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Gebäudeautomation

Draußen heiß, innen angenehm

11. August 2020, 10:59 Uhr   |  Sabine Narloch


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Lüftaktionen ade

Neben der Temperatur ist der Aspekt „frische Luft“ sicher der andere wichtige Indikator für ein angenehmes Raumklima. „Frische Luft“ lässt sich letztlich gleichsetzen mit einem geringen CO2-Anteil in der Raumluft. Denn je verbrauchter diese ist, desto eher kann es bei den Anwesenden zu Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Konzentrationsstörungen kommen. Auch hier gibt es in den technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) genaue Angaben und Maßnahmen, die zu treffen sind (siehe Tabelle CO2-Konzentrationen in der Raumluft). Erfolgt die Regulierung automatisch, steht jederzeit gute Luftqualität zur Verfügung, was sich positiv auf die Produktivität auswirken kann.

Und im Bestand?
Nun haben allerdings im Bestand gewerbliche Gebäude oftmals noch keine Klimaanlage. Lässt sich hier einfach nachrüsten? Edi Blajer, von Kieback & Peter, einem Anbieter für Gebäudeautomation, beantwortet diese Frage gegenüber Smarthouse Pro so: „Eine Nachrüstung einer zentralen Klimaanlage ist in der Regel nicht möglich, da diese bei der Gebäudeplanung nicht berücksichtigt wurde. Es fehlt schlicht der Platz, zum Beispiel für geschoßübergreifende Versorgungsschächte oder Doppelgeschoßdecken im Gebäude, um die benötigten Lüftungskanäle zu installieren.“ Allerdings können bei einer Gebäudesanierung „dezentrale Fenster- und Fassadenlüftungsgeräte, die prinzipiell dem gleichen Aufbau von zentralen Klimaanlagen entsprechen“, nachgerüstet werden. Diese würden dann „vor Ort für die Klimatisierung von einzelnen Räumen eingesetzt.“

Es müsse, so Blajer, kein Kanalnetz im Gebäude installiert werden, „da die Außenluft und Fortluft auf kurzem Weg durch die Fassade zu- und abgeführt werden“. Luftqualitäts- und Temperaturfühler können „über ein Bus-System in die Gebäudeautomation eingebunden werden, eine individuelle Einzelraumregelung ist aber auch möglich“, so Blajer weiter.

Somit können nicht nur in Neubauten die Vorteile einer automatisierten Klimaregelung zum Zuge kommen, sondern auch in älteren Gebäuden. Dass dies erst einmal Kosten verursacht, ist klar. Doch wie die eingangs skizzierte Klimaentwicklung des 21. Jahrhunderts nahelegt: Es wird jedes Jahr immer noch ein bisschen wärmer.

Eine belastbare Klimaregelung ist somit eine Investition in die Zukunft, die zudem die Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeiter fördern kann.

CO2-Konzentration in der Raumluft

CO2-Konzentration
(ml/m³) bzw. (ppm)

 

Maßnahmen                        

 

<1000Keine weiteren Maßnahmen (sofern durch die Raumnutzung kein Konzentrationsanstieg über 1000 ppm zu erwarten ist)
1000-2000- Lüftungsverhalten überprüfen und verbessern
- Lüftungsplan aufstellen (z. B. Verantwortlichkeiten festlegen)
- Lüftungsmaßnahme (z. B. Außenluftvolumenstrom oder Luftwechsel erhöhen)
 >2000Weitergehende Maßnahmen erforderlich (z. B. verstärkte Lüftung, Reduzierung der Personenzahl im Raum)

 

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1. Draußen heiß, innen angenehm
2. Automatische Anpassung an Belegungsdichte
3. Lüftaktionen ade

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