Fachkräftemangel

„Coca-Cola-Rezept“ für die Personalgewinnung

19. Oktober 2021, 15:00 Uhr | Interview: Sabine Narloch

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Die kritische Frage nach den Kosten

Smarthouse Pro: Wie wird die Qualität der BewerberInnen von den Betrieben bewertet? Gibt es in irgendeiner Form Filter, durch die im Vorfeld ausgesiebt wird?
Krasontovitsch: Natürlich ist die Zielsetzung nicht einfach nur, Bewerbungen zu generieren, sondern Bewerber zu finden, die fachlich und menschlich zum Betrieb passen. Daher bauen wir in der Tat Filter ein, um die Bewerbungsqualität sehr hoch zu halten. Dazu gehören neben fachlichen Abfragen auch Fragen zu den Soft Skills. Da wir vor allem eine digitale Strategie verfolgen, sprechen wir Fachkräfte zwischen 20 und 40 Jahren an.

Smarthouse Pro: Gibt es im Kontext der MitarbeiterInnen-Suche Unterschiede zwischen Betrieben, die im Bereich Smart Home und Smart Building unterwegs sind, und solchen, die eher als klassische SHK- und Elektrobetriebe agieren?
Krasontovitsch: Wir merken immer wieder, dass gerade in den Bereichen Smart Home und Smart Building das Augenmerk stark auf Lern- und Weiterbildungsbereitschaft gelegt wird. Dazu ist der Digitalisierungsgrad deutlich höher als im klassischen SHK-Bereich. Das bringt besondere Ansprüche beim Thema Fachkräfte mit, denen wir natürlich gerecht werden müssen.

Smarthouse Pro: Was kostet die Candidate-Flow-Methode die suchenden Betriebe – auch im Vergleich zu herkömmlichen Möglichkeiten wie Zeitungsanzeigen oder Jobbörsen?
Krasontovitsch: Nun, da es sich bei uns um eine individuelle Dienstleistung handelt, haben wir keinen Preiskatalog. Ich kann dazu so viel sagen: Es ist günstiger als Personalvermittler, aber teurer als Zeitungsanzeigen oder Jobbörsen. In jedem Fall ist es ein Preis, den sich Inhaber leisten, die den Wert von guten Fachkräften für sich sehen und ihre Mitarbeiter lange binden können.

Smarthouse Pro: Sie gewähren den suchenden Betrieben einen Gebietsschutz: Das heißt pro Stadt betreuen Sie exklusiv nur einen SHK- und einen Elektrobetrieb. Wie lange gilt dieser Gebietsschutz?
Krasontovitsch: Wir fokussieren uns auf herausragende Ergebnisse, individuelle Betreuung und langfristige Partnerschaften, nicht auf den Massenmarkt. Daher haben alle unsere Kunden einen Gebietsschutz auch nach der Zusammenarbeit. Wie lange genau, das gehört zu den Betriebsinterna. Soviel kann ich verraten: Die meisten starten in dieser Zeit bereits eine weitere Kampagne, sodass inzwischen viele Gebiete über längere Zeit geschützt sind.

Smarthouse Pro: Heißt das aber auch, dass nur wenige Betriebe in den Genuss kommen, sich sozusagen die Rosinen herauszupicken?
Krasontovitsch: Ja, es kommen in der Tat nur wenige Betriebe in den Genuss; dafür sind es Betriebe, die viel für ihre Mitarbeiter tun und wo sich Mitarbeiter auch wohl fühlen. Warum sollten wir Betriebe unterstützten, die es nicht tun?

Candidate Flow

Candidate Flow, Spezialagentur für Mitarbeitergewinnung von SHK- und Elektrobetrieben, existiert seit dem Jahr 2019. Das Wirkfeld ist der deutschsprachige Raum. Die beiden Gründer Dimitrij Krasontovitsch und Gian-Marco Blum ergänzen sich dabei durch ihren jeweiligen Background: So hat Krasontovitsch mehrere Jahre bei der Jobplattform Stepstone gearbeitet, Blum bringt umfangreiches Online-Marketing-Wissen ein. Gemeinsam entwickelten sie die Candidate-Flow-Technologie, mit der sie wechselwillige Fachkräfte identifizieren und auf dem Mobiltelefon ansprechen. Über 150 Betriebe (zwischen 15 und 200 Mitarbeiter) konnten laut Candidate Flow ihre offenen Stellen dank der speziellen Methode besetzen.

 


  1. „Coca-Cola-Rezept“ für die Personalgewinnung
  2. Die Candidate-Flow-Methode
  3. Die kritische Frage nach den Kosten

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