Datenbasierte Entscheidungen

Digitaler Zwilling des Gebäudebetriebs durch Siemens Building X

7. Juli 2022, 6:27 Uhr | Lukas Steiglechner
Siemens Building X
© Siemens AG

Gebäudedaten aus unterschiedlichen Quellen, Gewerken und Systemen soll Building X von Siemens zusammenführen. Die Smart-Building-Suite nutzt dabei modulare, KI-basierte Applikationen, intelligente Gebäude schneller zu realisieren und datenbasierte Entscheidungen treffen zu können.

Siemens Smart Infrastructure stellt „Building X“ vor, eine neue Smart-Building-Suite, die offen, interoperabel und vollständig cloudbasiert ist. Die Suite ist das erste Angebot, das auf den Designprinzipien von Siemens „Xcelerator“ aufbaut, einer offenen, digitalen Business-Plattform zur Beschleunigung der Digitalen Transformation und Wertschöpfung in Industrie, Verkehr, Netzen und Gebäuden.

Building X geht auf die Herausforderungen der verschiedenen Interessengruppen im Gebäudelebenszyklus ein, darunter Gebäudenutzer, Immobilieninvestoren, Immobilienunternehmen und Facility Manager, und fungiert als „Single Source of Truth“, die Komplexität beseitigt und Dekarbonisierungsziele unterstützt. Die Interessengruppen können ihre Gebäudedaten aus unterschiedlichen Quellen, Gewerken und Systemen auf einer einzigen Plattform, Building X, digital zusammenführen und nutzen. Herstellerunabhängige Konnektivität und offene Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs) sollen eine nahtlose Nutzererfahrung ermöglichen sowie die Integration vorhandener Software und Ökosysteme, auch Anwendungen von Drittanbietern. Die Suite bietet modulare, KI-basierte Applikationen und integrierte Cybersicherheit. Durch ihre offene Architektur und Cloud-Technologie soll sie außerdem die gemeinsame Entwicklung von Lösungen mit Nutzern und Partnern vorantreiben, um deren Herausforderungen besser zu bewältigen.

„Building X macht Schluss mit Datensilos. Wir können jetzt alle Daten, die von Systemen in intelligenten Gebäuden erzeugt werden, in einem einzigen Datenpool zusammenführen. So können wir intelligente Gebäude schneller realisieren und kommen unserer Vision von autonomen, klimaneutralen Gebäuden näher. Building X schafft messbare datenbasierte Resultate in Bezug auf Effizienz, Leistung und Nutzererfahrung. So verbessert Building X die Art und Weise, wie wir in Gebäuden arbeiten und leben“, sagt Matthias Rebellius, Vorstandsmitglied bei Siemens und CEO von Smart Infrastructure.

Die Building X-Suite umfasst gegenwärtig eine Reihe von Applikationen und digitalen Services, die auf unterschiedliche Interessengruppen zugeschnitten und über eine KI-gestützte Plattform miteinander verbunden sind. Building X eröffnet neue Möglichkeiten, den Gebäudebetrieb zu digitalisieren, zu managen und zu optimieren, was Mehrwert sowohl für bestehende als auch für neue Gebäude schafft. Die Applikationen decken die wichtigsten Bereiche des Gebäudemanagements ab, darunter Energie, Sicherheit und Gebäudebetrieb, und werden durch leistungsstarke Analysefunktionen unterstützt. Alle Applikationen bieten den Nutzern eine einheitliche Erfahrung, wobei relevante Daten intelligent zusammengeführt werden, um Mehrwert für den Nutzer zu schaffen.

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Ein digitaler Zwilling des Gebäudebetriebs

Building X vereint die Daten aus unterschiedlichen Quellen zu einem digitalen Zwilling des Gebäudebetriebs und verbindet so die reale und die digitale Welt von Gebäuden. Dank der virtuellen Darstellung eines Gebäudes können Gebäudebetreiber Probleme schneller beheben. Nutzer profitieren von der durch Building X geschaffenen Transparenz, um Gebäude nachhaltiger zu machen, die Gebäudeleistung zu verbessern und die Nutzererfahrung zu optimieren.

Wachsende Anzahl von Applikationen

Die Building X-Applikationen sind modular und basieren auf den Anforderungen der verschiedenen Nutzergruppen, damit die richtigen Daten für die richtigen Personen bereitstehen. Neben der Option, gemeinsam Applikationen zu kreieren, steht eine Reihe direkt einsetzbarer Applikationen zur Verfügung. Dadurch ergibt sich ein nutzer- und workflow-orientiertes Konzept von einer einzigen Oberfläche aus („Single Pane of Glass“), wobei vordefinierte Dashboards und die Sicht auf Daten an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst werden können. Derzeit umfasst das Angebot vier Applikationen, weitere werden im Lauf der Zeit hinzukommen:

  • Der Energy Manager verfolgt den Energieverbrauch, die Kosten und die CO2-Emissionen eines oder mehrerer Gebäude und ermöglicht bei Bedarf frühzeitige Korrekturmaßnahmen. Er erstellt Prognosen für den Energieverbrauch auf Grundlage historischer Daten und unterstützt Nutzer bei der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsziele, damit sie klimaneutrale Gebäude realisieren können.
  • Der Operations Manager ermöglicht die Bedienung und Überwachung von Gebäudeanlagen und Anwendungen in Echtzeit. Er kann zahlreiche Standorte von einem einzigen Ort aus überwachen und gewährleistet eine schnelle Reaktion auf Probleme bei gleichzeitiger Reduzierung von Ausfallzeiten. Nutzer profitieren so von höherer Geschäftskontinuität und kürzeren Reaktionszeiten.
  • Der Security Manager ermöglicht die Bedienung und Verwaltung von Sicherheitssystemen durch einheitliche, automatisierte Workflows. Auf diese Weise lassen sich alltägliche Sicherheitsaufgaben und -vorfälle zentral und systemübergreifend managen.
  • Der 360 Grad Viewer stellt einen Standort als virtuelle 3D-Umgebung dar und bietet eine Indoor-Navigation, die Einblicke in die Topologie und Installation von Anlagen erlaubt.

SaaS und Ergebnisverbesserung durch Building Services

Building X wird als Software as a Service (SaaS) auf Abonnementbasis bereitgestellt. Dadurch können Interessengruppen jederzeit auf die Software zugreifen und haben automatisch Zugang zu den neuesten Funktionen. So lassen sich über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes hinweg die sich ändernden Anforderungen erfüllen.

Neben dem SaaS-Modell können sich Nutzer außerdem für Siemens „Xcelerator Building Services“ entscheiden, ein auf Building X aufbauendes Komplettprogramm, bei dem Siemens die Verantwortung für das Erreichen der Nutzerziele übernimmt. Dieses Modell kombiniert die Technologie von Siemens mit dem Fachwissen seiner Experten für digitale Gebäude. Das Programm wird individuell auf die Bedürfnisse des Nutzers zugeschnitten, um vordefinierte Ziele zu erreichen, wie beispielsweise Senkung der Betriebs- und Energiekosten, Optimierung der Verfügbarkeit und Produktivität von Anlagen, Einhaltung gesetzlicher Vorschriften oder Verbesserung der Nutzererfahrung.


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