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Smart Building & New Work

Corona-gerechte Transformation von Arbeitsplätzen

11. November 2020, 15:49 Uhr   |  Antje Müller


Fortsetzung des Artikels von Teil 4 .

Infektionskraft aufgeheizter Räume

Schritt 4: Aufheizen vermeiden

Im Zusammenhang mit der Infektionskraft vorhandener Viren, wie unter anderem SARS-CoV-2, stehen ebenso die Temperatur, die Sonneneinstrahlung und ein Aufheizen über die Körpertemperatur von Anwesenden im Raum. Während eine hohe Temperatur die Infektionseffizienz steigert, sinkt diese wiederum bei direkter Sonneneinstrahlung. „Das Sonnenlicht und die Strahlung haben einen Einfluss auf die schädlichen Eigenschaften von Viren und ihrer Fähigkeit, andere Menschen anzustecken. Bei Tageslicht verlieren sie schneller Ihre Infektionskraft“, so Matthias Kramer. Gleichzeitig birgt eine Verschlechterung der Luft durch einen Temperaturanstieg über 24 Grad, insbesondere in gut isolierten und belichteten Räumen, eine Einschränkung für die Leistungsfähigkeit und die Motivation der Anwesenden.
Auch in Hinblick auf die Raumkühlung kann der Einsatz eines Smart-Building-Systems laut einer Studie der TU Graz zufolge einige Vorteile gegenüber manuellen Lösungen mit sich bringen und sich darüber hinaus positiv auf die Energieeffizienz auswirken. So bleibt die Raumtemperatur bei automatisierter Beschattung und Lüftung niedriger als bei Vollbeschattung ohne Lüftung und es lassen sich mit einer Automatikbeschattung bis zu 80 Prozent der Sonnenstrahlen blocken. Nach Experimenten mit einem intelligenten Versuchshaus fasst Studienleiterin Selina Vavrik-Kirch­steiger, Expertin im Bereich Forschung und Entwicklung am Labor für Bauphysik der TU Graz, die Ergebnisse wie folgt zusammen: „Mit einer smarten Kombination von Lüftung und Beschattung ist es möglich, die Raumerwärmung um bis zu neun Grad Celsius zu reduzieren – und das ohne aktive Kühlenergie.“ Vavrik-Kirch­steiger geht außerdem davon aus, dass der Beschattung Im Zuge des Klimawandels eine immer größere Bedeutung zukommen wird.

Alles braucht einen Plan

Intelligente, raumspezifische Messungen der CO2-Konzentration in der Luft, der Luftfeuchtigkeit, der Temperatur oder auch des Lichteinfalls können Anhaltspunkte für sinnvolles manuelles Lüften geben oder auch ein automatisches Lüften durch Verknüpfung mit Fenster oder Klimaanlagen veranlassen. Eine Regulierung, beispielsweise mit smarten Heizungssystemen, oder eine intelligente Steuerung der Lüftungs- wie Beschattungsanlage, könnten dabei einen wesentlichen Faktor zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden der Belegschaft leisten.
Entwicklungen wie diese unterstreichen den starken Effekt, den die Pandemie auf die Beschleunigung der Digitalisierung und auf das Aufrüsten von Bürogebäuden zu Smart Buildings hat. Zwar kann der verstärkte Einsatz von Homeoffice-Regelungen sowie von Remote Work dazu beitragen, Arbeit flexibler zu gestalten und unabhängig von einem bestimmten Ort zu machen. Doch auch innerhalb der Bürogebäude bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, um moderne, mitarbeiterzentrierte und vor allem sichere Konzepte umzusetzen, die nicht zuletzt auf smarten Technologien basieren.
Individuelle Bedürfnisse sowie die Anforderungen des Mitarbeiterschutzes im Zuge der Corona-Pandemie stellen Organisationen und Unternehmen aber vor neue Herausforderungen und zwingen zugleich zu Kosten-Nutzen-Abwägungen. Nichtsdestotrotz gilt bei aller Innovation und allem Tatendrang: Jedes Konzept braucht einen Plan.

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1. Corona-gerechte Transformation von Arbeitsplätzen
2. „Digitalisierung und Flexibilität des Gebäudes sind extrem wichtig"
3. Gezieltes Flächenmanagement
4. Problematik mit der Raumluft
5. Infektionskraft aufgeheizter Räume

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