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Das Gebäude als Krisenhelfer


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Sicherheit von Mensch…

Blockalarm, Dirk Bienert
Dirk Bienert, Sicherheitsexperte und Geschäftsführer des Sicherheitsdienstleisters Blockalarm: “Beim Einsatz von Einbruchmeldeanlagen geht es nicht nur um den Schutz von Warenwerten. Gleichzeitig sichern professionelle Systeme sowie Hinweise auf deren Nutzung bei Wiederaufnahme des alltäglichen Unternehmensbetriebs nämlich auch die eigenen Mitarbeiter und beugen zudem Vandalismus in den Räumlichkeiten vor, da die vorhandene Technik in der Regel mögliche Täter abschreckt.” 
© Blockalarm

Der Technologieanbieter Genetec hat vor Kurzem seine  Zutrittskontrolllösung „Synergis“ um eine Reportfunktion erweitert. Dabei werden die vorhandenen Zutrittskontrolldaten für einen detaillierten Bericht über die potenzielle Exposition von Mitarbeitern und Besuchern genutzt. Die Lösung wurde auf Anfrage des McCormick Place in Chicago entwickelt, einem der größten Kongresszentren der USA. Der Report korreliert Zutrittsdaten einer infizierten Person mit den Zutrittsdaten von Mitarbeitern und Besuchern innerhalb eines bestimmten Zeitfensters. Damit können gefährdete Kontaktpersonen schnell identifiziert und über ihre mögliche Kontamination informiert werden sowie alle notwendigen Hygiene- oder Schutzmaßnahmen gemäß der Sicherheitsvorgaben und -prozesse umgesetzt werden. „Im Kampf gegen hochansteckende Viren, die sich leicht über Oberflächen und der Nähe zu infizierten Personen verbreiten, ist Wissen das beste Mittel, um eine Ausbreitung einzudämmen. Dass bestehende Technologie eingesetzt werden kann, um diese zusätzlichen Informationen zu erhalten, ist für uns und jede andere Organisation, die Synergis nutzt, ein echter Mehrwert“, sagt Brett Zelnio, verantwortlicher Koordinator für Zutrittskontrolle im McCormick Place. Der Kontaminationsreport kann auch in Unternehmen eingesetzt werden, die mit gefährlichen Substanzen oder Schadstoffen arbeiten. Genetec stellt die Funktion allen Nutzern von Genetec Security Center Synergis kostenfrei zur Verfügung.

Zutrittskontrolle – vor allem für die Bereiche Gesundheitswesen, öffentliche Institutionen, Wirtschaft sowie Freizeiteinrichtungen – bietet auch Kentix „SmartXcan“, eine kontaktlose Fiebermessungslösung über Wärmebildsensorik. Obwohl es sich dabei um ein nicht obligates und unspezifisches Symptom handelt, gilt Fieber dennoch als sehr nützliches Screening-Instrument bei der Corona-Infektion und bildet daher den Ausgangspunkt von „SmartXcan“. Mehr als 1.000 Messwerte sowie Deep-Learning-KI-Algorithmen für eine selbstoptimierende Messwertanalyse sorgen laut Hersteller für klinisch getestete, zuverlässige Ergebnisse mit hohem Manipulationsschutz. Optional stellt das IoT-basierte Gerät alle Messungen in Echtzeit-KI-gestützten Analysedatenbanken zur Verfügung, um neue potenzielle Geo-Hotspots zuverlässig zu identifizieren und sofortige Interventionsmaßnahmen einzuleiten. Die Erfassung erfolgt automatisiert und kontaktlos. Ein DSGVO-konformer Betrieb sei durch Selbstmessung möglich.

Neben der manuellen Zutrittskontrolle durch Pförtner, Security und Polizei ermöglicht der „SmartXcan“ von Kentix somit auch die direkte Ansteuerung von Relais, um beispielsweise Türen, Drehkreuze, Schleusen oder Schranken automatisch zu öffnen oder geschlossen zu halten. Mit einem Durchsatz bis zu 700 Personen pro Stunde lassen sich damit auch größere Menschenansammlungen bewältigen, wahlweise auch mit mehreren parallel in Betrieb genommenen Systemen. Kurzfristig könne so die Ausbreitung von Viruserkrankungen eingedämmt werden. Mittelfristig kann – so der Anbieter – die Wiederherstellung von sozialen Kontakten ermöglicht und langfristig das Vertrauen der Bevölkerung in die öffentliche Sicherheit wiederhergestellt werden.

…und Geschäft
Um die Verbreitung des Coronavirus zu verhindern, sind derzeit (Stand 22. April 2020) bundesweit viele Unternehmen und kleinere Geschäfte geschlossen. Ob Restaurants und Bars, Friseure oder Blumenläden – die meisten Räumlichkeiten stehen bis zur Aufhebung der Maßnahmen leer. „Für viele Unternehmen und Selbstständige bedroht die derzeitige Situation bereits ihre Existenz, da nötige Einnahmen fehlen. Hinzu kommt die Sorge, dass Kriminelle die Schließungen ausnutzen und einbrechen. Die Folgeschäden von Diebstahl und Vandalismus stellen Unternehmer im Ernstfall vor zusätzliche wirtschaftliche Einbußen“, weiß Dirk Bienert, Geschäftsführer von Blockalarm. Entstandene Schäden durch Einbrecher übernehmen Versicherungen nicht immer in vollem Umfang. Zum Teil dauert es auch mehrere Wochen, bis die Dienstleister Schadenersatz zahlen. Darüber hinaus ziehen solche Vorfälle meist einen größeren bürokratischen Aufwand für Unternehmen nach sich. „Für Firmen gehört deshalb ein passendes Sicherheitssystem zu den Existenzgrundlagen“, unterstreicht er.

Weitere Maßnahmen wie intelligente Bewegungsmelder an Fenstern und Türen lassen sich auch mit Alarmanlagen ergänzen. Beispielsweise ermöglichen im System integrierte Lampen, dass bei Bewegungen um das Firmengebäude herum Licht angeht – was in den meisten Fällen Einbrecher verschreckt. In modernen Alarmsystemen gibt es über Schnittstellen auch die Möglichkeit, Sensoren wie Bewegungs-, Glasbruch- und Öffnungsmelder zu ergänzen. Um über ein einzelnes System gegen verschiedene Schäden abgesichert zu sein, lassen sich Alarmanlagen auch mit Gefahrenmeldern kombinieren. „Unsere Kunden integrieren in ihre Sicherheitssysteme häufig Rauch-, Thermo-, Gas-, Kohlenmonoxid- und Wassermelder. Neben mehreren Geräuschanalyse-Sensoren, die einbruchtypische Laute von alltäglichen Geräuschen unterscheiden, warnt so auch bei anderen Notfällen ein entsprechender Melder“, berichtet der Sicherheitsexperte. Auch direkte Weiterleitungen zu einer Leistelle, die alle eingehenden Notrufe überwacht und im Ernstfall Einsatzkräfte wie Polizei oder Notarzt zum Einsatzort schickt, ermöglichen moderne Anlagen. So rückt im Alarmfall direkt Hilfe an – auch bei vorübergehender Abwesenheit von Unternehmern und Betreibern.

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