

Der Schlager „Wann wird‘s mal wieder richtig Sommer“ aus dem Jahr 1975 entstand in einer Zeit, als die Sommermonate des Öfteren kühl oder verregnet waren. Mittlerweile ächzen die Deutschen eher unter der Hitze. Lösungen der Gebäude-automation können hier für kühlere Bedingungen sorgen.

Noch ist vielen Arbeitnehmern der Sommer 2019 im Gedächtnis, der vielerorts mit südländischen Temperaturen das Land aufgeheizt hat. In vielen Büros oder Ladengeschäften versuchte man sich mit Ventilatoren oder einem Eis etwas Abkühlung zu verschaffen. Dass es sich dabei nicht nur um einen „gefühlt“ heißen Sommer handelte, sondern sich das auch anhand von Zahlen nachweisen lässt, zeigt ein Blick auf die Webseite des Umweltbundesamtes. Dort heißt es: „Global setzt 2019 die Reihe der sehr warmen Jahre fort. Gemeinsam mit dem wärmsten Jahr 2016 sowie 2015, 2017 und 2018 traten die fünf wärmsten Jahre seit Beobachtungsbeginn 1880 in direkter Folge auf. Mit einer Mitteltemperatur von 10,3 Grad Celsius war 2019 in Deutschland das bisher zweitwärmste Jahr seit 1881. Die sechs wärmsten Jahre seit 1881 liegen alle im 21. Jahrhundert.“ Weiter heißt es dort, dass alle Jahreszeiten im Jahr 2019 wärmer als normal und ab Juni alle Monate überdurchschnittlich warm waren.

Gut klimatisierte Räume in Beruf – wie auch in der Freizeit – sind somit etwas, was sich in den kommenden Jahren durchaus rentieren wird. Denn die Konzentration und Produktivität leidet, wenn die Temperatur am Arbeitsplatz ein gewisses Wohlfühlspektrum verlassen hat. Laut Arbeitsstättenverordnung soll die Lufttemperatur in Arbeitsräumen plus 26 Grad Celsius nicht überschreiten. Liegt die Lufttemperatur im Raum bei mehr als 30 Grad, müssen laut Verordnung „wirksame Maßnahmen gemäß Gefährdungsbeurteilung ergriffen werden“. Das können Jalousien sein, die vor der Sonne schützen, das Lüften in den frühen Morgenstunden oder gelockerte Bekleidungsregelungen. Bei einer Raumtemperatur von über 35 Grad Celsius ist der Raum ohne weitere Maßnahmen wie Luftduschen oder Hitzeschutzkleidung als Arbeitsraum ungeeignet. Umgekehrt gibt es auch Regelungen für die Mindesttemperatur von Arbeits- und Pausenräumen. Aber auch in anderen Raumarten als in Büros sind die richtigen Bedingungen wichtig. Seien es Hotels, Krankenhäuser, Schulen oder Produktionsräume.

Wohltemperiert für Zuhörer und Musiker Lüftung und Klima können als Part von Gebäudeautomatisierungssystemen helfen, für eine der Jahreszeit angepasste Raumtemperatur und ein angenehmes Raumklima zu sorgen. Doch was heißt angepasst? Ein Blick auf ein etwas ausgefalleneres Beispiel eines Nichtwohngebäudes ist hier recht anschaulich: die Elbphilharmonie. Das markante Gebäude in Hamburg umfasst drei Konzertsäle, Gastronomie, ein Hotel, Luxuswohnungen und ein Parkhaus. Auf der Bühne und im Publikumsbereich lassen sich unterschiedliche Temperaturzonen schaffen, schließlich sitzen dort die Zuhörer und lauschen entspannt; die Musiker dagegen sind in Bewegung, müssen sich konzentrieren und üben auf der Bühne ihren Beruf aus. Eine Regelungslösung und Steuerzentrale der technischen Gebäudeausrüstung von GFR, das Unternehmen gehört seit Oktober 2019 zu Bosch Energy and Building, soll dort für optimales Klima sorgen. In der Elbphilharmonie wurden laut Unternehmensangaben 5.210 Sensoren und Aktoren verbaut, insgesamt werden rund 100 raumlufttechnische Systeme gesteuert und geregelt, auch 425 Einzelraumregelungen für diverse Bereiche mit den jeweils individuellen Anforderungen sind im Gesamtsystem enthalten. Eine komplexe Angelegenheit, die dafür sorgt, dass Zuhörer, Musiker und Instrumente ideale Bedingungen vorfinden.

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1. Draußen heiß, innen angenehm
2. Automatische Anpassung an Belegungsdichte
3. Lüftaktionen ade

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